Die Alte Garde ... eine fortlaufende Geschichte - Seite 2
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Thema: Die Alte Garde ... eine fortlaufende Geschichte

  1. #16

    Standard

    Teil 8:


    Nashuan legte das Buch beiseite und schaute seinen Vater musternd an.

    "Du scheinst heute Nacht auch kein Auge geschlossen zu haben. Was sind denn das für Dokumente die du bei dir trägst?"

    Bursars Blick fokussierte sich wieder und er schüttelte leicht seinen Kopf.

    "Wahrlich ich habe nicht ein Auge zugetan. Was da auf der Ratssitzung vorgetragen wurde war nicht ohne und ich wurde beauftragt, bis heute abend eine erste Ausarbeitung der Probleme vorzulegen. Ich habe noch nicht den Hauch einer Ahnung, wie man dem ganzen begegnen kann."

    "Ist es denn so Ernst? Worum ging es denn?"

    "Hm. Du bist noch Mitglied des Hofes. Solange du ihm angehörst, kann und darf ich dir leider nicht sagen, worum es geht. Aber du kannst Lord Senarfin aufsuchen, vielleicht darf er dir mehr sagen."

    "Senarfin ist hier?" sagte Nashuan verstört "Er hat doch schon seit Jahrzehnten seine Gemächer im Palast nicht mehr weit verlassen. Wenn er hier ist, dann muss es wirklich ernst sein."

    Bursar nickt, nimmt einen großen Schluck des dunklen Gebräus und ein Lächeln umspielt seine Mundpartie, welches sogar seine Augen erreicht.

    "Nicht weit von hier ist seine Alte Gildenhalle, geh einfach nach dem Frühstück zu ihm. Er mag zwar Adel sein, aber er hat sein Herz und den Verstand am rechten Fleck."

    "Oh ich habe schon gefrühstückt, aber du scheinst noch nichts gegessen zu haben. Vater stärke dich erst einmal und ruh dich aus. Ich gehe Lord Senarfin aufsuchen, so ich Einlass bekomme."

    "Sag am Eingang einfach wer du bist, wessen Sohn und es wird dich dort niemand aufhalten, vielleicht betrachten sie dich etwas argwöhnisch, aber sie werden dir zuhören und dich nicht abweisen."

    Bevor Bursar zuende gesprochen hatte, stellt Nashuan ihm eine Schale des Eintopfes und einen Löffel hin, welches an sich ihr Abendbrot gewesen sein sollte.

    "Stärke dich erst einmal. Ich mache mich auf den Weg. Bis später Vater"

    "Ich danke dir und bis später. Ach du brauchst heute nicht zum Moriquendis, Davith wird heute seine Zeit für anderes brauchen. Du kannst aber bei Hybal und Vio vorbeischauen, so du magst. Die beiden haben immer eine offene Tür für Freunde und man lernt immer wieder Neuigkeiten bei ihnen kennen."

    Nashuan nickte und macht sich auf den Weg. Bursar sah ihm nachdenklich hinterher und dachte sich, dass Nashuan nicht gefallen würde, was Senarfin ihm sagen würde. Ebenso fragte er sich, wie Hybal darauf reagieren würde.

    "Jeff? Es brechen schwere Zeiten an. Komm wir müssen heute noch eine Menge Informationen zusammenentragen." Bursar stand von seinem Platz auf und wollte sich gleich an die Arbeit machen. Jeff deutete auf den Tisch -

    "Du hast recht" sagte Bursar nur und nahm die Schale mit dem Eintopf, den Becher Kaffee und seine Notizen mit sich.

    Während Bursar an seinem Arbeitstisch mit der einen and die Dokumente und Aufzeichnungen sichtete, aß er mit der anderen den Eintopf. Immer wieder fragte er sic, wie er die ganzen Meister erreichen könnte, aber ihm fiel keine wirklich zeitnahe Lösung ein.

    Nashuan genoss den Spaziergang zum Gildenhaus des Path of Unity, in welchem er Lord Senarfin antreffen sollte. Die Sonne hatte schon einiges an kraft gewonnen, die Vögel sangen und es wehte eine leichte Brise, welche die morgendlichen Nebel verschwinden ließ. Er hielt ab und an inne, sich Gegenden und Gesichter einzuprägen. Er kaufte sich sogar ein paar Dinge bei einigen Haushändlern. Nichts besonderes, mal ein Elixier, mal eine Kuriosität. So verging die Zeit wie im Fluge und er fand sich vor dem Gildenhaus des Paths wieder. Es standen keine Wachen davor, jedoch brannte innen Licht, also müsste jemand anwesend sein. Die Architektur war Nashuan nicht bekannt und er staunte nicht schlecht über den doch eher als Palast oder Halle anmutendes Haus der Gilde. Er erklomm die Stufen zum Eingang und nutzte den Klopfer an der breiten Flügeltür. Als ihm nach einigen Minuten noch immer nicht geöffnet wurde, klopfte er noch mal und trat dann vorsichtig ein.

    "Hallo? Ist jemand Zugegen?" rief er in die Eingangshalle und erhielt wiederum keine Antwort. Daraufhin beschloss er sich auf eigene Faust umzusehen. Er vernahm Gespräche aus den Kellergewölben und machte sich auf, die Quelle aufzusuchen.

    Auf dem Weg hinunter kamen ihm einige Pathler entgegen, welche ihn nur kurz im vorbeigehen musterten. Keiner fragte ihn wer er sei, oder was ihn hierher führte. Dieses verwunderte ihn leicht, denn in Tir naNog konnte man fast nirgendwo ohne Befugnis eintreten, die Welt hier schien doch komplett anders zu sein, als das leben in der Stadt. Dann am Ende einer spärlich beleuchteten Halle sah er einen Thron sowie eine pulsierende Lichtsäule daneben. Er nahm den direkten Weg zum Thron, auf dem er Senarfin erkannte. Angekommen setzte er ein Knie auf den Boden vor dem Lord und stellte sich vor.

