Heilt und Verursacht Kopfschmerzen
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Thema: Heilt und Verursacht Kopfschmerzen

  1. #1

    Standard Heilt und Verursacht Kopfschmerzen

    Die Geschichte von Heilt und Verursacht Kopfschmerzen
    Es hatte schon den ganzen Tag in geregnet. Die Taverne in dem kleinen Dörfchen Ardee war recht gut besucht. Die meisten Gäste waren einfache Bauern aus der Umgebung, nur am Feuer saßen 3 elfische Waldläufer und unterhielten sich leise. Als die Tür aufging blickten alle Gäste hin. 2 Firbolgs betraten den Raum, schon von weiten konnte man anhand ihrer Schuppenpanzer und der großen Schilde in ihren Armen ihren Beruf erahnen. „2 Fiane in unserem Dorf?“ raunten die Bauern, „was wollen die denn hier?“ Als die beiden eintraten erkannte man, dass einer der beiden Neuankömmlinge eindeutig weiblich war und noch dazu schwanger. Sie setzten sich an einen Tisch und sofort eilte der Wirt geschäftig auf sie zu. „Eine Bratenplatte einen Humpen Bier und einen Tee für meine Frau und wie sieht es mit einem sauberen Zimmer für Ein Zwei Tage aus?“ Aus der Nähe sahen die beiden noch gefährlicher aus, ihren Rüstungen sah man an, dass sie schon einige Kämpfe gesehen hatten und auch die Schwertgriffe waren abgegriffen. Aber ihre Ausrüstung war gepflegt und in tadellosem Zustand. Plötzlich verzerrten sich die Gesichtszüge der Frau. „Seoman ich muss mich sofort hinlegen es war alles wohl etwas zuviel für mich“. „Schaffst du noch die Treppe zu den Zimmern nach oben? Oder soll ich dich tragen?“ „Zimmer 3 könnt ihr haben, das ist das Beste hier im Haus,“ beeilte sich der Wirt zu sagen. Langsam stand die Frau auf und stützte sich dabei auf den Arm ihres Gefährten. „Warte ich helfe dir und Wirt - ist ein Heiler hier im Dorf? Wenn ja dann holt ihn bitte.“ „Verdammt ich bin schwanger und nicht krank“ zischte die Frau, „es ist nur etwas viel gewesen heute. 1-2 Tage Ruhe und wir können weiterziehen“. „Wir werden sehen Tara - jetzt bring ich dich erst mal ins Bett.“ Mit einem Blick machte der Fian dem Wirt klar, dass der Heiler sehr wohl erwünscht war - und zwar wehenden Rockes.
    Im Zimmer zog der Fian geschwind seiner Frau den schweren Schuppenpanzer aus. Muskeln spielten bei dieser Arbeit über seine Arme. „Ich habe dir doch gesagt gehabt, dass du dich nicht überanstrengen sollst, denk daran was der Druide in Dun Bolg gesagt hat. Du solltest dir Ruhe gönnen, die Strauchdiebe vorhin an der Brücke hätte ich bequem alleine geschafft.“ „Der Tag an dem ich dir den ganzen Spaß überlasse wird es nicht geben,“ kam umgehend die Antwort. Aufseufzend ließ sich die Bolgfrau ins Bett sinken. „Der Wirt hat aber nicht gelogen, es ist wirklich ein sauberes Zimmer und endlich mal ein richtiges Bett.“
    Als es an der Tür klopfte wirbelte der Fian herum, das Schwert in der Hand. Dann fiel ihm ein wo er war und dass er ja einen Heiler bestellt hatte. Er öffnete die Tür und vor ihm stand --- ein etwas hochmütig blickender Elf. „Ihr hattet nach einem Heiler geschickt? Ich heiße Llyn und bin hier im Dorf der Heiler.“ „Dann kommt herein, ihr müsst nach meiner Frau sehen, ihr geht es nicht besonders gut.“
    „Seoman lass mich bitte mit dem Heiler alleine, geh nach unten und eß was.“ „Du meinst, ich kann dich alleine lassen?“ „Verdammt wir sind in einem Dorf und ich liege seit Wochen zum ersten Mal wieder in einem richtigen Bett. Wir sind nicht mehr im Grenzland, was soll mir hier passieren?“
    Vor sich grummelnd ging der Fian die Treppe runter. „Wo ist meine bestellte Bratenplatte und der Humpen Bier,“ wollte er vom Wirt wissen. „Und danke, dass ihr den Heiler so schnell geholt habt. Was bekommt ihr von uns an Geld?“ „1 Silberstück kostet das Zimmer für 2 Tage, der Braten und das Bier 10 Kupfer.“
    Als der Braten vertilgt und der 2. Humpen Bier geleert war, kam der Elf die Treppe herunter und ging zu dem Fian. „Ihr wisst das eure Frau Zwillinge bekommt, oder?“ „Zwillinge? Bolgs bekommen sehr selten Zwillinge, das weiß doch jeder.“ „Sie bekommt aber 2 Babys und reisen könnt ihr vorläufig vergessen. Was habt ihr 2 euch eigentlich dabei gedacht noch durchs Grenzland zu ziehen in ihrem Zustand?“ „Das war nicht so geplant gewesen, aber wir waren 2 Monate in Dun Bolg gewesen, und wurden von Midgardern belagert. Wir konnten erst vor 2 Wochen durchbrechen, dabei haben wir unseren Freund, einen Barden verloren. Er wurde von einem Kobold angegriffen und starb kurz darauf an einem heimtückischen Gift. Sollten wir uns vielleicht in der Wildnis eine Erdhöhle graben? Wir sind also stramm durchmarschiert und sind nun hier.“ Entsetzt sah der Heiler den Fian an. „Stramm marschiert mit einer hochschwangeren Frau? Wolltet ihr sie umbringen?“ Wutentbrannt sprang der Fian auf, griff den Elfen vorne an seinem Hemd und hob ihn daran in die Höhe.
