Don't do this at home... - Seite 2
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 16 bis 29 von 29

Thema: Don't do this at home...

  1. #16

    Standard

    Janeela wurde bleich: „Wie kommt er darauf?“
    Rauhwulf zuckte mit den Achseln: „Das liegt doch wohl auf der Hand. Du warst die letzte, die ihn lebend gesehen hat. Er zweifelt die Echtheit des Dokumentes an, das du vorgezeigt hast, und er behauptet, Beweise dafür zu haben. Aber keine Angst, die Männer glauben ihm nicht. Noch nicht.“
    Das beruhigte die Halbelfe nicht unbedingt: „Was für Beweise könnte er meinen?“
    Er schüttelte den Kopf: „Das weiß ich doch auch nicht. Vielleicht hat er einen Zeugen oder sowas. Kopf hoch, die Männer stehen auf deiner Seite, nicht auf seiner.“ Haareraufend lief sie hin und her: „Das kann doch nicht wahr sein. Erst unterstützt er mich, und dann fällt er mir in den Rücken. Wir waren doch mal Freunde!“ Der Krieger hielt sie am Arm fest: „Hör auf, dich verrückt zu machen. Er kann dir nichts anhaben. Eure Freundschaft gründete darauf, dass er über dir stehen konnte. Aber er hat dich unterschätzt, und das macht ihn wütend.“
    Sie senkte den Blick: „Wir hätten doch auch zusammenarbeiten können. Er hätte mich doch...irgendwie beraten können oder so was.“ - „Bei einer Aufgabe, die rechtmäßig ihm zugestanden hätte?“ Rauhwulf lachte trocken, und sie seufzte hilflos: „Wohl kaum, du hast Recht.“
    „Du weißt genau, warum wir diese Sache gemacht haben. Erwarte nicht, dass Einark das klaglos hinnimmt. So naiv kannst du doch nicht sein. Aber falls er dich als die eiskalte Mörderin darstellen will, wird er kräftig auf die Nase fallen.“
    „Ach, Rauhwulf, wie ich schon sagte, im Trösten bist du unschlagbar.“ Im selben Moment hätte sie sich für diesen Satz ohrfeigen können. Er schien genau darauf anzuspringen, denn er schlang seinen Arm um sie: „Du weißt, dass ich dich jederzeit und immer trösten werde, wenn du unglücklich bist.“ Seine Lippen kamen näher an ihr Ohr: „Und mehr als das.“, flüsterte er.
    Sie entwand sich seinem Griff, und stieß eine Spur zu hastig aus, um nicht unhöflich zu sein: „Geh jetzt bitte. Ich habe wirklich noch viel zu tun. Die Rede für Ungrafs Beerdigung muss fertig werden.“ Er verzog das Gesicht vor Enttäuschung: „Ich sehe schon. Ich werde dich nicht länger belästigen.“ Schwungvoll dreht er um und rauschte aus dem Zelt. „Warte doch, Rauhwulf!“, rief sie ihm nach: „So war das nicht gemeint!“ Aber er hörte sie wohl nicht mehr, oder wollte es nicht.
    Unglücklich setzte sie sich auf ihr Schlaflager. Dieses Dilemma konnte sie im Moment überhaupt nicht gebrauchen. Einerseits wollte sie nicht mit Rauhwulf zusammen sein, andererseits hatte sie ihn viel zu gern, um ihn zu verletzen.
    Warum konnte sie ihn nicht einfach lieben? Doch alles Jammern half nichts, sagte sie sich schließlich, und machte sich an die kummervolle Aufgabe, ihrem toten Freund die letzte Ehre zu erweisen, und eine Rede zu verfassen, die er hoffentlich gemocht hätte.

