Es war einmal....
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Thema: Es war einmal....

  1. #1

    Standard Es war einmal....

    Es war einmal ein kleines Dorf in einem großen weiten Universum fern in Zeit und fern im Raum.

    Dort lief es beschaulich zu und alles freute sich am Zusammensein und begrüßte den Tag.
    Dort gab es große Dicke die vom vielen Rauchen schon steinig graue Haut hatten und klitzekleine Menschen denen der Kopf viel zu groß für die kleinen Beine schien und ganz normale Menschen. Alles lebte in Eintracht zusammen und ging seinem Tagwerk nach oder spielte miteinander
    Das Dorf teilte sich in drei Spielvereine. Und diese drei Vereine hatten jeweils zwei Pokale. Sie alle spielten auf einem Spielfeld. Und sie taten es regelmäßig und alle spielten mit, ungeachtet des Alters oder ob sie besonders trainiert waren.
    Von Zeit zu Zeit kam es vor, dass das Spielfeld überlief. Ja, gar das ganze Dorf wurde von Zeit zu Zeit überflutet.
    Dies war seit jeher schon so und keiner konnte sich mehr an Geschichten erinnern, oder hatte selber erlebt, wann dies jemals anders gewesen wäre. Doch auch niemand störte sich so richtig daran, denn insgeheim wussten alle, dass nach der Überschwemmung meistens für den ein oder anderen fruchtbarer Boden zurückblieb. Und über kurz oder lang hätten alle wieder etwas von den Überschwemmungen.
    Irgendwann gingen einigen aus dem Dorf die Überschwemmungen zu weit und sie zogen in ein anderes, weit entferntes Dorf im weiten weiten Westen. Doch sie schrieben immer wieder Briefe in die Heimat wie toll es doch da ist, wo sie nun lebten. Die neuen Dörfer wären freundlicher, es gab seltener Überschwemmungen und mit dem Erlernten waren sie endlich auch so etwas wie etwas Besonderes. Aber insgeheim vermissten sie die Gemeinschaft des alten Dorfes und deshalb besuchten sie so oft wie sie konnten den Marktplatz und das Forum des Dorfes. Dann plusterten sie sich auf und stolzierten wie Hähne herum und wurden doch meist nur ausgelacht. So gingen sie wieder zurück in ihre neuen Dörfer und haderten mit ihrem Schicksal.
    Doch auch bei einigen die zurückblieben machte sich immer öfter Unmut breit. Sie wollten eigene Trainingsplätze für sich haben und kein anderer sollte sie bei ihrem Spiel stören. Sie banden sich golden gestrichene Schärpen um und stolzierten herum und fühlten sich endlich genauso wichtig wie die anderen Bewohner der Dörfer im weit entfernten Westen. Sie saugten die Nachrichten aus dem Westen auf und versuchten immer mehr mitzuhalten. So entzweite sich die ehemals schöne und gemütliche Dorfgemeinschaft immer mehr. Wenn es um die Pokale ging, interessierte es die einen nicht und die anderen taten alles um sie den einen wieder abzunehmen. Manche standen sogar extra nachts auf. Der sportliche Gedanke und das faire Miteinander verschwanden immer mehr und mehr. Und mit jeder Überschwemmung des Spielplatzes wurde das Wehklagen lauter und lauter und immer mehr verschafften sich auf dem Marktplatz und seinem Forum Gehör. Dem einen gefiel der neue Anstrich des Vereinshauses nicht mehr, dem Anderen waren zuviel Löcher auf dem Spielfeld. Wieder anderen kamen die Spieler der gegnerischen Mannschaft als unverhältnismäßig stärker als ihr Spieler. Und so steigerte sich das Heulen und Wehklagen immer weiter und die meisten verloren das eigentliche Ziel ihres Spiels aus den Köpfen. Das Miteinander und die Gemeinschaft des Dorfes.

  2. #2

    Standard

    Toller Denkanstoss Gemi ;-)

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