    „Halb Midgard war uns auf den Fersen, hätte ich eine andere Möglichkeit gesehen wären wir jetzt bestimmt nicht hier. Wir sind durchgebrochen als die Midgarder das erste Tor aufbrachen und die Hoffnung auf Rettung langsam dahin schwand. Wir wollten Hilfe aus Druim Ligen schicken, aber wir konnten kaum unsere eigene Haut retten. Nach 2 Tagen sahen wir Dun Bolg hinter uns brennen und bemerkten, dass einige Spurensucher auf unseren Fersen waren. Wir mussten uns den Weg nach Druim Ligen buchstäblich freikämpfen und ihr kommt daher und sprecht von umbringen? Für Tara würde ich alles tun.“
    Er ließ den Heiler los. Sichtlich erschüttert sortierte der sein Hemd. „Das wusste ich nicht, und das mit eurem Freund tut mir leid, aber Tara wird bis zur Geburt nicht mehr reisen können. In etwa 6 Wochen ist es soweit und bis dahin sollte eure Gattin sich nun wirklich schonen. Sie schläft nun, ich habe ihr ein leichtes Beruhigungsmittel gegeben.“ „Was bekommt ihr?“ „50 Kupfer, ich musste zum Glück nicht viel machen. Ihr Firbolgs seid sehr robust, aber eine Zwillingsgeburt ist trotzdem eine große Belastung für eure Gattin.“
    Mit diesen Worten verlies der Heiler den Fian. „Wirt, einen neuen Humpen Bier der hier hat ein Loch.“ Als der Wirt das bestellte Bier brachte schaute der Fian auf. „Sagt mal was ist mit der Schmiede die am Dorfeingang steht? Sie wirkte verlassen auf mich.“ „Das ist sie auch, der Schmied ist vor einem halben Jahr gestorben, ein Pferd hatte ihn getreten. Seitdem steht die Schmiede leer.“ „Hmm, wäre denn Arbeit für einen Schmied vorhanden? Ich bin nicht ganz unfähig beim Schmieden und da meine Gattin nicht reisen darf - nach Meinung eures Heilers - könnte ich auch etwas Geld verdienen. Und etwas körperliche Arbeit hat mir noch nie was ausgemacht.“ „Ein Schmied wäre hochwillkommen. Zur Zeit müssen wir immer nach Mag Mell zum Schmied, und das ist immerhin gute 3 Tagesreisen entfernt.“
    Man sah dem Fian an, dass er schwer am Nachdenken war. „Wirt, was habt ihr für komische Bierkrüge? Auch dieser hier ist schon wieder leer. Mann, Mann – Zwillinge. Ich kanns noch gar nicht glauben.“ Etwas später ging Seoman die Treppe zu seiner Frau rauf aufs Zimmer, setzte sich auf einen Stuhl und dachte nach, und schlief dann sitzend auf dem Stuhl ein, denn auch er war sehr erschöpft.
    Am nächsten Morgen wurde er von dem Geräusch aneinanderreibender Metallteile wach. „Bist du wahnsinnig, Tara, zieh sofort den Schuppenpanzer wieder aus. Du bleibst heute im Bett, der Heiler hat gesagt, du sollst dich schonen.“ „Wir wollten heute weiterreisen, Seoman, hast du das etwa vergessen?“ „Vielleicht brauchen wir nicht weiterreisen, Tara, der Schmied aus diesem Dorf ist seit einem halben Jahr tot und seine Schmiede ist verwaist. Wir haben also die Chance das zu machen, wovon wir reden seit du weißt, dass du schwanger bist. Endlich dem Krieg den Rücken kehren und uns niederlassen, eine Familie gründen und sesshaft werden. Ich werde mir die Schmiede gleich mal ansehen, und du bleibst heute mal im Bett liegen und ruhst dich aus. Und warum hast du mir nicht gesagt, dass du Zwillinge erwartest? Ich dachte gestern mich tritt ein Troll als es mir der Heiler gesagt hat.“
    „Seoman du kannst zwar alles essen, musst aber nicht alles wissen. Du wusstest, dass ich schwanger bin, was hätte es geändert wenn du wusstest wie viele Kinder ich erwarte? Und ich werde bestimmt nicht im Bett liegen bleiben, wenn du dir ein Haus ansiehst das unsere Heimat werden soll, das würde dir so passen. Ich werde natürlich mitkommen.“
    „Dann werde ich mal sehen ob Ich uns ein Frühstück organisieren kann.“ Resignierend ging Seoman aus dem Zimmer. „Weiber, immer wissen sie alles besser,“ brummelte er in seinen Bart. „Das habe ich gehört,“ hörte er die Stimme seiner Gattin beim Schließen der Tür.
    Etwas später standen die beiden in der Schmiede und begutachteten die dazugehörende Hütte. „Er war ein ordentlicher Schmied,“ meinte Seoman zu seiner Frau nachdem er die Schmiede und das Werkzeug in Augenschein genommen hatte. „Das Werkzeug ist in einem sehr guten Zustand und auch das Haus wirkt solide. Das Dach müsste ich zwar demnächst in Angriff nehmen, aber so sieht es ganz brauchbar aus. Was meinst du Tara? Könntest du hier glücklich werden?“ Aber er sprach mit der Luft, Tara war schon in dem Wohnbereich der Schmiede verschwunden. „Ich glaube er hatte ne Freundin, Seoman,“ tönte die Stimme seiner Frau. „Für einen Männerhaushalt ist es hier viel zu ordentlich. Und um auf deine Frage zu antworten, ja ich glaube es ist perfekt. Das Dorf scheint lebhaft genug zu sein, um dafür zu sorgen, dass du genug Arbeit in der Schmiede haben wirst, und so nicht auf dumme Gedanken kommst.“ Und mit diesen Worten erschien sie mit einem Besen in der Hand und meinte nur: „Seoman was stehst du hier noch rum? Mach die Esse heiß und dann mach mal die Fenster auf. Du willst sesshaft werden? Dann fang an!“
    Es sprach sich schnell herum, dass Ardee wieder einen Schmied hatte, und Seoman konnte sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Rasch ging die Zeit ins Land und plötzlich waren schon 6 Wochen um. Und Tara schickte Seoman los um den Heiler zu holen, denn ihre Zeit war gekommen. „Llyn, Tara schickt mich Euch zu holen. Sie meint es wär soweit.“ „Ich komme, macht ihr inzwischen einen Kessel mit Wasser heiß, ich bin sofort bei euch.“
    Kurz darauf kam der Heiler mit seiner Helferin, einer resoluten älteren Bolgfrau, zur Schmiede. Energisch drängte die Helferin Seoman aus dem Schlafzimmer. „Ihr werdet hier nicht gebraucht, bitte bleibt draußen.“ Mit diesen Worten wurde er zur Türe heraus geschickt. „Wo ist das heiße Wasser? Und saubere Tücher brauchen wir auch.“
    Kurz darauf stand ein verunsicherter Bolg vor seinem eigenen Haus und konnte nur warten. Wann immer er versuchte ins Haus zu gelangen wurde er von der Bolgfrau abgefangen, die komischerweise immer zu wissen schien, wann er einen Versuch starten würde, um ins Haus zu gelangen. „Lasst den Heiler seine Arbeit machen, ihr könnt ihm wirklich helfen wenn ihr draußen bleibt.“ So wurde er jedes Mal von ihr abgefangen.