    Im Morgennebel des nächsten Tages versammelten sich alle ein Stück weit vom Lager entfernt. Wegen dreier großer Findlinge hatten sie sich für diesen Platz entschieden. Ungrafs letzte Ruhestätte sollte nicht völlig gesichtslos in die Weite der Graslandschaft eingebettet sein - auch wenn sie sein Grab wahrscheinlich niemals wiedersehen würden.
    Für die Totenfeier hatten die Soldaten ihre Uniformen und Waffen auf Hochglanz gebracht, und es herrschte eine düster feierliche Stimmung.
    Der Tote war auf eine provisorische Holzbahre gebettet und viele hatten kleine Andenken und einfache Gebinde um ihn herum drapiert.
    Die Halbelfe begann, über Ungrafs Leben zu erzählen, wie sie sich kennen gelernt hatten und was er ihr bedeutete. Sie bemühte sich, einige humorige Anekdoten einzubauen, um nicht ganz so trübe Stimmung zu verbreiten. Außerdem war der Zauberer selbst auch ein humorvoller Mann gewesen, wenngleich seine trockene Art nicht von jedem verstanden wurde.
    Auch von seiner Rolle bei der Schlacht in der Sensenklamm, bei der ihr Vater und all die anderen ihr Leben gelassen hatten, erzählte sie, und erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, warum sie alle eigentlich hier waren. Sie sprach mit dem Herzen, und deshalb klappte es wohl so gut, denn dieses Mal gelang ihre Rede und am Ende waren alle ziemlich ergriffen. Manch einer wischte sich verstohlen Tränen aus den Augen und war vermutlich froh über den dichten Morgennebel, der sie umhüllte.
    Nachdem Janeelas Rede geendet hatte, steckten Rauhwulf und ein weiterer Krieger feierlich die Bahre in Brand, und Einark trat hervor. Es war zwar üblich, dass ein Geweihter bei einer Bestattung zu Wort kam, aber in diesem Fall war es natürlich trotzdem verwunderlich.
    „Ungraf und ich waren nicht immer einer Meinung.“, hub Einark an. „Nichtsdestotrotz wusste ich ihn als Mensch zu schätzen.“
    Janeela atmete auf. Einark wollte wohl doch nur eine Totenrede halten.
    Scheinbar gedankenverloren blickte der Geweihte auf die brennende Bahre.
    „Selbst seinem schlimmsten Feind sollte man nicht wünschen, dass sein Leben ein solches Ende nimmt.“, fuhr er fort. „Ihr alle, Krieger, Kämpfer, die ihr seid, wünscht euch einen ehrenvollen Tod. Keiner von uns will in seinem Bett sterben, sondern aufrecht, am besten mit dem Schwert in der Hand.“ Er schaute durch die Reihen der Männer und machte eine bedeutungsschwangere Pause. „Und nicht durch feigen Mord.“
    Laute der Empörung und des Entsetzens waren zu hören.
    „Ja, Mord!“, rief er aus. „Ungraf war krank, und keiner wusste, was ihm fehlt. Das ist richtig. Aber ich habe seine Leiche untersucht, und ich sage euch: Er ist vergiftet worden.“ Fassungslosigkeit machte sich auf den Gesichtern breit.
    „Und wer soll das gewesen sein?“, rief jemand aus der Menge. Janeela ahnte, was Einark antworten würde. „Nur ein Unmensch könnte so etwas tun!“, ereiferte er sich aufs Stichwort. „Nur jemand mit einer gespaltenen Persönlichkeit, jemand, dessen verdorbenes Blut ihn in den Irrsinn treibt.“ In seiner eigenen Stimme schwang der Wahnsinn von dem er sprach mit, und sein Gesicht verzerrte sich zu einer hässlichen Fratze. „Ein Wesen, das unsere Götter nicht kennt und nicht achtet, eines, dessen Machtgier uns alle ins Verderben reißt. Ein Wesen, das sich in Ungrafs Vertrauen geschlichen hat und mit seinen unnatürlichen Reizen euch allen den Kopf verdrehte!“ Seine Fingerspitze richtete sich anklagend auf die Halbelfe, die erschrocken zurückfuhr. „Sie!“
    Zwar riefen viele „So ein Unsinn!“ oder „Aber sie ist doch Khars Tochter!“, doch es waren auch nicht wenige, bei denen Einarks scheußliche Worte gefruchtet zu haben schienen, denn der Zweifel an Janeelas Loyalität machte sich auf so manchem Gesicht breit.