    "Ich grüße euch mein Lord Senarfin de Valinor, ich bin Nashuan Flux von der Akademie der Schatten vom Hofe in Tir naNog. Mein Vater schickt mich um mit euch zu sprechen."

    "Vom Hofe?" Senarfin spuckte auf den Boden neben sich, Nashuan bemerkte dieses besorgt, schwieg jedoch.

    "So der junge Flux seid ihr, Bursar und Aaeons Sohn. Ja ich kenne euch, auch aus Tir, erhebt euch und sprecht, was bringt euch her?"

    Nashuan erhob sich und sah nun erst, dass diese Lichtsäule eine Gläserne Vitrine war, welche eine Phoenixfeder beinhaltete. Er war wie verzaubert von dem Anblick, und kam erst zu sich, als Senarfin ihn abermals ansprach.

    "Nun? Was führt euch zu mir? Wollt ihr mit mir über etwas bestimmtes reden? Ich habe viel zu tun den Path wieder zusammen zu führen."

    "Verzeiht Lord, ich wurde von meinem Vater geschickt mit euch zu sprechen. Ich wollte von ihm erfahren, um was es bei dieser Ratssitzung ging, jedoch sagte er mir, dass ich nicht befugt wäre dieses zu erfahren. Jedoch bin ich am Hofe mit Dokumenten und Informationen der höchsten Geheimhaltungsstufe vertraut. Bursar meinte, ihr könnten mir eher Auskunft geben."

    Senarfins Gesichtszüge verfinsterten sich

    "Soso am Hofe ein Geheimvertrauter, aber hier wird euch gegenüber geschwiegen. Das ist nichts ungewöhnliches. Nur damit ihr es wisst, ich habe dem Hofe abgeschworen. Überlegt euch gut, ob ihr trotzdem nun weiter euer anliegen vorbringen möchtet."

    Nashuan schluckte

    "Ja Lord, ich muss wissen, wie ich das Vertrauen der Bewohner gewinnen kann. Mit Verlaub, warum seid ihr nun dem Hofe abtrünnig? Seid ihr etwa dem übergelaufen?" Nashuan griff nach einen seiner Dolche "Ihr seid hoffentlich kein Verräter gegen Hibernia geworden, denn dann müsste ich euch leider auf der stelle exekutieren, wie es das Protokoll verlangt!"

    Senarfin sah Nashuan mit festen bohrenden Blick an und sagte keinen Ton. Dann nach einer Weile, die Nashuan wie eine Ewigkeit erschien, warf Senarfin seinen kopf in den Nacken und fing lauthals an zu lachen. Als er sich beruhigte stand er auf, legte Nashuan den Arm um die Schulter und schob ihn mit sich Richtung Aufgang.

    "Ja ich bin dem Hofe abtrünnig, aber nicht meiner Heimat Hibernia. Niemals könnte ich mein Heimatreich verraten. Aber folgt mir, wir setzen uns oben an den Kamin, dort lässt es sich angenehmer reden. Euren Dolch könnt ihr stecken lassen, er würde euch hier eh nichts nutzen. Ihr habt nichts vor mir zu befürchten, außer dass ich euch eventuell langweilen werde."

    Nashuan schaute verdutzt und musste nun selber schmunzeln.

    "Aber wenn ihr dem Hofe abgeschworen habt, wie könnt ihr dann noch für Hibernia sein? Der Hof ist es der Hibernia regiert."

    "Ah diese Frage habe ich erwartet, lasst es mich so ausdrücken, der Hof soll Hibernia leiten, führen, und alles in seiner Macht stehende tun, es zu verteidigen. Dieser Aufgabe ist der Hof nun aber nicht mehr fähig, er denkt nur noch an seinen eigenen Vorteil. Man könnte sagen, er sei korrupt, was ich nicht zu hoffen wage. Somit habe ich dem Hofe abgeschworen und werde meinen Eid trotzdem weiter aufrecht erhalten und tun was getan werden muss Hibernia zu verteidigen und zu schützen."

    Nashuan war verwirrt. Der Hof soll Hibernia verraten haben? Das könne doch gar nicht sein!

    Es verging einige zeit am Kamin, Senarfin versuchte Nashuan die Wege der alten Hibernianer näher zu bringen. Die Rangordnungen, die Gilden, deren Aufbau, ihre Aufgaben und all das, was Nashuan am Hofe nie erfahren würde. Nashuan hingegen erzählte von seinem Auftrag, und schwor, dass auch er alles für Hibernia geben würde, was seine bescheidenen Mittel und Fähigkeiten hergeben würden.

    "Und somit musst du einer Gilde als vollwertiges Mitglied angehören Nashuan, bevor du Informationen von uns über unser handeln erhalten möchtest. Aber soweit ich weiß nimmt keine der Gilden mehr Mitglieder auf. Selbst wir nicht, solange wir nicht wissen, was mit all unseren Mitgliedern geschehen ist."

    "So bedeutet es für mich, ich darf mein Training hier vollenden und ihr werdet mich dann zurück zum Hofe schicken."

    "So kann es kommen. Ihr könntet dem Hofe jedoch auch abschwören und hier untertauchen. Jedoch seid ihr dann mehr oder weniger komplett auf euch gestellt."

    Nashuan nickte

    "Nun gut, ich danke euch für eure Gastfreundschaft, aber ich muss nun weiter meiner Wege gehen. Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr belästig Lord."

    "Nennt mich Senarfin, das förmliche könnt ihr hier weg lassen. Ich wünsche euch ebene Wege und denkt daran, unsere Tür steht euch jederzeit offen."

