Hibernias Blut unterwegs
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Thema: Hibernias Blut unterwegs

  1. #1

    Standard Hibernias Blut unterwegs

    An dieser Geschichte habe ich jetzt an die 2 1/2 jahre geschrieben, mir fehlte teilweise die zeit, manchmal auch die Lust aber jetzt endlich ist sie fertig.
    Ich hoffe sie gefällt euch.

    Hibernia´s Blut unterwegs

    Etwas in Gedanken versunken durchstreifte Granduk ein Kobold Bogenschütze den Wald in der Nähe der großen Höhle die alle nur die Passage der Konflikte nannten.
    Die am meisten gefürchtesten Mörder und Halunken aus Nah und Fern hatten da ihren Unterschlupf gefunden, von den anderen viel unheimlicheren Geschöpfen die tief unten in diesem verzweigten Höhlenlabyrinth haußten ganz zu schweigen. Angeblich konnte man sogar durch diese Höhlen nach Hibernia oder sogar Albion gelangen.
    Natürlich nur wenn man lebendig hindurch kam.
    Granduks Gedanken schweiften etwa 1 Woche zurück. Der älteste Schamane in seinem Dorf hatte ihm eine glänzende Zukunft vorhergesagt. Granduks Wort hatte trotz seiner jungen Jahren schon Gewicht in den Versammlungen und Besprechungen. Er war nicht vorwitzig oder dreist, galt als besonnen und überlegte es sich 2 mal bevor er was sagte. Aber wenn er dann sprach hatte es immer Hand und Fuß.
    Auch Mikkelas Vater hatte seine Einwilligung gegeben , das Granduk Ihr den Hof machen durfte , und hatte es deutlich gemacht das er nichts gegen eine Heirat einzuwenden hätte. Granduk tastete nach seinem Gürtel, es war ein sehr schöner Gürtel mit aufgenähten Ruhnen die Ihm Kraft und Geschicklichkeit geben sollten. Mikkela hatte ihn selber angefertigt, denn sie war in solchen Dingen sehr geschickt. „Solange du diesen Gürtel trägst, werde Ich immer wissen das es dir gut geht“ mit diesen Worten schlang Sie den Gürtel um seine Hüften und der anschliesende lange Kuss besiegelte das Versprechen. 2 Wochen musste er sich noch gedulden, dann konnte er seine geliebte Mikkela wieder in die Arme schliessen.
    Er war mit einem mittelgrossen Jagttrupp unterwegs, um das ein oder andere schöne Stück von den Banditen der Passage zu erbeuten. Vielleicht sogar ein besonders schönes Medallion das sich als Hochzeitsgeschenk gut machen würde, oder einen schönen Ring. Jetzt gerade hatte er leider einen sehr eintönigen Job. Wache laufen büürgs , " Hier verläuft sich doch eh keiner hin " hatte er noch zu Pankaus dem Anführer gesagt, aber der blieb hart. " Albionische Spione sind schon überall gesichtet worden, und wir wollen auch nicht die Hibernianer vergessen. Pass du auf das uns keiner in den Rücken fällt , in 3 Stunden kommt deine ablösung ".
    Also stapfte Granduk durch den Schnee, nur leider nicht so aufmerksam wie es Sinn gemacht hätte. Ziemlich tief in sehr schönen Gedanken an Mikkelas sanfte Rundungen vertieft umrundete Granduk eine grosse Tanne. Ein leises Knacken schreckte Ihn aus seinen Gedanken hervor, seine linke Hand glitt zum Kuhhorn um eventuell Alarm zu schlagen und die Rechte umfasste den abgewetzten Griff seines Langmessers. Leise wirbelte er herum, sein Blick zuckte von Rechts nach Links. Plötzlich fühlte er sich unendlich müde und schwach, aus seinen nun kraftlosen Händen, die zu heben er fast nicht mehr in der Lage schien, fiel beinahe sein Langmesser.
    Granduks Augen schweiften weiter nach links und da bemerkte er den Feind. Ein Lurikeen Champion rannte auf ihn zu, in den Augen eine Mischung aus Hass und Wut.