    Stunden später (Tage später nach Seomans Zeitgefühl) kam Llyn zur Türe heraus. „Wie geht es Tara und den Kindern? Kann ich zu ihr?“ Seoman wollte sofort ins Haus stürzen. „Ihr könnt zu ihr, aber nur kurz. Es war ein ziemliches Stück Arbeit für Tara 2 Kinder zur Welt zu bringen. Eure Gattin ist sehr erschöpft. Meine Helferin wird die nächsten Tage hier bleiben und ihr helfen und sie versorgen. Sollte sich ihr Zustand verschlechtern so holt mich, ich werde mich jetzt auch etwas hinlegen, denn ich bin ebenfalls müde. Und Gratulation ihr seid Vater von 2 kräftigen Jungen.“ Seoman stürmte ins Schlafzimmer und fand seine Tara schlafend im Bett liegend. Die Hebamme legte gerade die beiden Babys in die beiden kleinen Bettchen, die Seoman gebaut hatte. „Kann ich sie bitte sehen?“ flüsterte er. „Aber nur kurz und dann geht bitte raus. Eure Frau braucht wirklich ihren Schlaf.“ Und mit diesen Worten reichte sie Seoman die beiden kleinen Bündel. Voller Stolz blickte Seoman die beiden an, und konnte sich kaum bremsen vor Glück. „Das reicht - und nun geht bitte raus. Morgen sind die beiden auch noch da.“
    Die Jahre gingen ins Land und aus den beiden kleinen Babys wurden 2 große starke Jungs die unzertrennlich waren. Sie waren der ganze Stolz ihrer Eltern und hörten auf die Namen Bandir (der Ältere) und Franur. Obwohl beide das heiße Blut ihrer Eltern geerbt hatten, so waren sie doch sehr unterschiedlich. Bandir war ruhiger und in sich gekehrt während Franur ein Hans Dampf in allen Gassen war. Ständig war er auf der Suche nach Spaß und Action wie man es bei einem jungen Firbolg eher selten findet. Schnell hatten die beiden den Namen „Kopfschmerzbrüder“ von der Dorfgemeinschaft weg, das war aber nicht böse gemeint, denn sie machten niemals etwas Arges, aber jeder dachte immer nur, wenn sie zusammen loszogen: was stellen die beiden nu wieder an? In welche Klemme reitet Franur seinen Bruder nun wieder rein? Komischerweise kamen die beiden niemals verletzt von ihren Streifzügen zurück, so wie das sonst immer bei Kindern die wild toben der Fall ist.
    Und dann kam der Tag, an dem zum ersten Mal die Wasserkäfer leiden mussten, und das kam so:
    Die beiden waren bei ihrem Vater in der Schmiede (wie so oft) und betrachteten die Waffen und Rüstungen, die in der Schmiede zur Reparatur und oder zum Verkauf herumlagen.
    „Und was wollt ihr später mal werden? Wer von euch beiden wird mal ein Fian so wie eure Mutter oder ich?“ In diesem Moment sah er das Franur mit 2!!! leichteren Schwertern hantierte.“ Franur ein Fian hat ein schweres Schwert und einen schönen Schild - nicht 2 Spielzeugwaffen.“ „Aber Vater, mit 2 Waffen bin ich doch viel beweglicher und flexibler als mit Schwert und Schild.“ „Du bist noch jung Franur und wirst deine Meinung noch bilden,“ so sprach Seoman. Aber abends sah man ihn runter zum Fluss gehen, in die Richtung wo die Wasserkäfer waren. Ein Waldläufer, der zufällig des Weges kam hörte wildes Fluchen und Getöse. Er tarnte sich und schlich dann langsam und vorsichtig auf den Lärm zu, und sah Seoman unter den Käfern wüten. „Beweglichkeit - wenn ich das schon höre! Flexibler – aaaaargh!“ und bei jedem Wort durchbohrte er mit seinem Bastardschwert einen Wasserkäfer und hieb gleichzeitig mit seinem schweren Schild einen anderen Käfer in die Erde. „Und er wird doch ein Fian ich lasse es nicht zu das mein Sohn einer dieser Schlägertypen wird, die mit 2 Messerchen rumwirbeln und den Schankmädchen imponieren wollen. Er wird einen anständigen Schuppenpanzer tragen und ein sicherer Halt in jeder Schlacht werden - so wie mein Vater und so wie ich!“ Vor lauter Wut löste er die Fianmagie aus und führte die Jagd an.
    Der Waldläufer machte sich in der Zeit lieber aus dem Staub, denn einem wütenden Fian wollte er nun wirklich nicht in die Quere kommen.
    Als Bandir einige Wochen später mit einem kleinen Luchs aus dem Wald nach Hause kam und seine Eltern fragte ob er ihn behalten könnte, er wäre ihm zugelaufen, mussten die Wasserkäfer am Abend das 2. Mal leiden. Und es sollte nicht das letzte Mal sein.
    Es wurde im Laufe der Jahre immer deutlicher das Bandir garantiert kein Fian werden würde. Er hatte Magie in sich - das war jedem klar. Er konnte leichte Verletzungen ohne jede Mühe heilen. „Bitte lass ihn keinen Hüter werden!“ so hoffte Seoman jeden Tag. Und Tara meinte darauf nur „Einen Barden könnte unsere Familie doch gut gebrauchen. Barden sind beliebt und so wie die Beiden immer auf Wanderschaft sind werden sie viel rumkommen. Da sind die Fähigkeiten eines Barden sehr nützlich.“ „Ich will keinen Bänkelsänger als Sohn und auch keinen Messerhelden.“ Das war die Meinung von Seoman. „Seit 7 Generationen sind alle Männer in meiner Familie Fiane geworden. Wir sind alle gerade heraus und sehr direkt!!!“ „Und das, mein geliebter Mann, liebe ich so an dir. Aber du kannst es nunmal nicht ändern.“
    Mittlerweile nannte keiner im Dorf die beiden noch bei ihren wirklichen Namen. Jeder nannte sie nur noch Heilt und Verursacht Kopfschmerzen, denn Franur wollte immer mit dem Kopf durch die Wand. Er war so direkt wie sein Vater und zum Teil etwas planlos während, Bandir überlegter vorging. Aber beiden kochte das Blut in den Adern und sie waren schnell mit den Fäusten dabei, aber genauso schnell konnten sie neue Freunde gewinnen und fröhlich feiern.