    Nashuan verneigte sich und machte sich auf den Weg zu den Grimbolts.

    Bei den Grimbolts herrschte schon ein reges Treiben, Hybal und Vianora wechselten sich an der Schmiede ab, vor dem Haus pflegte Vioagro den Kräutergarten, welchen sie für ihre Elixiere und Tränke und so einige Dinge mehr gezüchtet hatte. Vanjas hatte sich auf den Stufen des Hauses niedergelassen und ging einigen Näharbeiten nach.


    Kinder, die am Vortage Vio und Hybal haben "trainieren" sehen, amten ihnen nach. Jedoch nicht mit passenden Holzschwertern ihrer Größe angemessen, sondern mit jenen, welche die beiden Alten benutzt hatten.

    "Vianora? Wie lange brauchst du noch? Kann ich dir die Schmiede eine Weile überlassen?"

    "Was gibt es denn Hyb?"

    Hybal senkte seine stimme und deutet nach draußen "da schau, zu putzig die kleinen aber die Schwerter sind viel zu groß für sie. Ich hab da in der Ecke noch 2 Scheite Holz gefunden und wollte ihnen welche schnitzen, die ihrer Größe angemessen sind."

    "Hihihi, ja die sind putzig, fast wie wir, als wir klein waren."

    "Als wir? Du Küken Vianora!" feixte Hybal, welches ihm ein Klaps auf den Allerwertesten bescherte.

    Hybal rieb sich die Kehrseite und machte sich mit einem Scheit Holz und seinem Schnitzmesser draußen vor der schmiede an die Arbeit. Nach einer weile setzte sich Dargal neben ihm, selber auch einen Scheit Holz haltend.

    "Guten Morgen Hyb. Ich glaube ich leiste dir etwas Gesellschaft. Cinguan ist auch hier, jedoch erschleicht er sich grad ein Frühstück von Vio.

    Hybal hielt inne und drehte langsam seinen Kopf Richtung Dargal

    "Nun hätte ich fast das Messer fallen lassen, so habe ich mich erschrocken. Du brauchst hier nicht so zu schleichen!"

    Dargal schmunzelte und fing an zu schnitzen.

    "Hast du dich denn wenigstens von deiner harten Erkundungstour erholt?"

    "Ach noch ein wenig schlapp, aber das wird sich auch geben. Ein paar tage Ruhe und ich bin wieder der alte."

    Hyb nickte und beide fingen an weiter das Holz vor ihnen zu bearbeiten. Die Kinder wechselten sich ab und hatten einen Heidenspaß mit den riesigen Holzwaffen die andern zu jagen.

    Im Moriquendis war Davith damit bemüht, die Überbleibsel der gestrigen Ratsrunde zu beseitigen. Laurius und Samuriel wachten am Bett von Magnadomina, welche dort in einer Art Komatösen Schlaf zu sein schien. Samuriel wie auch Laurius machten sich Sorgen um ihre alte Freundin, dennoch wussten beide, dass alles irgendwann einmal vergehen würde. Als Magna gen Mittag noch immer noch nicht zu erwachen schien, stand Laurius auf, sich und Samuriel etwas zur Stärkung zu besorgen.

    "Ich bin gleich wieder da Sam, falls etwas sein sollte ruf einfach."

    Samuriel nickte und Laurius machte sich auf den Weg Richtung Gaststube und Küche. Die Gaststube war leer, ebenso der Tresen schien verlassen, jedoch herrschte in der Küche reges Treiben. Ein paar Köche und Küchenhilfen waren damit beschäftigt die Überbleibsel von gestern zu verarbeiten. Aus duftete fast noch besser als am gestrigen Abend. Nach dem was dort vorgefallen war, hatte es eh den meisten den Appetit verschlagen, so dass eine Menge Verpflegung übrig geblieben ist, welche nun weiterverarbeitet wurde. Der gegrillte Tork am Spieß wurde zu Eintöpfen verarbeitet, in welchen auch einiges an Gemüse landete, ein paar angebrochene Flaschen von Daviths Weinkeller standen ebenfalls herum. Laurius hielt kurz inne und schaute sich in Ruhe um, blickte in die Töpfe und ging dann direkt zum Küchenchef seine Bestellung auszugeben.

    "Grüße, Samuriel und ich halten oben bei Magnadomina Wache, ich hätte gerne 3 Schalen vom Torkeintopf, 2 Flaschen Wein und 2 Leibe Brot."

    "Grüße werter Herr, Zubereitung dauert noch ein wenig, der Eintopf muss noch etwas ziehen und das frische Brot ist noch im Ofen. So ihr euch noch kurz gedulden könnt, habt ihr gleich eine schöne Mahlzeit bereit."

    Laurius nickte, verschwand in die Gaststube, schenkte sich ein Ale ein und begann die tägliche Post durchzuschauen. Er war nicht neugierig, jedoch brauchte er etwas Ablenkung, und als später Junggeselle war sein Zuhause eher hier in der Gaststube als in seiner Hütte. Eine Nachricht von Kintrada macht ihn neugierig. Davith war noch nicht wieder aus dem Festsaal zurück und so las Laurius die Nachricht.

    Angriff verschoben
    Hohe Verluste
    später mehr

    Laurius fragte sich um wessen Verluste es ging, als sich neben ihm eine Lurikeen setzte.

    "Ah du hast meine Nachricht gefunden. Weiß Davith schon davon?"

    Laurius zuckte zusammen "Kintrada! Uff, hast du mich erschreckt. Nein Davith ist noch den Festsaal aufräumen und ich warte auf Verpflegung aus der Küche. Aber sag, wessen Verluste meinst du? Hat es schon Kämpfe an der Front gegeben?"