    "Alarm, Ich muss Alarm schlagen, Hibernianer greifen an " diese Gedanken wirbelten durch Granuks Kopf. Aber so schwer fielen ihm alle Bewegungen, die Magie des Champions hatte Granuk voll erwischt. Da war der Lurikeen auch schon bei Granuk angekommen, mit einer lässigen Handbewegung schwang er sein riesiges 2 Handschwert nach oben.
    Mitleid schimmerte für eine Sekunde in den Augen des Champions , dann griffen die Hände den Schwertgriff fester und es schwang in einem langen Bogen herab. Locker durchschlug die Klinge Granuks schwache hilflose Parade. Ein entsetzlicher Schmerz durchzuckte die gesamte linke Seite des glücklosen Kobold, seine Hand mit dem Kuhhorn fiel abgetrennt zu Boden. "Mikella, der Schamane hat sich geirrt ich werde dich nie wiedersehen, ooh Mikella " waren die letzten klaren Gedanken von Granuk. Dann gaben seine Knie nach und er sackte zu Boden. Den Tritt mit dem der Champion ihn umwarf um sein Schwert zu lösen bemerkte er schon nicht mehr. Und irgendwo tief in den verschneiten Bergen von Midgard brach eine junge Koboldin in Tränen aus um ihren so jäh verstorbenen Geliebten.
    Mit mehreren Ruckartigen Bewegungen zerrte der Lurikeen an seinem Schwert. "Meine Güte Muffmolch du hast Ihn fast halbiert. So was kann man auch sehr viel eleganter erledigen". Mit einer tänzelnden Schrittfolge trat Viti die Keltenbardin hinter einem Baum hervor. „Ich hätte Ihn ja auf einen lustigen Umtrunk einladen können, mit etwas Gebäck und einem Humpen Wein „ grollte der Champion der Bardin zu. „ Wein ? Wo gibt’s Wein?“ tönte eine tiefe Bassstimme von Links. Und hinter einem Baum trat ein mächtiger Firbolg Fian hervor. Sein Schuppenpanzer klirrte dabei leicht als er mit seinem großen Schild eine kleine Tanne beiseite drückte damit der weibliche Firbolg der hinter ihm kam es leichter hatte. Wie der Krieger war auch die 2 Gestalt in einen Schuppenpanzer gehüllt, aber zum einen eine Frau und zum anderen definitiv eine Druidin was man an ihrem Luchsfreund deutlich sehen konnte. Sie verdrehte leicht die Augen und warf Ihm einen vernichtenden aber auch liebevollen Blick zu. „ Baru du denkst mal wieder nur mit deinem Magen“ warf Sie Ihm vor. „ Immer wenn du was von Essen hörst kommst du Riesenbaby gesprungen“ meinte der kleine Champion. „ Sieh dich vor du halbe Portion, sonst werfe ich dich über den nächsten Baum. Ich habe nun mal einen Magen der fast deine Grösse hat, da muss nun mal viel rein“. Versuchte sich der Krieger zu verteidigen. „Firballa sag doch auch was“, hilfesuchend blickte er die Druidin an, aber die grinste nur. „Jetzt stell dir vor dein Gehirn wär so groß wie dein Magen was du dann alles verstehen würdest“ meinte lachend eine in einer dunkelroten Robe gekleidete hochgewachsene Elfenmagierin. Jetzt musste Firballa aber ihrem Mann zur Seite stehen. „ Er hat andere > GROSSE < Merkmale Kamala“, hielt sie der Elfin vor. „Ja klar seinen Speer auf dem Rücken und den Humpen aus dem Er immer die flüssigen Vorräte der Tavernen plündert“ brachte sich ein neuer Teilnehmer ins Gespräch. „So da dann auch unser geschätzter Freund Anploe sich bequemt hat zu uns zu stoßen fehlt nur noch Chiemi und wir könnten dann mal endlich weiter gehen“ meinte Muffmolch. Eigentlich hieß er ja Kelsenelendril Flussläufer aber erstens war der Name allen viel zu lang und zweitens hatte er stets so eine Laune das seine Freunde ihn nur Muffy oder Muffmolch nannten. „Und obendrein ist Größe nicht alles, hab ich mal gehört“ meinte der kleine Champion. „Sie hat gelogen, Muffy “ tönte eine sanfte Stimme von links, und mit einem leichten Wiegen in den Hüften trat eine hübsche Keltin aus dem Dickicht. Auch sie trug einen Schuppenpanzer, hatte aber genauso wie Anploe die Zeichen eines Hüters auf ihrem Gürtel. Ihre blaue Gesichtsbemalung verlieh ihrem Gesicht etwas Geheimnisvolles. Sie warf Anploe einen kurzen Blick zu und der Kelte errötete genauso wie sie es erwartet und erhofft hatte. Das dass mit den Beiden irgendwann mal ernster werden würde war allen hier auf der Lichtung klar – nur war Anploe irgendwie zu feige sie mal anzusprechen. Ein Fels in der Schlacht aber in Herzensangelegenheiten so hilflos wie ein Neugeborenes.