    Und dann kam der große Tag an dem Seoman und Tara ihre beiden Söhne nahmen und zusammen fuhren sie nach Tir Na Nog, der großen Hauptstadt. Nun würde sich zeigen, welcher Berufung die Beiden folgen würden. Bandir ging zu den Lehrern des Barden, Hüters und Druidenweges, denn dazu fühlte er sich berufen. Bei Franur war der Weg eindeutig kriegerischer Natur. Zielstrebig ging er zu den Kriegerausbildern während Seoman und Tara alte Freunde aus den wilderen Zeiten ihres Leben besuchen gingen. Die verschiedenen Prüfungen ihrer Söhne würden 4 Tage dauern, dann würde man sich vor dem Schlosseingang treffen und gemeinsam feiern gehen. „Bitte bitte - lass Heilt einen vernünftigen Weg gehen und nicht Hüter werden. Und bring Verursacht zur Vernunft, damit er doch noch Fian wird.“ So hörte Tara ihren Mann immer wieder vor sich hin murmeln. Aber auch Seoman kam schnell auf andere Gedanken, denn sie hatten einen großen Freundeskreis und auch diese hatten zum größten Teil ihre Kinder zu den Lehrern geschickt, so dass es viel zu erzählen gab.
    Die 4 Tage gingen rasend schnell rum und ehe es sich die Beiden versahen standen sie vor dem Schloss und warteten auf ihre beiden Söhne. Stolz wie ein Schneekönig kam in diesem Moment Bandir um die Ecke gebogen. Das funkelnagelneue Emblem der Druiden auf seiner Brust. „Ein Druide, er wird Druide,“ rief Tara ihrem Mann zu. „Immerhin trägt er dann wenigstens nen vernünftigen Schuppenpanzer und kein Lederleibchen.“ Aber insgeheim war Seoman stolz auf seinen Sohn. Ein Druide - das war doch schon mal was. Druiden waren im Kampf immer sehr gefragt und wahrlich nicht hilflos. Und dann brach für Seoman ein Stück der Welt zusammen, denn er sah seinen anderen Sohn mit 2 Kurzschwertern bewaffnet die Strasse hochkommen. „Ein Schwertmeister - er wird tatsächlich einer dieser Klingenfutzis.“ „Und wenn du dich jetzt nicht für ihn freust Seoman, dann kannst du dich warm anziehen,“ hörte er seine Frau sagen. „Wir haben 2 gesunde Jungs großgezogen und nun stehen sie auf eigenen Beinen und werden die Welt erkunden und ihren Weg gehen.“
    Also umarmte er seine beiden Ableger und gemeinsam gingen die 4 in das nächstgelegene Rasthaus und feierten den ganzen Tag.
    Am nächsten Morgen stand die Heimreise von Seoman und Tara an. In der Schmiede wartete die Arbeit und Heilt und Verursacht würden nun etwas auf Reisen gehen und die „Gegend mal erforschen“ - wie Heilt es ausdrückte. „Na dann kommt mal mit zu unserem Wagen, ich habe etwas für euch, das euren Weg zumindest etwas erleichtern wird.“ Bandir bekam von seinem Vater einen herrlichen kleinen Rundschild und einen Zackenstreitkolben mit einer gefährlich aussehenden Spitze. „Und für dich, Franur, auch wenn ich gehofft hatte das du dich anders entscheiden würdest, habe ich diese beiden Schwerter. Pass stets auf deinen Bruder auf, denn als Druide wird er dich nur heilen können, wenn du ihm den Rücken freihältst.“ Mit diesen Worten übergab Seoman Verursacht 2 wunderschöne Falkatane. Von der Größe her passten sie einem Firbolg wie in die Hand geschmiedet, und begeistert ließ Verursacht sie kreisen. „Danke Vater, die sind wunderschön. Wir werden euch nicht enttäuschen und unserem Namen keine Schande machen!“ Mit diesen Worten verabschiedeten sich Heilt und Verursacht von ihren Eltern und machten sich auf den Weg nach Tir Nambeo, denn sie hatten gehört, dass da eine Wolfsplage sei und man etwas Geld verdienen könnte.
    Arm in Arm sahen Seoman und Tara den Beiden hinterher. „So schnell sind die Beiden groß geworden, die Schmiede wird mir nun viel leerer vorkommen, jetzt wo sie aus dem Haus sind,“ meinte Seoman versonnen. „Ja aber ihr Abenteuer beginnt gerade mal - denk daran wie es vor einigen Jahren bei uns beiden gewesen ist.“ Aber auch die Stimme von Tara war belegt. Abschied von den eigenen Kindern tut immer weh.
    Einige Wochen später saß Heilt etwas missmutig vor einem Humpen Bier in einer der vielen kleineren Tavernen in Tir Nambeo. Sie hatten eine sehr erfolgreiche Jagd gehabt und mehrere Wolfsrudel ausdünnen können, ebenso hatten sie einige sehr schöne Dachse erlegen können. Der Rüstungsbauer war begeistert gewesen von der Qualität der Felle, so dass sie einen schönen Batzen Goldstücke einstreichen konnten. Eigentlich hatte er also gar keinen Grund unzufrieden zu sein --- aber 1 Woche Dauerregen konnten selbst dem gutmütigsten Menschen die Laune verderben. Und obendrein war Verursacht mit der drallen Schankmaid aufs Zimmer gegangen und hatte ihn hier alleine sitzen lassen. „Wo bleibt Verursacht nur? Wir wollten doch schon längst weiter nach Howth gezogen sein, und dieser Banba helfen.“ Der Rüstungsmacher hatte nämlich erwähnt, dass in Howth eine Schneiderin lebe die wohl etwas Arbeit für „2 so tüchtige Bolgs, wie ihr beide es seid“ hätte.