    "Nein, Kampfhandlungen haben noch nicht stattgefunden, jedoch sind jeweils fast ein Drittel der Streitkräfte Albions und Midgards vernichtet worden. Bei den Midgardern brannten sogar schon Bestattungsfeuer. Ich denke die Offensive gegen uns wurde vorerst verschoben."

    "Das sind grausig gute Nachrichten welche du bringst... vielleicht können wir damit etwas anfangen."

    Die Küchentür sprang auf und Laurius wurde ein Tablett mit 3 abgedeckten Schalen sowie 2 Laiben frischen Brotes und 2 Flaschen Wein nebst 3 Gläsern hingestellt.

    "Ah ich danke euch, macht bitte Kintrada hier auch eine feine Portion, sie sieht schon recht abgemagert aus die Gute."

    Die Letzten Worte verschallend war Laurius schon auf dem Weg nach oben auf der Treppe verschwunden. Kintrada schaute die Küchenhilfe amüsiert an und wiederholte das eben gesagte."

    "Habt ihr gehört? Für mich das Gleiche bitte."

    Die Küchenhilfe musterte die Lurikeen, zuckte mit den schultern und verschwand in der Küche. Eine kurze Zeit später hatte Kintrada auch 3 Schalen vor sich, 2 Laib Brot und 2 Flaschen Wein. Ihre Augen begannen zu strahlen, sie rieb sich ihre Hände und begann sogleich die Erste Schüssel zu leeren. Was viele nicht wissen, Lurikeen haben trotz ihrer geringen Größe einen rieseln Appetit und komischerweise auch genug Stauraum, einiges zu verputzen.

    Laurius hingegen trat leise in Magnas Zimmer und fand nun auch Samuriel im Stuhl zusammengefallen vor sich. Er stellte das Tablett auf der Anrichte ab und nahm eine Schale, deckte sie an und bewegte sie Leise und langsam unter Samuriels Nase hin und her. Die Firbolgfrau schnüffelte leicht an dem warmen Duft des Essens, fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und öffnete ihre Augen einen Spalt.

    "Mhmmm das duftet herrlich" gähnte sie und griff nach der Schale. "Genau das, was ich nun brauche!"

    Laurius schmunzelte und schenkte Samuriel noch einen Krug Wein ein, bevor er sich ebenfalls über seine Portion her machte. An Magna hingegen schien dieser Duft spurlos vorüber zu gehen.
    Nach dem kleinen Festschmaus öffnete Laurius das Fenster und holte seinen Tabakbeutel hervor. In Gedanken versunken bereitete er sich und Samuriel je ein Tabakröllchen zu. An der noch brennenden Kerze zündete er beide an und reichte Samuriel eine der beiden hin.

    "Oh eine deiner berühmten Krautröllchen, ich danke dir."

    So pafften beide in stille ihr nach dem Essen Krautröllchen. Während Laurius aus dem Fenster schaute, blieb Samuriel an Magnas Seite. Plötzlich brach Laurius die Stille.

    "Sam? Gestern Nacht, als dieses... dieses Ding uns hier angegriffen hat, da waren wir von Magna gewarnt worden. Andere hatten nicht dieses Glück. Die Heere von Midgard und Albion haben mindestens ein drittel ihrer Stärke eingebüsst. Auf sie kam das ganze unvorbereitet zu. Kintrada brachte eben die Neuigkeit."

    Samuriel schaute traurig zu Laurius herüber.

    "Dann lass uns den Gefallenen ein Gebet sprechen und ihrer Gedenken. Auch wenn sie jetzt unsere Feinde sind, so ein Ende hat niemand verdient."

    Laurius nickte und beide verstummten abermals.

    Im Fernen Albion waren zwei Recken auf dem Weg nach Camelot, die furchtbare Kunde der letzten Nacht zu berichten. Es waren Dockmatus und Sam. Beide waren schon mehrere Stunden unterwegs auf ihren treuen Pferden als sie an einer kleinen Ortschaft vorbei kamen bei der sie inne hielten, sich das Spektakel anzusehen, was ihnen dort geboten wurde. Auf dem Marktplatz war ein Scheiterhaufen errichtet worden und auf ihm war eine riesige Pfanne platziert. Die Einwohner trugen johlend eine gefesselte Inconnufrau mit leicht zerrissenen Kleidern, welche versuchte sich zu wehren, jedoch erfolglos. Sie beteuerte immer wieder ihre Unschuld, jedoch die Einwohner riefen nur "Ketzerin! In die Scheiterpfanne mit euch! Sie soll Rösten und Brennen!". Die Inconnufrau wurde letztendlich in die Pfanne geworfen, welche schon recht heiß war. Sie drehte und windete sich, schluchzte, klagte und wimmerte. Die Einwohner johlten jedes mal, wenn sich die Inconnu zischend verbrannte.

    In der menge der Einwohner kämpfte sich eine Highländerin vor, entgegen der Bürger hatte sie einen besorgten und entschlossenen Gehsichtsausdruck. So sich ihr jemand in den Weg stellte wurde er oder sie mit schnellen präzisen Hieben aus dem Weg geräumt.

    "Fischiiiii!!! Ich komme halte aus ich rette dich!"

    Jedoch stellten sich am Ende zu viele ihr in den weg und überwältigten sie. Dockmatus hob eine Augenbraue und schaute zu Sam herüber welcher seinem Pferd die Sporen gab, sich der aufgebrachten Menge zu nähern.

    "Hört her!" rief er "Was hat diese Inconnu verbrochen, dass ihr sie so grausam hinrichten wollt?"

    "Sie ist eine Ketzerin!" Schrie eine hysterische weibliche Stimme aus der menge, welches mit zurufen von "genau! Ketzerin!" von einigen bestätigt wurde.