    Das war also die kleine Streitmacht die losgezogen war aus dem fernen Hibernia um in Midgard Abenteuer zu erleben und Gold und Geschmeide zu erbeuten. Der Speerfian Baru und der Champion Muffmolch bildeten die Schlagkräftige Seite, die beiden Keltenhüter konnten ebenfalls sehr gut kämpfen und würden mit Unterstützenden Zaubern die Kämpfe leichter machen. Firballa würde mit ihren Heil und Verstärkungszaubern die kommenden Gefechte erheblich mildern. Die Magierin Kamala würde sich gegnerischer Zauberer annehmen und die süße Bardin Viti, deren Musik selbst wilde Bären besänftigen konnte , würde dafür sorgen das sie immer beschwingt die Aufgaben die kommen würden schaffen konnten. Es war ein Teil der Gilde Hibernia´s Blut wie man an ihren Umhängen und auf den Schilden deutlich sehen konnte. Das Wappen das sie zierte war sehr deutlich zu erkennen. Die Grundfläche war mittig in Längs und Waagerecht geteilt, die jeweils diagonal liegenden Rechtecke waren Rot und Weiß und in der Mitte regte sich drohend und mutig ein stolzer Hengst auf seine Hinterläufe.
    „Ich hätte den Kobold ja ganz einfach so erledigt“ meinte Baru und schwang mit der Rechten seinen mächtigen Speer wie ein normal gebauter Mann einen Ast. Eigentlich sollte der Speer in die große Eiche schlagen, die etwas abseits von der Gruppe stand, aber statt eines hellen Plock ertönte ein dumpfer Schlag und ein abgehacktes Stöhnen dem ein schmerzhaftes Ausatmen folgte. Ruckartig zog Baru seinen Speer zurück, von dem Blut tropfte.
    Mit einem ungläubigen Staunen in den Augen stolperte ein perfekt getarnter albionischer Minnesänger auf die staunende Gruppe zu. Sofort sprangen Muffmolch und Baru schützend vor Kamala doch der feindliche Spion und Attentäter war keine Gefahr mehr. Der absolut ungezielte und unbeabsichtigte Speerstoß hatte seinen Hals durchbohrt. Mit einem letzten ungläubigen Blick auf Baru brach der Minnesänger zusammen.
    „Albs?? Hier?“ zischte Muffy „verdammt die kommen doch immer im Rudel und dann wenn man sie nun wirklich nicht erwartet“. Nun zeigte sich wie eingespielt die Gruppe war, denn sofort bildeten Sie ein Dreieck mit Muffmolch und Baru an der Spitze , dazu nach hinten etwas versetzt Anploe rechts und Chiemi links wärend Firballa , Kamala und Viti sich in die Mitte bewegten. Egal von wo nun der Feind auftauchen würde, er würde in die Klingen der Kämpfer sehen wärend ihm Kamala die Zauber um die Ohren hauen würde. Alle waren Sie nun angespannt , die Neckereien und Späße waren vergessen , selbst Viti war konzentriert denn jeder wusste, nun würde es mit etwas Pech haarig werden können, denn eine Albische Jagdgruppe war ein schwerer Gegner wie ein einzelner Bogenschütze oder Spion.