    Im Laufe der Zeit hörten Seoman und Tara immer wieder von ihren beiden Söhnen. Am Anfang hieß es zwar nur, dass 2 unbekannte junge Bolgs hier und da kleinere Aufgaben erledigt hätten, aber nach und nach fiel der Name „Kopfschmerz Brüder“ immer öfter. Egal ob im Spraggon Nest oder in den Koalinth Höhlen, Siabre und Curmudgeon Lager, überall hinterließen sie ihre Spuren. Selbst schwierigste Aufgaben erledigten sie stets zuverlässig und schnell. Was allen Berichten über die Beiden anhing, war der allgemeine Unglaube wie kämpferisch Heilt war. Er wich von der Linie der anderen Druiden sehr weit ab. Er schien sich sehr stark auf die Naturlinie seiner Klasse zu konzentrieren. Anders als die meisten Druiden stand er stets in vorderster Linie bei Kämpfen, statt sich wie andere Druiden mehr aufs Heilen zu beschränken. Aber genau dadurch waren die Beiden so erfolgreich. Und auf seinen Ruf hin kamen die stärksten Luchse und Wölfe aus dem Wald gelaufen und halfen ihm.
    Und dann kam der Tag der großen Wiedersehensfreude. Seoman arbeitet gerade an einem Gesenkhammer für einen Kunden, als die Tür aufging und 2 Bolgs eintraten. „Guten Tag Meister, wir benötigen ein Paar neuer Waffen. Könntet ihr da etwas machen?“, so fragte der Rechte. Er war in einem schweren Schuppenpanzer gehüllt und trug an der Hüfte einen schweren Hammer. Der andere trug eine verstärkte Ledermontur und 2 Sicheln an seinem Gürtel. Auf seinem Rücken hatte er ein großes Einhandschwert. Dadurch, dass die beiden die Sonne im Rücken hatten, konnte er nicht gleich ihre Gesichter sehen und so sagte er nur „Ich habe einige sehr schöne Exemplare da vorne. Seht sie euch in Ruhe an, ich bin sofort bei euch.“ „Wie geht es Mama?“, wollte in diesem Moment der in Ledergekleidete wissen.
    „Bandir? Franur? “ Seoman ließ den Hammer Hammer sein und umarmte seine Söhne. „Tara sieh mal wer uns besuchen kommt“, rief er laut. „Was brüllst du wie ein Ochse quer durchs Haus, ich bin doch nicht taub.“ Tara kam mit mehlstaubigen Händen in die Schmiede. „Du weißt doch das ich am Brotbacken bin.“ Aber Sekunden später war der Teig so interessant wie Fliegen am Misthaufen. Lachend und weinend gleichzeitig nahm sie ihre Söhne in den Arm. „Wie geht es euch? Wie ist es euch ergangen? Zieht ihr euch auch immer warm an und passt auf, dass ihr keine nassen Füße bekommt?" Mit 1000 Fragen gleichzeitig stürmte Sie auf die beiden ein. „Langsam langsam Frau, du erdrückst Sie ja noch.“ „Kommt erst mal richtig in die gute Stube. Das Essen ist bald fertig. Ihr bleibt doch etwas hier oder? Wenigstens ein paar Tage? Ihr müsst uns alles über eure Reisen erzählen. Wir haben ja manchen Brief von euch erhalten und das ein oder andere wird ja auch über euch erzählt.“
    Tara konnte ihr Glück nicht fassen. Ein gutes Jahr waren die Beiden unterwegs gewesen und sahen prächtig aus. Während Tara das Essen zubereitete, erzählten Heilt und Verursacht einige ihrer Abenteuer und Tara und Seoman sahen sich immer wieder an, denn Sie hatten in ihrer Jugend zum Teil ähnliches erlebt. „Der Siabra Bogenschütze hat vielleicht dumm geschaut, als Heilts Binderanken seine Füße umfassten und er nicht wegrennen konnte. Clanchef Dergal rückte dann den Lederpanzer freiwillig raus, als er sah das seine Männer ihm nicht mehr helfen konnten“, beendete Verursacht eine Story. „Ihr habt euch zu 2 in ein Siabra Lager geschlichen? Das war doch sehr gefährlich“, warf Seoman ein. „Das hätte leicht ins Auge gehen können. Die Siabra haben mindestens genauso scharfe Augen wie die Elfen.“
    „Dann war dein Alleingang in die Curmudgenhöhle damals was anderes?“, wollte Tara wissen. Seoman blickte sie erstaunt an, „Das weißt du noch? Ist doch schon mindestens hmmm 20 Jahre her und ich war damals jung und verliebt und wusste nicht was ich tat. Der Curmudgen hatte nun mal deinen Helm gestohlen und das konnte Ich doch nicht zulassen."
    Über solche Geschichten und Berichte gingen die Stunden dahin. „Ihr könnt in euren alten Zimmern schlafen“, meinte Seoman am Abend. „Wie lange bleibt ihr denn nun? Oder seid ihr nur auf der Durchreise und wolltet mal hallo sagen?“
    „Wir wollten ein paar Tage hier bleiben, uns neu ausrüsten und dann nach Druim Ligen gehen.“ „Das kommt gar nicht in Frage“, unterbrach Seoman Heilt. „Fürs Grenzland seit ihr noch viel zu jung und unerfahren. Die Midgarder und Albioner die im Grenzland ihr Unwesen treiben, sind noch viel zu stark für euch. Klar, Ihr habt im Spraggon Nest aufgeräumt und euch mit Siabra und Curmudgens gemessen. Auch die Bärenmenschen in Treib Höhle habt ihr kennen gelernt, aber das alles kann euch nicht auf das Grenzland vorbereiten.“
    „Wir wollen doch gar nicht ins Grenzland, Vater“, warf Verursacht ein. „Es sind doch neue Länder entdeckt worden, wo sich die jüngeren Krieger messen können. Da wollen wir hin und mal antesten, ob die anderen Reiche wirklich so stark sind, wie immer behauptet wird.“
    „Da werde ich mir aber eure Ausrüstung mal vorher ansehen, denn es kann ja nicht sein, dass die Söhne eines Schmiedes mit schlechten Waffen oder schadhafter Rüstung ins Gefecht ziehen.“
    Die nächsten Tage vergingen wie im Flug, denn die Beiden mussten im Dorfkrug so manche Runde geben. Immerhin waren Sie genau wie ihre Eltern beliebt und konnten viele Neuigkeiten aus Connla, Howth und all den anderen Städten berichten. Auch mussten sie immer wieder ihre Abenteuer zum Besten geben, denn neugierig waren alle. Währenddessen arbeitete Sioman in der Schmiede und besserte in seinen Augen schadhafte Stellen aus und schärfte die beiden Sicheln seines Sohnes auf Rasiermesserschärfe. Abends erzählten Tara und Sioman all die Taktiken und Winkelzüge der anderen Reiche, an die Sie sich noch erinnern konnten. „Und denkt daran, dass es in beiden Reichen Kundschafter gibt, die sich genauso wie die Nachtschatten und Waldläufer bei uns tarnen können, so dass man sie meist erst zu spät bemerkt.“ Die schmerzliche Errinerung an einen Barden der in seinen Armen starb, war Seoman ins Gesicht geschrieben. „Achtet gut auf eure Umgebung“, schärfte er seinen Söhnen noch einmal ein. „Ich wollte ich könnte mit Euch ziehen, aber ein altes Schlachtross wie Ich ist für eine kleine Plänkelei zwischen Jungspunden wie euch nicht die beste Wahl. Obendrein hab ich mich an ein warmes Bett am Abend gewöhnt und regelmäßige Mahlzeiten haben auch was für sich.“
    Am nächsten Morgen machten sich Heilt und Verursacht dann auf die Reise nach Druim Ligen. Ihre Rucksäcke waren prall gefüllt, denn ihre Mutter wollte nicht, „dass ihr mit hungrigem Magen gegen Trolle kämpfen müsst. Und junge Burschen haben doch eh immer Hunger.“ Mit diesen Worten lud sie genügend Lebensmittel in die Taschen „um damit ne 8 Mann Gruppe bequem 2 Wochen gut versorgen zu können“, wie ihr Vater meinte.