    "Aber die Ketzer sind auf unserer Seite! Auch wenn sie Arawn anbeten. Sie haben uns gegen Mordred und Morgana geholfen und sind mit uns an der Front gegen Hibernia und Midgard! Also, was hat diese Ketzerin verbrochen?"

    "Gestern Nacht kamen sie und ihre Highländerfreundin hier an und baten um Unterkunft. Sie verkaufte einigen Bewohnern Tränke und Elixiere, und dann auf einmal brach hier die Hölle los. Neblige Tentakel schossen aus dem Boden und versuchten nach uns zu greifen. Ein paar von uns sind nun tot ebenso einiges Vieh. Das war ihr Werk!" Der Redner deutete auf die Pfanne "Ihrs und Arawns, sie ist eine Ketzerin und wir alle wissen was für dunkle Rituale sie durchführen um Arawn zu beschwichtigen oder zu huldigen."

    Nun näherte sich auch Dockmatus und rief mit lauter hallender Stimme "Dann holt diese Inconnufrau sofort dort heraus und hört uns zu! Sie hat damit mit Sicherheit nichts zu tun! Selbiges was euch hier wiederfahren ist geschah auch im fernen Emain Macha! Die Heere von uns und Midgard wurden fast halbiert! Das kann nicht das Werk einer Ketzerin gewesen sein!"

    Als Dockmatus an der Pfanne angekommen war, nahm er seinen Kampfstab und stieß die Pfanne vom Feuer. Die Highländerin riss sich los und rannte zur Inconnufrau.

    "Warum sollen wir euch Glauben schenken?" "Ja genau!" "Die stecken bestimmt unter einer Decke!"

    Sam und Dockmatus holten ihre Siegelmedallions hervor, welche sie als Ratgeber des Königs Constantin auswiesen. Somit verstummten die Rufe und die Bewohner schauten nicht mehr so euphorisch, eher schuldig nun fast jemand unschuldiges ermordet zu haben.

    Sam lies sich von den Bewohnern des Dorfes die Schäden der letzten Nacht zeigen, während sich Dockmatus zu der Inconnu begab, ihre Schmerzen zu lindern und die Verbrennungen zu heilen.

    Die Highländerin hielt die Inconnu in ihren Armen und schunkelte sie leicht hin und her, während sie beruhigend auf sie einsprach. Als Dockmatus sich näherte, verstummte sie und schaute ihn gefährlich an.

    "lasst mich ihr helfen" sprach er "ich bin ein wenig mit Heilzaubern vertraut. Meine Name ist Dockmatus von der Gilde Cede Maiori. Wer seid ihr? Wenn mir die Frage gestattet ist?"

    Die Highländerin musterte Dockmatus von oben bis unten und schien abschätzen zu wollen, ob ihm zu trauen sei.

    "Mein Name ist Inskah und ich bin eine Söldnerin, das kleine Fischchen Elend hier heißt Igluna und sie ist meine Freundin und Weggefährtin. Ihr könnt ihre Schmerzen wirklich lindern? Dann würde ich euch gestatten näher zu kommen. Ihr müsst wissen, dass ist nicht das erste mal, dass Menschen ihr nach dem Leben trachten."

    "Ja ich kann ihr helfen werte Inskah, und ich hege keinen Groll gegen Inconnus jeglicher Art und Abstammung."

    Mit den Worten kniete sich Dockmatus neben Igluna und schaute nach ihren Verletzungen. Zum Glück waren es noch keine schweren Verbrennungen, so dass Igluna ziemlich schnell wieder auf eigenen Beinen stand. Sie zog sich ihr gerissenes Kleid zurecht und umarmte Dockmatus als Dank für ihre Heilung. Dockmatus schien sichtlich gerührt jedoch befreite er sich aus der Umarmung und knurrte mürrisch.

    "Verzeiht aber ich wollte euch heilen, nicht euch heiraten, noch mit euch eine Familie gründen!"

    Igluna schaute beschämt zu Boden, Inskahs Augen jedoch loderten.

    "Komm Igluna, wir ziehen weiter, vielleicht finden wir irgendwo noch ein Fleckchen Land, wo man uns in ruhe leben lässt."

    Igluna wollte Inskah grad folgen, als sie sich zu Dockmatus dreht und zu ihm hoch schaute. Sie schon innerlich mit etwas zu kämpfen, schließlich nickte sie leicht und fing an zu sprechen.

    "Dockmatus? Ihr sagtet euch ist letzte Nacht eine ebensolche Kreatur begegnet?"

    "Oh ihr könnt auch sprechen" lachte er "ja im fernen Emain Macha. Ungefähr ein drittel unseres Heeres dort ist dem Ereignis zum Opfer gefallen. Sam und ich sind auf dem Weg nach Camelot zu berichten was geschehen ist und bei den Zauberern und Hexen um Rat zu fragen."

    "Ich konnte es Spüren, diese Boshaftigkeit, die Freude an den leiden, die es verursacht, und wie es stärker wurde mit jedem mal, wo ihm etwas zum Opfer fiel. Unser Gott Arawn mag grausam wirken, jedoch gegen dieses wesen ist er die Güte in Person. Ich habe so etwas ähnlich schon einmal gespürt. Tief im Tempel der Sobekite in Atlantis. Jedoch war das Gefühl so schwach, dass ich es als Wahn abgetan hatte."

    "Igluna kommst du jetzt?"

    "Warte Inskah, ich glaube wir sollten Dockmatus und Sam nach Camelot begleiten!"

    "Wenn an dem was ihr sagt etwas dran ist, dann könnten wir eure bisher gewonnenen Kenntnisse sicherlich gebrauchen. Aber..." Dockmatus schaute an Igluna herab "So kann man euch nicht mitnehmen in die Stadt oder zum magischen Rat. Wir wollen einmal sehen, ob wir für euch nicht etwas vernünftiges zum anziehen finden."