    Und da brach auch schon ein in einen wattierten Waffenrock gehüllter Ordenskrieger durch das Dickicht. Sein beidhändig geführter Kampfstab mit den schweren metallenen Enden glitt Kampf und Parade bereit durch die Luft. Baru überlegt kurz, in dem nun folgenden Kampf würde er sich mehr auf sein Breitschwert und Schild verlassen müssen, also war der Speer über. Er packte ihn fester, hob den Speer leicht an und warf diesen dann auf den Ordenskrieger. Damit hatte dieser nicht gerechnet, verzweifelt lies er seinen Stab kreisen aber Baru hatte zu gut gezielt. Der Speer durchschlug die verzweifelten Abwehrbemühungen locker und drang eine Handbreit unterhalb des Schlüsselbeins in die linke Seite, durchbohrte den Waffenrock als wäre er aus Papier und nagelte den Albion an die Tanne die hinter Ihm stand. „Mit nem vernünftigen Kettenhemd oder Schuppenpanzer wär dir das nicht passiert“ warf Baru dem entsetzten Albion entgegen.
    Mit einem unzählige Male geübten Griff zog Baru sein Breitschwert aus der Scheide und kontrollierte mit einem raschen Blick die Riemen seines Schildes auf sicheren Halt.
    Zu seiner Linken befand sich der kleine Lurikeen Champion Muffmolch 3 Schritte neben Baru um diesen nicht im Kampf zu behindern wohl wissend das die Region um die Beiden für jeden Gegner ein Aufenthalt in einer Todeszone war. Sie waren schon gemeinsam durch viele große und kleine Gefechte gegangen und daher ein eingespieltes Team. Hinter Ihnen machten sich auch Anploe und Chiemi kampfbereit. Die Schwerter wurden umfasst die Schilde gegriffen und Anploe zog schnell seinen Gürtel etwas enger. „Ich sollte langsam anfangen etwas weniger zu fressen sonst brauch ich bald ne neue Hose“. „Ich wüsste eine Art von Training bei der du garantiert Gewicht verlieren würdest“ rief Chiemi Anploe zu. „Ja und vorher seine Hosen“ warf Kamala etwas spitz ein. Der Elfin ging dieses Geturtel von Chiemi langsam an die Nerven. Elfen waren in der Beziehung viel weniger direkt als die Menschen. Allerdings wusste Kamala das Chiemi langsam die Ideen ausgingen, wie sie Anploe rumkriegen konnte. Noch heute lachte die Gilde immer wieder gerne über das soo romantisch geplante Picknick der beiden das Chiemi liebevoll arrangiert hatte. Erst suchte Anploe stundenlang nach dem perfekten Platz um sich dann für eine Lichtung nahe Mag Mell zu entscheiden. Alles war perfekt gewesen, bis die Zeigefinger langen roten Ameisen auftauchten. „Es hätte geklappt, Ich hatte Ihn schon so weit Er hätte mich geküsst Ich weiß es“ schimpfte Chiemi später in Firballas Zimmer wo Sie einen kühlenden Kräutersud gegen die Bisse bekam. „Hätten diese blöden Ameisen nicht eine Stunde später kommen können“? Firballa lachte „Deine Chance wird kommen, Du wirst schon sehen“ meinte die Druiden bloß. Die Chance kam dann nach 3 Wochen. Die Gilde war nach Atlantis teleportiert um sich die neuen Länderein mal anzusehen und das ein oder andere mächtige Artefakt zu erbeuten. Chiemi schlug Anploe dabei vor doch gemeinsam baden zu gehen, und dieser willigte ein denn sie waren in Stygia und diese Region ist unendlich sandig und staubig. Natürlich musste Anploe wieder den >Perfekten< Platz suchen, und fand diesen auch. Eine lauschige sandige Bucht nicht zu weit vom Lager der Gilde entfernt, aber doch weit genug das nicht jeder vorbei kommen würde. Das diese Bucht das Brutgebiet der schwarzen Flusskrokodile war dafür konnte Anploe nun wirklich nichts. Später dann im Lager als Firballa der armen Hüterin die klaffende Wunde am linken Oberschenkel verband und mit Heilmagie versorgte weinte Chiemi in ihren Armen. „Was mach Ich bloß falsch? Liegt es an Mir? Warum bekomm ich Ihn nicht in mein Bett?“ In diesem Moment kam Muffmolch vorbei und begutachtete den nackten Oberschenkel.