    Nach 3 Tagen erreichten ihre Pferde Druim Ligen. Schon von weitem sah man die schwere Grenzfestung aufragen. Sie lag am Ausgang einer tiefen Schlucht und verschloss diese wie ein Korken einen Flaschenhals. Das Innere der Festung glich einem Heerlager und laufend marschierten Truppenteile Richtung Grenzland oder kamen von Patroullien ins nähere und weitere Umfeld zurück. So manch eine Gruppe hatte dabei Verluste zu beklagen oder Verwundete dabei. Sichtlich beeindruckt von den schweren Mauern und den vielen Kämpfern gingen die Beiden staunend durch den Festungshof. „Was wollt ihr 2 denn hier? Seid ihr nicht etwas jung für das Grenzgebiet?", so wollte ein weißhaariger Elfenmagier wissen. „Wir wollen in die neuen Schlachtfelder reisen und uns mit Midgardern und Albionern messen“, meinte Verursacht. „Ach so dann müsst Ihr zu Glasny dahinten hingehen. Drei mal am Tage spricht sie die Teleportationszauber, mit denen wir in die Krisengebiete reisen oder auch um mal die Midgarder oder Albioner zu besuchen“, sprach der Magier mit einem leichten Grinsen.
    „Wenn ihr zu den neuen Schlachtfeldern wollt, müsst ihr bei dem Händler da ein Reisemedallion kaufen und euch hier auf das große Steinpodest stellen. Wenn ich den Reisezauber spreche wird Magie in dem Medallion dafür sorgen, dass ihr an den richtigen Ort gebracht werdet.“ Nach einer kurzen Musterung meinte Glasny noch: „Kauft ein Medallion nach Caledonia, das müsste für euch ideal sein. Und sputet euch es geht gleich los.“
    Schnell kauften Sie sich die Medallions und stellten sich auf die Plattform und warteten aufgeregt auf den Transport.
    „Es geht gleich los, ihr werdet einen Augenblick orientierungslos sein und euch dann in einem Burghof wiederfinden. Das ist unser Außenposten der von erfahrenen Wachen verteidigt wird. In seiner unmittelbaren Umgebung seid ihr geschützt, aber sobald ihr ihn verlasst, seid ihr auf euch gestellt. Viel Erfolg euch Beiden“, dann wurde Glasnys Tonfall monoton und sie sprach die Reiseformeln zusammen mit den anderen Magiern.
    Nach einem kurzen Schwindelgefühl standen Heilt und Verursacht in dem beschriebenen Burghof. Sie legten ihre normalen Ketten wieder um, denn das Reisemedallion war durch den Transport aufgebraucht und verschwunden. „Deine Zauber auf mir sind verschwunden. Heilt mach mich wieder stark“, meinte Verursacht. „Dann sollten wir uns mal hier etwas umsehen und dann losgehen. Ich bin wirklich gespannt wie die Anderen Völker aussehen --- und welche Farbe ihr Blut hat he he.“
    Während sie Richtung Tor gingen bemerkten sie eine kleine Lurikeen Beschwörerin, die weinend neben einem toten Fian saß. Hoffnungsvoll sah sie Heilt an und fragte dann: „Könnt ihr Ihn noch retten? Landreas wollte mich beschützen und hat die beiden Pfeile abgefangen, die eigentlich für Mich bestimmt waren. Bitte rettet ihn.“ „Es tut mir leid, Ich kann nichts mehr für euren Freund tun. Sein Geist hat diesen Körper schon verlassen, Ich kann da nichts mehr ausrichten.“ Während sie weiter gingen meinte Verursacht nur: „Hast du das gesehen? Da hat der 'nen Schild, so groß wie die Haustür unserer Eltern und fängt die Pfeile mit der Brust auf. Wie dumm muss man dafür sein?“ „Du meinst so ists besser“, bemerkte Heilt, als er seinen Schild etwas anhob um einen verirrten Pfeil abzuwehren, der über die Außenmauer geflogen kam. „Und wenn das jetzt noch beabsichtigt gewesen wäre Brüderlein, so würde Ich dich nun Fian nennen“, neckte Verursacht Heilt. „Wir wollen raus in die Wildnis, müssen wir auf etwas besonderes achten?“, wollte Verursacht von einem der Torwächter wissen. „Ja heute sind eine menge Tarner unterwegs. Gerade unten am Wegrand, da wo die Bäume eine gute Deckung bieten, sind 2-3 Bogenschützen der Midgarder gesehen worden. Gebt also obacht, wenn ihr den Weg entlang geht.“ Mit diesen Worten öffnete der Wächter das schwere Tor und ließ die Beiden raus.