    Inskah knirschte etwas verstimmt mit den zähnen, nickte störrisch und holte ihre Pferde vom Stall.

    "Was glaubt ihr war das?"

    "In Emain dachten wir es sei eine Waffe Hibernias, aber nun, da es auch so weit in der Heimat zugeschlagen hat, ich muss sagen, mir wird angst und bange bei dem, was das sein kann."

    Inskah kam zeitgleich mit Sam zurück zu Dockmatus und Igluna.

    "Sam, darf ich vorstellen? Dieses hier ist die Söldnerin Inskah und die Ketzerin Igluna. Inskah, Igluna, dieses hier ist Sam, ein lieber alter Freund und Weggefährte."

    Sam verneigte sich vom Sattel aus und lächelte beide an.

    "Na hier wurde wahrlich übertrieben, es ist nur etwas Vieh gestorben, aber die Art, ist genau die selbe wie bei uns in Emain Macha. Komm wir müssen weiter."

    Er deutete Dockmatus an aufzusitzen und mit ihm wieter gen Camelot zu reisen.

    "Ja ich komme, aber die beiden werden uns begleiten. Ich glaube diese Inconnu.... verzeiht Igluna weiss etwas über das was geschehen sein könnte, oder dessen Ursprungs."

    So saßen Igluna, Inskah und Dockmatus auf und sie ritten gemeinsam mit Sam Richtung Camelot.

    In Meath hingegen saßen noch immer Hybal und Dargal vor der Schmiede und bearbeiteten ihre Holzscheite. Aus dem Dickicht um die Ecke kam ein leises Gefluche und es purzelte Nashuan heraus.

    "Dabei sah das wie eine gute Abkürzung aus!"

    "Guten Morgen Nashuan, na? Wie war die erste Nacht bei Bursar? Und ja, von oben sieht’s wie eine voll tolle Abkürzung aus, weil man das Dickicht unter den Gräsern nicht sieht."

    "Tu nicht so, als wenn du da noch nie drin gehangen hättest alter Grimbolt! Das letzte mal musste ich dich rausschneiden, so verfangen waren deine Kleider in den Dornen, aber der Herr hat davon ja nichts mitbekommen, nach dem Gelage mit Bursar und Serh!" feixte Vioagro vom Kräuterbeet.

    "Ui! staunte Nashuan "hier bei euch ist ja schon richtig was los! Ich komme grad von Lord Senarfin und er erzählte mir etwas über die alten Gildenstrukturen, deren Aufgaben und Organisation."

    "Da lernt ihr ja mal was vernünftiges, auch wenn es vom dem alten Spitzohr kommt" raunte Dargal.

    Nashuan verbeugte sich vor dem Waldläufer und begrüßte nun die anwesende Runde richtig. Er wollte grad anfangen Hybal zu fragen, was er ihm beibringen könnte als ihn Vanjus zu sich rief.

    "Ah der Nashuan, komm mal herüber bitte, ich hab hier etwas für dich."

    Nashuan war gespannt und ging zu dem kleinen Lurikeen an der Haustreppe hinüber.

    "Hier probiert das einmal an, es sollte euch passen und Schutz geben, besser als diese altmodischen Kappen die in Tir Nan Nog an die Rekruten verteilt werden."

    Somit überreicht Vanjus Nashuan einen mit seltsamen Zweigen verstärkten Lederkranz.

    "Meister Vanjus, wie soll mich ein Kranz besser schützen als diese Haube? mein Ganzer Schädel ist entblößt"

    Kaum hatte er die Worte gesprochen rief ihn Vianora in die Schmiede.

    "Reicht mal her eure Kappe."

    Nashuan tat wie gefragt und wie schon so häufig in der Anwesenheit der Alten, sank seine Kinnlade auf die Brust. Vianora platzierte die Haube auf dem Amboss und schlug einmal mit ihrem Schmiedehammer drauf.

    "Hm, hier euer Rohleder, und nun reicht mir mal den Kranz."

    Völlig überrumpelt reichte er ihr auch diesen. Sie legte ihn dorthin, wo die Kappe gelegen hatte, holte weiter aus und schlug zu. Funken sprühten und der Kopf des Hammers stoppte ein Stück über dem Kranz, als wenn da ein Stahlhelm drunter wäre oder der Amboss selber. Vianora nahm den Kranz auf und reichte ihn Nashuan zurück.

    "Noch Fragen junger Mann? Ich glaube ihr werdet den Kranz in Zukunft tragen."

    "Ja danke, aber... " und da brach seine Blockade "Meine Kappe, wisst ihr was die mich gekostet hat? Sie war eine Maßanfertigung von einem der besten Rüstungsgeschäfte in Tir naN nOg!"

    "Jaja das sagen sie alle von sich in der Stadt. Für Rekrutenausrüstung scheint es zu gelten, aber wenn ihr etwas wirklich gutes wollt, dann geht nicht diesen Marktschreiern auf den Leim, sondern sucht euch einen niedergelassen Meister. Vanjus ist einer der besten Schneider weit und breit. Er ist auch unter dem Namen Silbernadel bekannt. Geht zu ihm und er wird euch erzählen, was es mit dem Kranz auf sich hat."

    Abermals perplex drehte sich Nashuan mit einem Fetzen Leder und seinem neuen Kranz um und ging aus der Schmiede zurück zu den Hausstufen zu Vanjus Silbernadel.

    "Meister Silbernadel? Ich soll euch dieses Leder geben und euch fragen, was es mit dem Kranz auf sich hat."

    Der Lurikeen nahm das Leder, schaute es kurz an und warf es abwertend über seine Schulter.