    Die Halbelfe kämpfte darum, nicht die Beherrschung zu verlieren, und presste hervor: „Wie bei den Zwölfen soll ich das angestellt haben?“
    Der Geweihte wurde rot vor Zorn und schrie unbeherrscht: „Wage es nicht, die Heiligkeit der Zwölfe zu besudeln, indem du ihre Namen in den Mund nimmst, du...Kreatur!“
    Er wandte sich wieder an die Menge: „Ich weiß, dass diese Hexe mit Ungraf allein im Zelt war - in der Nacht, in der er starb! Ich weiß, dass sie selbst diesen Wisch hier geschrieben hat,“ Er warf ihn verächtlich vor ihre Füße und spie aus. „Ich weiß, dass die wahnwitzige Idee, ins Orkland vorzudringen, von ihr kam, und sie uns alle damit in Tod und Verderben stürzen wollte. Und ich weiß, dass sie jetzt hat, was sie wollte. Seht sie euch an: Niemals zuvor durften Frauen in die Armee. Doch sie ist nicht nur irgendeine Frau, nein! Sie ist nur ein halber Mensch! Aber trotzdem befehligt sie euch, obwohl jeder einzelne von uns allen mehr Erfahrung und mehr Recht dazu hätte. Findet ihr das normal? Natürlich findet ihr es normal! Denn sie hat uns manipuliert, uns geblendet!“ Für seinen letzten Satz richtete er anklagend den Finger auf sie: „Aber ich habe dich durchschaut!“ Von Zorn und Ekel schien sein Gesicht völlig entstellt...oder war es sein wahres, abscheuliches Gesicht, das er all die Zeit vor ihnen allen verborgen hatte?
    Janeela hatte vor Angst weiche Knie.
    Rauhwulf mischte sich ein: „Männer! Dieses Mädchen hier hat sich in niemandes Herz geschlichen durch Verblendung oder Manipulation. Wir haben sie achten und lieben gelernt, weil in ihrer Brust das Herz eines Kriegers schlägt. Sie brauchte nicht viel Erfahrung im Kampf, um uns zu überzeugen. Sie hat niemals von sich aus irgendeinen Machtanspruch gestellt. Im Gegenteil! Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie immer Zweifel hatte, ob sie unseren Ansprüchen genügen kann. Ihr Vater war ein großer Mann. Aber unsere Achtung hat sie sich selbst erworben. Es war nicht ihre Idee, Ungrafs Nachfolge anzutreten. Muss ich euch wirklich daran erinnern, wessen Einfall es war?“
    Der Krieger hatte sich in Rage geredet und wandte sich nun dem Geweihten zu. „Und jetzt zu Euch, Ihr... Schmierenkomödiant!“ Einark wich vor dem wutroten Hünen zurück. „Das habt Ihr Euch ja fein ausgedacht! Kommt mit Eurem Lügenmärchen über einen feigen Giftmord an, während der einzige Beweis dafür gerade in Flammen aufgeht. Allein, dass Ihr keine Achtung vor dem Toten habt und die Stunde seiner letzten Ehrung für Eure niederen Zwecke missbraucht, zeigt deutlich, was für ein Mensch Ihr seid. Die Tatsache, dass Janeela nur zum Teil menschlichen Blutes ist, mag Euch vielleicht nützlich erscheinen, um sie als Sündenbock für Eure eigenen Untaten hinzustellen. Aber nicht mit mir, Einark! Ihr seid eine Schande für die Geweihtenschaft des Beathan! Mehr noch, Ihr seid eine Schande für die Menschheit! Euch mag ihr Blut davon abgehalten haben, sie als Mensch und als Frau anzuerkennen, aber mich hat es nicht davon abgehalten, sie sogar zu lieben!“
    Janeela sah verwunderte Blicke in den Augen der Männer, und unverhohlene Abscheu in Einarks noch immer verzerrtem Gesicht.
    „Und wenn Ihr wissen wollt, warum Janeela es nicht getan haben kann, dann hört mich an: Ich war die ganze Nacht bei ihr, ich schwöre es, und die Götter mögen meine Zeugen sein!“
    Viele keuchten erstaunt auf, und Einark kreischte sogar entsetzt.
    „Du...hast das Bett mit diesem...Abschaum geteilt? Dein Blut mit dem Monster gemischt?“, entfuhr es ihm angeekelt.
    „Ja, das habe ich getan! Und ich bin stolz darauf!“ Janeela konnte nicht umhin, seinen Trotz und Mut zu bewundern. Ganz im Gegensatz zu Einark, der plötzlich sein Schwert zog! „Lügner! Gotteslästerer!“, schrillte seine Stimme durch die entstandene Stille, bevor er sich auf Rauhwulf stürzte.