    Ausserhalb der Mauern rief sich Heilt zuerst einen Luchs als Gefährten und eine schöne große Katze erschien. Gerade als die Burg aus der Sichtweite verschwand, hörten die Beiden das charakteristische Pfeifen eines Pfeiles und mit einer unbewussten Bewegung schlug Verursacht den Pfeil mit seiner Sichel aus der Bahn. „Da ein Kobold, der zweite rechte Stamm. Die sind ja nicht größer als unsere Luris - nur viel hässlicher“, rief Verursacht. Als der Kobold bemerkte, dass er entdeckt war, drehte er sich um und wollte fliehen. Aber mit einer Handbewegung bewirkte Heilt einen Zauber und Wurzeln wickelten sich um die Füße des Koboldes. Mit vor Entsetzen weit geöffneten Augen versuchte er hektisch seine Beine zu befreien, aber das Letzte was er in dieser Welt bewusst mitbekam, war ein 2,50 Meter großer Bolg der mit 2 großen Sicheln auf ihn zurannte. Mit zwei Schlägen gab es einen Kobold weniger in Caledonia. Gerade als sich Verursacht schnaufend nach seinem Bruder umdrehen wollte (rennen ist nicht ganz so lustig in schwerer Lederkluft), bemerkte er aus den Augenwinkeln einen Schatten neben sich, der sich anschleichen wollte. Blitzschnell stießen seine Sicheln vor und mit einem völlig überraschten Gesichtsausdruck sank, tödlich getroffen, ein keltisch aussehender Mann zu Boden. Er hatte allerdings eine sehr dunkle Gesichtsfarbe und Ihnen war klar, wer das war. „Eindeutig ein Sarazene, also sind auch Albioner hier unterwegs“, meinte Heilt. „Und sieh mal seine Waffen, die sind bestimmt mit einem üblen Gift versehen. Wenn der dich getroffen hätte, wäre es garantiert unangenehm für dich geworden.“
    Vorsichtig gingen sie weiter und sahen von weiten eine Silhouette auftauchen. „Das muss die Brücke zur Mittelburg sein“, dachte Heilt laut. Gut sichtbar waren die Albionischen Fahnen zu erkennen. „Ich glaube wir gehen hier links und folgen dem Flusslauf. Es wird hier bestimmt ne Möglichkeit geben, ans andere Ufer zu kommen.
    Nach 2-3 km wurde der Fluss etwas schmaler. Heilt und Verursacht schwammen an das andere Ufer und versteckten sich zwischen den Bäumen. Plötzlich bemerkten sie einen Zwergenmagier, der den Weg entlang lief und sich dabei sichtlich unwohl fühlte und immer wieder umsah. „Den greif ich mir“, rief Verursacht und rannte los, Heilt hinter Ihm her. Auf halber Strecke bemerkte der Magier die beiden und erstarrte für einige Sekundenbruchteile überrascht. Diese Zeit genügte Verursacht um ihn zu erreichen und anzugreifen, gerade als der Magier einen Zauber vorbereitete. Durch den Angriff in der Konzentration gestört, ging der Zauber fehl und der Magier fiel besiegt zu Boden. „Los weg hier von dem Weg, wir sind von weitem zu sehen“, rief Heilt und rannte in die Deckung der Bäume zurück. Leicht außer Atem standen die Beiden hinter einer dicken Eiche und beobachteten aufmerksam den Weg. Sie bemerkten 2 Midgarder, die in die Richtung des toten Magiers liefen und sich dabei immer wieder umsahen. „Bereit für neues Klingenfutter Bruderherz?", wollte Heilt wissen. Verursacht griff seine Sicheln fester und nickte. „Na dann mal los.“ Als die Midgarder etwas näher gekommen waren, rief Heilt wieder die Wurzeln zur Hilfe und verhinderte eine Flucht der Beiden. Heilt blieb etwas zurück, als Verursacht angriff, weil er ungestört Heilsprüche benutzen wollte, als er etwas neben sich bemerkte. Durch seine Drehung ging der Angriff des Koboldes fehl und Heilt blockierte den nachfolgenden Schlag mit seinem Schild. „Franur kommst du klar?“, rief er über seine Schulter, „Ich habe hier einen Kobold am Hals.“ Bei seinem Schulterblick sah er einen der Midgarder schon am Boden und seinen Bruder mit dem Zweiten, einen Troll, heftig am kämpfen. „Ja es geht schon, pass auf dich auf. Sobald ich hier fertig bin, komme ich dir helfen“, schrie Verursacht und parierte mit seiner zweiten Sichel einen heftig ausgeführten Schlag. „Diese Trolle haben ganz schön was drauf.“ In diesem Moment konnte der Kobold Heilts Verteidigung durchbrechen und einen fiesen Stich am Oberarm anbringen. Sofort bemerkte Heilt den ziehenden Schmerz eines Giftes und wusste, dass er sich lieber konzentrieren sollte, um diesen Kampf schnell zu beenden und das Gift zu neutralisieren. Aber so leicht war das nicht, denn der Kobold war erheblich besser im Umgang mit Waffen trainiert, als ein Druide und er war sehr gewand. Doch zum Glück war Heilt ja nicht alleine, er hatte ja seinen Luchs. Der Kobold konzentrierte sich so auf Heilt und versuchte einen tödlichen Treffer zu erlangen, dass der Luchs ihn von hinten in die Seite beißen konnte. Gerade als Heilt mit seinem Streitkolben zuschlagen wollte, schnitt eine Sichel schräg von der Seite in den Oberkörper des Koboldes. Tödlich getroffen sackte er zusammen und fiel Heilt vor die Füße. Schwer durchatmend konzentrierte sich Heilt auf das Gift in seinem Körper und heilte es mit einem Zauberspruch. Auch benutzte er noch seine Magie, um die Wunden an seinem und den Körper seines Bruders zu heilen, denn beide hatten sie so einiges einstecken müssen. „Holla war der Troll stark, hätte ihn fast nicht besiegen können, aber er war etwas langsamer und nicht ganz so reaktionsschnell wie Ich. Komm lass uns wieder in den Wald zurück, hier wird es mir langsam zu unsicher.“ Sie liefen geduckt in den Wald zurück und atmeten erst mal ein paar mal tief durch. „Das ist doch etwas ganz anderes als Spraggons oder Wölfe zu jagen“, bemerkte Heilt, „gegen den Kobold jetzt gerade wurde es verdammt eng.“ In diesem Moment traf ein Pfeil Verursacht ins Schulterblatt und ein zweiter Pfeil flog surrend an Heilt vorbei. Der Luchs rannte sofort auf einen der beiden Sarazenen zu, die hinter einigen Bäumen aufgetaucht waren. „Nicht mal ne kurze Pause ist einem vergönnt“, grummelte Verusacht. Er rannte auf den zweiten Bogenschützen zu und drängte ihn zwischen mehrere Bäumen in die Ecke. Nach einem kurzen Klingenwechsel fiel der Bogenschütze besiegt zu Boden, denn im Nahkampf war Verursacht mit seinen zwei Sicheln sehr stark. Auch der Luchs kam kurz darauf mit blutiger Schnauze zurück, doch er war ebenfalls schwer verwundet. Gerade als Heilt den Luchs heilen wollte, wurde der von einem magischen Energieball getroffen und fiel tot zu Boden.