    "Also, dieser Kranz hat Magisches Holz eingewebt. Es wurde mit einem Schutzzauber versehen, das interessante ist das, was Bursar damals herausgefunden hat. Wisst ihr, früher hat man die Kränze angefertigt und dann verzaubert. Das Problem damit war, nach einiger zeit verblasste der Schutzzauber und ein neuer Kranz musste her. Nun euer Vater hat dieses Holz gefunden und festgestellt, dass es sich magisch laden lässt. So setzt man den Schutzzauber auf den Kranz und wenn er schwächer zu werden scheint, kanalisiert man Manaenergie ins Holz und der Schutz ist wie neu."

    "Verzeiht aber ich verstehe nur Magie und Zauberei. Ich werde meinen Vater fragen, ob er mir das erklären kann."

    "Macht das, er hat sicherlich noch Aufzeichnungen drüber. Aber was führt euch her, nun wo das mit der Kopfbedeckung geklärt ist."

    "Ich wurde hergeschickt um mich von Hybal unterrichten zu lassen, ich weiß nur nicht wo drin."

    "Im in die Gegend starren und doof aus der Rüstung gucken!" feixte Vioagro.

    Hybal lies das völlig kalt, er kennt seine Vio und weiß genau, dass es auch Momente gibt, wo er ihr das ganz sicher heimzahlen kann. Ja sie liebten sich wirklich sehr. Nashuan hingegen errötete leicht vor Vios Ausruf und ging leicht gesenkten Hauptes zu Dargal und Hybal hinüber.

    "Hm, ich soll euch also etwas beibringen..." Hybal lies das Holzstück sinken und schaute grübelnd gen Horizont. Auf einmal fokussierte sein Blick wieder auf Nashuan "sagt, womit habt ihr kämpfen gelernt? Ihr wisst schon an der Akademie."

    "Wir haben den Umgang mit Dolchen und Giften gelernt."

    "Also, wenn ihr nun keinen Dolch und kein Gift dabei habt, wie setzt ihr euch dann zur Wehr?"

    "Im Nahkampf mit den Händen und Füßen."

    "So, wie habt ihr das gelernt? Nein lasst mich raten, irgendein großer Meister hat euch Bewegungen üben lassen, bis sie auswendiggelernt waren und selbige dann gegen andere Studenten anzuwenden in Übungsstunden."

    "Ja so ungefähr war das."

    "Vio! Wie schaut unser Verbandskasten aus?"

    "Hm, seit du wieder schmiedest ist ein leichter Schwund an Verbänden zu bemerken. Daumen und Hammer passen einfach nicht zueinander! Ansonsten, ich bin ja auch ein wenig des Heilens mächtig und wir haben frische Heiltränke für alle möglichen Wehwehchen."

    Hybal nickte, legte das Holz und Messer bei Seite und stand auf. Nashuan machte einen schritt zurück als der Firbolg sich entfaltete. Doch eine Imposante Statur.

    "Was habt ihr nun vor?"

    "Ich will euch das Kämpfen als nicht Assassine beibringen. Na los, legt eure Waffen ab, auch den Dolch im Rückenfutter eures Jacketts."

    Nashuan tat wie ihm befohlen und machte sich bereit für ein paar Übungsrunden.

    "So, ich sage es euch vorweg, ich denke ihr werdet nachher etwas Heilung benötigen, ich wahrscheinlich auch, ich halte mich etwas zurück und möchte zuerst, dass ihr mich angreift. Ich werde mich nur verteidigen euch dabei nicht direkt angreifen."

    Nashuan nickte und machte sich bereit. Er begab sich in Kampfpose und fing an mit einer Reihe von Tritten und Schlägen Hybal anzugreifen. Jedoch wo immer er traf, war Hybal nicht mehr da. Der alte Firbolg war noch recht flink auf den Beinen wie es schien. Nashuan versuchte das Tempo zu steigern, die Ausweichbewegungen vorauszuahnen. Aber nichts half. Nach ein paar Minuten stützte er keuchend seine Hände auf seine Knie und schaute zu Hybal hoch.

    "Regel Nummer eins. Die beste defensive ist: Sei nicht dort, wo es weh tut. Nun kommt erst mal zu Atem. Setzt euch zu Dargal und erholt euch einen Moment. Das nächste mal bleibe ich stehen und werde nur abwehren."

    Nashuan richtete sich auf und nickte Hybal zu.

    "ich bin bereit"

    "Dann fangt an"

    Abermals versuchte Nashuan eine Serie von Tritten und Schlägen zu landen, jedoch jeder einzelne wurde von dem Firbolg einfach weggewischt. Dieses Mal erschien ihm die Erkenntnis früher.

    "Ihr wollt nicht getroffen werden oder?"

    "Genau das ist das Ziel in jedem Kampf, treffe deinen Gegner, aber mache es ihm so schwer wie möglich dich zu treffen."

    Nashuan nickte.

    "So nun drehen wir die Rollen um, ich greife euch an und ihr verteidigt euch"

    Abermals nickte Nashuan und bereitete sich mental auf die Angriffe vor. Jedoch kaum später als er sich Hybal zuwendete lag er auch schon auf dem Boden und rieb sich die Schulter. Nichts desto trotz stand er sogleich wieder auf. Hybal bewegte sich nicht soviel wie Nashuan, jedoch waren seine Bewegungen effektiver. Er brauchte weniger Anstrengung die angriffe durchzuführen. Nashuan wurde immer weiter zurück gedrängt, bis er mit dem rücken zur Schmiede stand. Hybal holte aus und während Nashuan mit geschlossenen Augen auf den Treffer wartete, gab Hybal ihm einen Schmatzer auf die Stirn.

    "K.O." Feixte er. "Keine Angst, wenn dann habt ihr nur ein paar blaue Flecken. Ich hab nicht wirklich zugeschlagen. Aber auf der Stirn habt ihr nun vielleicht einen Knutschfleck."