    Doch der war behände genug, um dem ersten wuchtigen und zum Glück unüberlegten Hieb auszuweichen und seinerseits das Schwert zu ziehen.
    Die Masse der Soldaten um sie herum wurde unruhig, und man bemühte sich, den Kämpfenden genug Platz zu lassen. Auch wenn es um Leben und Tod ging, und ein jeder hätte eingreifen können - dies war eine persönliche Sache.
    Im unheimlichen Licht des brennenden Leichnams, verzerrt vom dichten Nebel wirkten die beiden Kämpfer selbst wie Schatten, die um das Totenfeuer tanzten. Janeela hielt den Atem an.
    Rauhwulf war der erfahrenere und mit Sicherheit der stärkere von beiden, aber in Einark glomm die Wut des Wahnsinns - und ihm fehlte kein Arm.
    Wie wild hieb der Geweihte auf den riesigen Krieger ein, der Mühe hatte, die nadelstichartigen Attacken abzuwehren. Dass Einark so gut kämpfen konnte, erstaunte Janeela, aber es gab ihr auch Grund, über den Ausgang des Kampfes ernstlich in Sorge zu geraten. Der sehr viel kleinere Beathan-Geweihte zeichnete sich vor allem durch Schnelligkeit und Gewandheit aus, und seine Angriffe glichen denen zorniger Hornissen: Sie schienen überall gleichzeitig zu sein. Rauhwulf musste das auch erkannt haben, denn er geriet mächtig ins Schwitzen und in seinen Augen zeigte sich Furcht.
    Obwohl Einark wie eine Furie um ihn herumsprang und seine blitzenden Attacken zielgenau waren, landete er nur wenige ernste Treffer. Trotzdem blutete Rauhwulf bald aus zahllosen kleinen Schnitten und Stichen. Doch plötzlich gelang es dem Riesen, eine gewaltige Attacke von oben auf Einark zu landen. Hätte er getroffen, wäre dieser wohl vom Scheitel bis zum Schritt gespalten worden, aber im letzten Moment riss Einark sein Schwert über den Kopf und parierte. Funken sprangen und Rauhwulfs Klinge zerbarst.
    „Die Klinge eines Geweihten ist unzerstörbar!“, höhnte Einark und lachte meckernd. Im Schein des Feuers sah er selbst aus wie einer der Dämonen, die er so fürchtete.
    Es hatte ohnehin nicht besonders gut um Rauhwulf gestanden, aber ohne Waffe war ihm sein Ende sicher. Er wich rückwärts aus und umrundete das Feuer, bis er auf der anderen Seite stand. Einark lauerte, gebeugt wie ein Raubtier, das zum Sprung ansetzen wollte, und zischte: „Ja, lauf nur weg! Etwas anderes wird dir auch kaum übrig bleiben! Aber sei versichert, ich warte notfalls so lange, bis das Feuer abgebrannt ist, und dann gibt es kein Versteck mehr für dich.“ Janeela glaubte ihm aufs Wort.
    Rauhwulf hatte Todesangst, jeder konnte es sehen, und jeder fühlte mit ihm. Janeela zog ihr eigenes Schwert. „Rauhwulf! Fang!“, rief sie, und schleuderte Grim in weitem Bogen zu ihm. Doch das Schwert landete funkenstiebend im Feuer, nur wenige Zentimeter vor ihm, und doch unerreichbar. Einark lachte höhnisch.
    Der hünenhafte Krieger biss sich auf die Lippen, und griff dann mitten in die Flammen nach dem rot glühenden Knauf.
    Mit schmerzverzerrtem Gesicht zog er die Klinge aus dem Feuer und presste hervor: „...aufrecht...und mit einem Schwert in der Hand.“
    Dann rannte er ums Feuer herum und stellte sich dem Kampf.
    Seine wilden Hiebe prasselten auf den Geweihten ein, und jetzt war es Einark, der zurückgetrieben wurde. „Ihr seid das Monster, Einark! Ihr allein!“, schrie Rauhwulf, an dessen Handgelenk das Blut herabrann.
    Er musste entsetzliche Schmerzen haben, aber gehalten von seinem puren Willen focht er den Kampf seines Lebens. Es schien, als habe sich das Blatt endgültig gewendet, als Einark stolperte, und fast in das Totenfeuer stürzte. Um sich abzufangen, ließ er sein Schwert fallen und rollte gerade noch rechtzeitig zur Seite, um Rauhwulfs tödlichem Hieb in den Nacken auszuweichen. Er rollte auf den Rücken, riss die Augen auf, und starrte erschrocken auf Grims Spitze, die Rauhwulf direkt an seine Kehle setzte.