    „Meinst du Anploe wird die lange Narbe gefallen?“ Chiemi fuhr hoch „Du kleiner gemeiner au tut das weh wenn ich dich aua in die Finger bekomme aaaah werde deinen kleinen mickerigen aua Hals umdrehen“ Muffy lief lachend weg und die verletzte Hüterin sank erschöpft nach hinten. „Und wenn diese kleine Ratte recht hat? Wenn er mich nun gar nimmer ansieht? Wie hast du Baru dazu bewegt dich zu nehmen?“ Firballa lief rot an „ das willst du bestimmt nicht wissen“ stammelte sie verlegen. „Sie hat sich nur in Unterwäsche vor mich gestellt und gesagt Ich solle sofort in Ihr Zimmer kommen“ meinte in diesem Moment der vorbeischlendernde Baru. „Das hätte dir Riesenbaby so gefallen“ warf Firballa ein. „Nein ganz so war es nicht , Ich arbeitete als Heilerin in Druim Ligen als Er verletzt von seinen Freunden angeschleppt wurde. 4 Pfeile steckten in seinem Körper und Ich hatte eine menge Arbeit mit Ihm. Er kam dann immer wieder mal vorbei und irgentwann überraschte er mich und meinte ob Ich nicht mit Ihm zusammen Abenteuer erleben wolle. Nunja und der Rest ist Geschichte“.
    Daran musste Kamala gerade denken, aber bevor jedoch Chiemi antworten konnte tauchten die restlichen Albions auf.
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    Ein hünenhafter Highlander in einem Plattenpanzer gehüllt trat mit einem mächtigen Schwert in der Rechten und einem großen Schild in der Linken auf Baru zu. Dieser wartete kurz ab was sein Gegenüber tat, um die passenden Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Baru sah das ein zweiter , etwas kleinere Kämpfer neben den Highlander trat, wusste diesen aber in Muffys fähigen Händen. Da hob der Highlander sein Schwert und rannte auf Baru zu. Dieser stemmte den linken Fuß leicht versetzt nach hinten in die Erde, um den folgenden Aufprall abzufangen und den Highlander Gebühren empfangen zu können. Wie erwartet hob dieser seinen Schild um Barus Schwert abzuwehren und seinerseits eine Lücke in Barus Deckung zu finden. Allerdings war der Highlander zwar gross und massig für einen Albion aber locker 25kg leichter und einen guten Kopf kleiner wie Baru. Und der Highlander griff an, war also in Bewegung wärend der Fian da stand wie eine Steinmauer. Kurz vor dem Aufprall zog Baru seinen Schild dicht an den Körper , lehnte sich etwas zurück und schnellte dann wie eine angreifende Schlange mit seinem gesamten Körpergewicht und dem Schild nach vorne. Dadurch das der Highlander in vorwärts Bewegung war hatte er diesem Hieb nichts entgegenzusetzen. Der harte Aufprall rammte seinen Schild heftig gegen Oberkörper und Gesicht , mehrere Zähne verließen schlagartig ihren angestammten Platz im Unterkiefer und landeten in der Mundhöhle. Durch die Unterstützenden Zauber von Firballa war Baru unglaublich Stark und Wendig, durch den harten Aufprall und den Schmerzen im Kiefer verlor der Highlander kurz seine Konzentration, seine Aufmerksamkeit litt und sein Schwertarm stand nicht optimal. Diese kurze Unachtsamkeit reichte einem erfahrenen Krieger wie Baru völlig, mit einem Schlenzer aus dem Handgelenk drehte er sein Schwert so das es statt Senkrecht in den Himmelzeigend um parieren zu können nun waagerecht zum Körper des Feindes zeigte. Mit dem eigenen Schild den Schild des Gegners leicht zur Seite gedrückt und die Achsel des Highlanders lag offen vor ihm. Panik spiegelte sich in den Augen des Highlanders als er begriff was Baru vorhatte. Hektisch versuchte er noch den Schwertarm heruntersausen zu lassen, aber es war zu spät. Barus Schwert durchstieß den Plattenpanzer und drang tief in die Achsel des Highlanders ein, touchierte die rechte Lunge und wurde dann zurückgezogen. Schwer wenn nicht tödlich verletzt rutschte der Highlander zur Seite, als ihn seine schwächer werden Beine nicht mehr halten konnten. Baru sah sich um, sein eigener Kampf hatte nur Sekunden gedauert aber das hatte gereicht um aus der beschaulichen Lichtung ein Schlachtfeld zu machen.