    "Uff aber schon eine harte Lektion. Ich nehme an ihr habt das in vielen kämpfen gelernt."

    "Teils sehr schmerzvoll. Wisst ihr, auch wir hatten damals keine perfekte Ausbildung. Wir mussten vieles selber lernen durch Erfahrungen auf dem Schlachtfeld und ebenso auch in allem möglichen Scharmützeln. Lasst euch eines gesagt sein, eine Lehrkampfkunst als Grundlage zu sehen ist ein Anfang. Jedoch nicht jeder kann damit etwas anfangen. Wenn ihr euch als Kind gerauft habt, und ihr seid siegreich gewesen, dann war die damalige Technik für euch besser."

    "Aber das hat dann doch nichts mit Kämpfen zu tun"

    "Oh doch, ein richtiger Kampf hat keine Regeln, er ist niemals Fair und euer gegenüber wird alles in seiner macht stehende tun euch zu besiegen oder zu töten. Und genau das solltet ihr auch tun. Nicht an die Ausbildung denken, nutzt die dort gewonnenen Erfahrungen, sie in den Kampf einfließen zu lassen, aber lasst sie nicht den Kampf bestimmen. Also, in der Verteidigung ist die 1. Regel : wer nicht da ist, wird nicht getroffen. Das bedeutet ebenso, ist ein Kampf sinnlos, kämpft in gar nicht erst. So die 1. Regel im Angriff lautet wie?"

    Nashuan zuckte mit den Schultern.

    "Also, die erste Regel im Angriff sind an sich 2. Greife deinen Gegner überall zugleich an, gebe ihm keine Chance irgendwo hin auszuweichen und kämpfe nicht fair. Denn im Krieg oder im Kampf ums Überleben gibt es keine 2. Sieger, wer dort verliert, verliert sein Leben. Daher kämpfe grundsätzlich immer so, dass du alles in deiner kraft stehende tust, zu gewinnen."

    "Ich habe langsam das Gefühl ich werde hier bei euch bleiben und lernen, bis ich so alt bin wie Ihr." seufzte Nashuan

    "Ihr werdet niemals wirklich aufhören zu lernen." Lachte Hybal.

    "Damit hat der alte wirklich einmal recht" sprach Vioagro und legte jeweils einen Arm um die Schulter von Hybal und Nashuan.

    "Und die da" Hybal deutete auf Vioagro, "die da ist die Schlimmste! Ich habe bisher noch niemanden diese Regeln so beherzigen sehen wie sie."

    Nashuan drehte sich um und schaute direkt auf Vioagros lächeln.

    "Aber, ... , sie ist doch eure Frau, wie könnt ihr so über sie sprechen?"

    Vios lächeln wurde zu einem grinsen.

    "Wenn ihr sie schon so lange kennen würdet wie ich, dann würdet ihr das Selbe sagen, egal ob Frau oder nicht. Außerdem, seit wann ist es eine Beleidigung etwas nettes über jemanden zu sagen?"

    "Was Nettes? Ihr sagtet doch eben, dass ihr niemanden kennt, der mit fieseren Tricks kämpft als sie!"

    "Ja und das war ein ernstgemeintes Lob."

    "Ja, wenn das von meinem Hybi kommt, dann ist das schon ein Lob." Vioagro hauchte Hybal einen Kuss auf die Wange.

    "Ich komme später wieder." Sagte Dargal schon am gehen. Dort wo er und Hybal zuvor saßen lehnten nun zwei meisterliche Holzschwerter direkt für Kinderhände gemacht. Hybal schmunzelte in sich hinein.

    Grübelnd saß Nashuan nach, über de Worte Hybals und Vioagros.

    "Aber eure Frau, ich habe gehört sie sei eine Vorzügliche Alchimistin. Seit wann sind Alchimisten und Kräuterkundige Kämpfer?"

    "Violein, magst du dem jungen Flux sagen, was für einen Werdegang du hinter dir hast?"

    Vioagro nickte und wandte sich Nashuan zu.

    "Ich bin nicht nur eine Alchimistin und seine angetraute Frau, ich bin vor allem auch eine Hüterin."

    "Eine Hüterin von was?"

    "Na eine Hüterin, wisst ihr nicht, was Hüter sind? Dann lasst mich kurz erklären. Hüter sind Kämpfer, welche es verstehen ihre Gefährten zu schützen, zu Stärken, und ebenso sich im Kampfe ihrer Haut zu erwehren. So gesehen kann ich sehr vieles. Ich kann euch wie schon gesagt stärken, ich kann kleinere Verletzungen heilen, größere auch, jedoch dauert dieses etwas länger, ich kann mit dem Schwert kämpfen, trage ein Schild und eine Schwere Rüstung."

    "Irgendwie kann ich mir euch in einer Rüstung nicht vorstellen."

    Vioagro stand auf und ging in die Schmiede zu ihrer Schwester und schloss die Tür hinter sich.

    "Was ist los? Habe ich etwas falsches gesagt? Ich wollte eure Frau nicht verärgern oder beleidigen."

    <Avalon Hibernia> Hybal, Bursar, Arkania, Puginde, Dopeon
    <Klaus/Lyonesse Albion> Igluna, Anoashda, Anghammarad
    <Stone Midgard> Fridjolf, Schotterchen, Pfirsichbuete, Glod

  2. #17

    Standard

    /curtsey !
    Die Geschichte, die alten Namen... schöne Erinnerungen rufst Du da wach
    Danke Hybal!
    Lis LinEstel - Runi - Avalon
    Lis LinEstel - Jägerin - Salisbury
    Lisx LinEstel - Kriegerin - Stonehenge <aktive>
    Zocki - Bg-Skaldin - Stonehenge <aktive>


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