    „Die Götter haben entschieden.“, dröhnte Rauhwulf, der vor Schmerz und Wut am ganzen Leib vibrierte.
    „Noch nicht!“, entgegnete Einark laut, und griff an die Klinge. Er rief ein seltsames Wort, finster und machtvoll, und drückte zu. Sein Blut lief an Grims Klinge herab, doch er riss sie nicht beiseite, sondern hielt sie da, wo sie war. Die Halbelfe konnte sehen, wie er sich selbst die Hand durchschnitt, und dann geschah das Furchtbare:
    Grim begann, sich von der Spitze an bläulich zu färben und nach Sekunden zog sich diese Färbung bis zu Rauhwulfs bluttriefender Hand. Der Krieger schrie plötzlich vor Qual und Entsetzen auf und betrachtete seinen Arm, der sich ebenfalls eisblau färbte. Ehe jemand etwas tun oder sagen konnte, stand er zu Eis erstarrt vor ihnen, mit allem, was er am Leib trug, sein Gesicht eine Fratze des Grauens.
    Einark schnaufte, während er sich unter der Klingenspitze hervor wand und wieder auf die Beine rappelte. Er taumelte zu seinem eigenen Schwert, drehte sich um und holte aus. „Nein!“, schrie Janeela, die plötzlich erkannte, was er vorhatte. „Nein, bitte nicht!“ Doch es war zu spät. Die Klinge traf den zu Eis erstarrten Krieger und schlug ihn in tausend Stücke, die auf dem vom Feuer erwärmten Boden rasch schmolzen.
    In sinnloser Geste versuchte Janeela, einige der Eisstückchen aufzulesen, aber sie schmolzen in ihren Händen und ronnen in kleinen, kalten Bächen durch ihre Finger und mischten sich mit ihren Tränen zu dunklen Flecken auf ihrer Kleidung.
    Niemand sagte ein Wort.
    Einark schaute triumphierend in die Menge, seine Augen funkelten.
    „Ich habe gewonnen! Die Götter waren auf meiner Seite!“
    Janeela wischte die Tränen ab und stand auf. „Die Götter hatten damit nichts zu tun, Einark. Ich rate Euch, verschwindet von hier, lauft so schnell Ihr könnt, denn sonst werde ich Euch töten, das verspreche ich.“
    Sein Triumph wich Unglauben. „Du wagst es, mir zu drohen?“
    Janeela richtete einen Blick voller kaltem Hass auf ihn: „Ich bin die Kommandantin dieser Armee. Wenn ich Euch aus unseren Reihen verbanne, dann könnt Ihr nichts dagegen tun. Ich kann mir sehr genau vorstellen, wieviel Kraft Euch Euer angebliches Götterwunder gekostet hat, und ich weiß, dass Ihr am Ende seid. Noch einmal werdet Ihr das nicht vollbringen können, und ich würde Euch mit Freude in Stücke hacken, wenn Ihr mir Gelegenheit gebt. Aber das überlasse ich anderen. Wenn Euch die Orks nicht kriegen, Einark, dann wird es am Ende Beathan selbst sein, vor dem Ihr Euch verantworten müsst. Und ich werde gewiss nicht für Euch beten.“
    Der Geweihte blickte sich Hilfe suchend in den Reihen der Krieger um, doch keiner stand mehr auf seiner Seite. Rückwärts stolperte er am Feuer vorbei, und erst als er sich in einigermaßen sicherem Abstand glaubte, drehte er sich um und taumelte davon, bis ihn der Nebel verschluckte.
    Erst jetzt lösten sich die Männer aus ihrer betäubten Erstarrung.
    Sie wollten zu Janeela, aber diese wehrte sie mit einer Geste ab. Sie nahm Grim vom Boden auf, das seltsamerweise nicht mit zerstört worden war, kniete vor dem Feuer und der Kampfstätte nieder und hob das Schwert als letzten, stummen Gruß vor ihr Gesicht. Dann wandte sie sich ab, und rief, während sie zwischen den Männern hindurchschritt: „Heute Nachmittag ziehen wir weiter.“
    Viele Krieger standen noch nach ihrem Abgang lange um das Feuer gedachten der beiden Toten. Rauhwulf war für seine Überzeugung gestorben.
    Janeela Venka Fayah Sheamus Indeenay Viviel Yaneela Ianeela Hownie - nur Lim/Alb