    Heilt legte seinen gesamten Zorn über diese Tat in einen Zauber und giftige Efeuranken fesselten den Albionischen Magier und fügten ihm üblen Schaden zu. Mit einem wuchtigem Schlag mit dem Streitkolben beendete Heilt, das ohnehin verpfuschte Leben des Magiers und sorgte wieder für ausgeglichene Verhältnisse, denn zwei Trolle kamen auf sie zugelaufen. Wieder rief Heilt die Wurzeln zur Hilfe und die Trolle starrten verwirrt auf das Rankenwerk an ihren Beinen. „Wir sollten hier so langsam verschwinden Franur. Ich habe zu viele Zauber in zu kurzer Zeit sprechen müssen. Ich muss mich ausruhen, denn ich habe fast keine Mana-Reserven mehr.“ „Aber die Zwei nehmen wir noch mit“, rief Verursacht, „sieh doch, der eine ist sogar deine Kragenweite, denn er scheint auch nur Heiler zu sein.“ „Ich bin nicht nur Heiler!!", knurrte Heilt, stürzte sich aber trotzdem auf den hinteren Troll. Dieser versuchte zwar sich zu verteidigen, aber gegen die wuchtigen Schläge, die Heilt austeilte war er hilflos. Als er seine Waffe in einem Bogen schwang, um Heilt in die Seite zu treffen, drehte dieser sich in den Schlag rein und rammte seinen Ellenbogen gegen den ungeschützten Hals seines Feindes. Mit einem erstickendem Gurgeln torkelte der Troll ein paar Schritte zurück und Heilt nutzte diese momentane Schwäche aus, um einen mächtigen Hieb gegen den Kopf auszuführen. Der Troll sah ihn zwar kommen und versuchte verzweifelt mit seinem Schild noch den Schlag abzuwehren, aber er hatte keine Chance. Mit einem bösen Knacken brach der Kieferknochen und der Troll war am Ende. Heilt drehte sich zu seinem Bruder um und bemerkte, dass dieser in ernsten Schwierigkeiten war. Er hatte seine linke Sichel verloren und einen heftig blutenden tiefen Schnitt quer über die Brust und obendrein drängte Ihn der Troll mit wuchtigen Schlägen langsam in die Knie. Zeit für einen Zauber hatte Heilt nicht, also lief er in den Rücken des Trolls und führte einen schnellen unplatzierten Hieb aus, der den Troll in die unteren Rippen traf. Es war kein besonders spektakulärer Schlag und er verletzte den Troll auch nicht besonders, da er zu seitlich stand, aber es reichte aus um die Konzentration des Trolls zu stören. Verursacht wich dem nächsten Hieb des Midgarders aus und landete einen üblen Treffer an dessen Oberschenkel. Als der Troll für seinen nächsten Angriff einen Schritt vormachte, versagte das Bein seinen Dienst und er stolperte. Mehr braucht ein trainierter Blademaster nicht, um seinen Gegner zu besiegen und Verursacht war mehr als nur trainiert. Mit einem raschen Handgelenkschwung verpasste er dem Troll ein Grinsen von Ohr zu Ohr, 3cm tief quer über den Hals.
    „Jetzt aber rasch fort von hier, der Lärm war weit zu hören“, schnaufte Verursacht und rannte auf das Wäldchen zu. Seine zweite Sichel hob er im Vorbeirennen auf, behielt beide Waffen aber in seinen Händen. Heilt blieb seinem Bruder auf den Fersen und diesmal rannten sie tiefer in das kleine Wäldchen. Mit seinen letzten Mana-Reserven heilte er ihre übelsten Verletzungen, denn für eine komplette Heilung fehlte Ihm das Mana. „Das war genug Spass für einen Tag Verursacht, lass uns zurück zur Burg gehen. Ich bin wirklich erschöpft und habe nichtmal mehr die Kraft um einen Luchs zu rufen.“ Aber auch Verursacht war erschöpft, denn der Kampf gegen den letzten Troll hatte ihm alles abverlangt. Er wusste genau, dass er da jetzt liegen würde, wenn sein Bruder ihm nicht geholfen hätte. Mit schnellem Schritt liefen sie zurück zu dem Flusslauf und überquerten ihn. Als sie auf der anderen Seite ankamen und die Uferböschung hoch liefen, blickte Heilt sich noch einmal um. Vier Sarazenen waren ihnen gefolgt und nur 50 Meter hinter ihnen. Mit seinem letzten Mana rief Heilt noch einmal die Wurzeln zu Hilfe und Algen und anderes Wasserkraut verhedderte sich um die Glieder der Bogenschützen. Verursacht wollte sie angreifen und war die Uferböschung schon wieder halb runter gelaufen als ihn Heilts Ruf stoppte. „Franur nein, wir sind beide erschöpft und ich habe kein Mana mehr zum Zaubern, das schaffen wir nicht, lass es sein.“ „ Das ist wie Enten im Eimer jagen, sie sind wehrlos komm die schaffen wir“, rief Verursacht. Er war in einen regelrechten Rausch verfallen und hielt sich für unbesiegbar, bis ein Pfeil in seinen Oberschenkel ihn davon überzeugte, dass festgehaltene Bogenschützen sich trotzdem wehren können. Brummelnd drehte er sich wieder um und folgte seinem Bruder zurück zur sicheren Festung.
    Abends saßen sie mit anderen Hibernianern im großen Saal und feierten ihr erstes Scharmützel. Sie wussten sie hatten viel zu erzählen, wenn sie das nächstemal die Schmiede ihrer Eltern besuchen würden.
    Hier endet diese Episode von Heilt und Verursacht. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen.
    Gruss, Heilt Kopfschmerzen.
    als Gott mich schuf wollte er bloß angeben

  2. #2
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    Sehr schön geschrieben.. bitte mehr davon

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