  2. #17

    Standard

    um mal ein Zitat zu bringen :


    "Ich will meeehr !"


    /clap
    /cheer
    /bow
    egal was

    Mach weiter so

  3. #18

    Standard

    hui..nett geschrieben /bow
    Zitat Zitat von Tanos Beitrag anzeigen
    Und wir haben gelitten, glaub mir, ein CL Endspiel kann genau so weh tun wie ein Abstieg





    Deutscher Meister 2011+2012
    Borussia Dortmund

  4. #19

    Standard

    uiui die is wirklich vorzüglich

    weiter so ! will mehr

    gib mal die 300 seiten als pdf download ich les das !!!

    Bis danne
    Rasilaorc

  5. #20

    Standard

    wirklich sehr nett geschrieben /clap
    ... -> Dead points

  6. #21
    Moderator im Ruhestand Avatar von Bruzzel
    Registriert seit
    Jul 2005
    Ort
    Donnerkrieger

    Standard

    Würde es der werten Autor(in ?) möglich sein, die Geschichten mit Absätzen im Sinne von Leerzeilen zu versehen ?
    Das erleichtert doch dann ungemein das Lesen.

    Vielen Dank.

    Ich habe eben den Opener gelesen.
    Für einen Shorty ein brauchbarer Plot und eine gelungene plastische Darstellung.
    Über die Motive des Magiers erfährt man wenig und so gerät die Figur ein wenig "flach". Das verwundert insbesondere deshalb, weil Du an anderen Stellen eine sehr hohe Detailliebe zeigst, die für meinen Geschmack schon wieder fast des Guten zuviel ist.

    Last but not least: Ich hätte einen deutschen Titel für die Story gewählt. Der englische wirkt auf mich ein wenig aufgesetzt, zumal kein Grund ersichtlich ist, daß er nunmal in englisch vorliegt.

    Ich wünsche viel Glück bei den Verhandlungen mit dem Verlag.
    LGM Waffelschmied mit Verkaufsstand in Gunnolfr, Haus 2011


    Biensche- Druidin Dwimordene, Thid-SB , Meggie, Molvik-Runi

  7. #22

    Standard

    das forum hier mag keine großen textmengen...da fällt es schwer, auch noch schnickschnack einzufügen.

    was die "flache" figur betrifft: es handelt sich um eine nebenfigur aus einer kompletten geschichte, aus der alle bisherigen textteile stammen. d.h. bis zu dem zeitpunkt ihres ablebens ist die figur dem leser normalerweise bekannt.

    über den threadnamen hab ich mir nicht sonderlich viele gedanken gemacht. bei sachen wie jackass gibts immer diesen warnspruch, dass die kinder das nicht zu hause nachmachen sollen.
    ein dilettant sollte halt keine dämonen beschwören - erst recht nicht mit seinem eigenen haar, gebrauchtem blut und dem selbstbewusstsein einer obstfliege.
    Janeela Venka Fayah Sheamus Indeenay Viviel Yaneela Ianeela Hownie - nur Lim/Alb

  8. #23

    Standard

    Echt klasse, mehr mehr mehr ^^ solche unmengen kann doch kein mensch schreiben :p

    Und das mit pdf download ist eine klasse idee. ich bin keien 2 stunden in diesem forum und fühl mich wie zuhause.. moment ich bin ja zuhause.
    Janeela, du bist echt klasse ^^
    Geändert von Vergilbteblaubeere (23.09.05 um 21:18 Uhr)

  9. #24

    Standard

    Zitat Zitat von Vergilbteblaubeere
    Echt klasse, mehr mehr mehr ^^ solche unmengen kann doch kein mensch schreiben :p

    Und das mit pdf download ist eine klasse idee. ich bin keien 2 stunden in diesem forum und fühl mich wie zuhause.. moment ich bin ja zuhause.
    Janeela, du bist echt klasse ^^

    Dann komm auch ins richtige Reich

  10. #25
    Mitglied Avatar von sabotage
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Schattenklinge

    Standard

    lies mal KANE von karl edward wagner

  11. #26

    Standard

    @Charette, uh damit hatte ich gerechnet ^^ ich spiele allerdings alb auf logres, das genügt. Hab keinen Bock jetzt meinen bb zu löschen und alles was ich mir da har erkämpft hab (inklusive freunde) aufzugeben ^^

    Hab mich als Vergi eingetragen weil ich mit der immo am meisten spiele, hab aber noch anderorts chars ^^

    - new guild -> <Gjalpinulvas Brut>

    "Hust, oh tut mir Leid ich wollte dich nicht rösten, das war nur mein verdammter Schnupfen", sagte Gjalpinulva als er mich von Hinten grillte

  12. #27

    Standard

    nett, ziemlich packend auch wenn es an einigen stellen eher etwas fantasy unuebliche ausschweifungen enthaelt aber soll keine kritik sein mir gefaellts wirklich

    mach weiter so hast n gutes haendchen

  13. #28
    Verbannter Avatar von milk
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Bardin

    Standard

    Sehr gut geschrieben!
    Schreibs doch mal auf Englisch und schicks an einen englischen Verlag.

    /me ließt lieber in Englisch als in Deutsch ^^

  14. #29
    Mitglied Avatar von Maximilian
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Kundschafterin

    Standard

    Hast dein Talent behalten

    Du schuldest mir noch den Teil, in dem der Ritter Maximilian in die Schlacht zieht und mit seinem Kriegshammer und Seite an Seite mit Venka der Katze durch die Reihe der Feinde watet, wie einst Moses durch das rote Meer

    Ich warte gespannt
    >>Je genauer ich plane, desto härter trifft mich der Zufall.<<





Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Page generated in 1.513.635.449,66871 seconds with 13 queries