    Neben ihm kämpfte Muffmolch mit dem Kämpfer den er selbst noch kurz gesehen hatte. Es war ein Sarazene mit 2 Schwertern, vom Kampfstil her ein Söldner, ein fieser Gegner der gerne auf schmutzige Tricks zurückgriff. Auch Anploe und Chiemi waren in Gefechte verwickelt, Anploe hatte einen Bogenschützen in ein Nahgefecht verwickelt aus dem Er sicher siegreich hervorgehen würde. Chiemi hatte sich einen Paladin als Gegner ausgesucht, einen schweren Gegner da seine Gesänge und Götteranrufungen Ihm sehr halfen. Gerade als Baru Chiemi zu Hilfe eilen wollte sah er von Rechts einen Feuerball auf sich zufliegen. „Magier achtung Feuermagier“ konnte er gerade noch seine Freunde warnen, dann musste er sich selber hinter seinen Schild ducken um nicht als Grillfleisch zu enden.
    Muffmolch sah den großen Highlander auf Baru zustürmen, „au man die lernen es nie“ dachte er sich „das haben schon so viele versucht, lernen die denn nicht das man ein größeres massigeres Ziel nicht Frontal angreift“? Da bemerkte er den kleineren Krieger der auf Ihn zukam. Auch dieser war in ein Kettenhemd gehüllt hatte allerdings in jeder Hand ein Schwert die Er selbstbewusst kreisen lies. Es war ein dunkelhäutiger Sarazene in etwa so groß wie Anploe und damit reichte ihm Muffmolch gerade bis zur Schulter wenn man Muffmolchs Helm mit berücksichtigte.“ Kettenhemd zwei Schwerter das müsste ein Söldner sein“ überlegte sich Muffmolch. Söldner waren ernstzunehmende Gegner denn sie waren flink und kannten eine Menge schmutziger Tricks, aber die kannten Champions auch.
    Muffmolch konzentrierte sich auf seine Magie und lies einen Strom wilden Manas los, dass wie ein Blitzschlag in die Brust des Söldners schlug und diesen leicht verletzte. Dann folgten gleich die anderen Zauber die Champions beherrschen und die diese so gefährlich machen. Diese Zauber werden Debuffs oder auch Behinderungszauber genannt, denn sie nehmen einem Gegner für eine kleine Weile gewisse Fähigkeiten und schwächen Ihn damit ganz erheblich. Muffmolch konzentrierte sich auf den Söldner und vor seinem geistigen Auge stellte er sich vor wie dieser schwächer wurde, und langsamer wie Ihm alle Bewegungen und Taten so schwer fielen.
    Etwas benommen und verwirrt schüttelte der Sarazene den Kopf. Die Zauber taten ihre Wirkung zwar nicht so stark wie bei dem abgelenkten Bogenschützen aber immerhin. Und da war der Sarazene auch schon heran, das rechte Schwert sauste in einem schwungvollen Bogen von Rechts Oben nach Links Unten und die linke Klinge zog einen Fiesen Waagerechten Strich der wenn er getroffen hätte, Muffmolch glatt enthauptet hätte. Aber der kleine Champion durchschaute die Finte mit der rechten Klinge. Der hohe Bogen sollte den Blick fesseln wärend die Linke den tödlichen Streich ausführte. Nun Muffmolch war alles andere als unerfahren und kannte diese Art des Kampfes, Er schritt näher an den Sarazene heran und befand sich zu dessen Überraschung plötzlich hinter den Schwertern, und hieb diesem mit aller Macht den Schwertknauf vor die Brust, was schon übel genug gewesen wäre, aber Muffmolch Schwertgriff hatte unten eine fast 12 cm lange Klinge die nun die Rüstung und den Solarplexus des Sarazenen perforierte.
    Die beiden Schwerter des Sarazenen beendeten Ihre Laufbahnen und es sah aus als würde dieser den kleinen Champion umarmen, aber die Arme hatten keine Kraft mehr, mit schmerzerfüllten Augen und nach Atem ringend stolperte der Söldner nach hinten, aber bevor Ihm einer der Albionischen Magier oder Heiler helfen konnte setzte Muffmolch nach. Nun schwang er sein großes Schwert von rechts oben auf den Sarazenen zu, durchschlug dessen hastige Abwehr und riss es dann sein Großschwert Waagerecht herum. Auf dem Kettenhemd des Söldners zeichnete sich plötzlich ein Riss ab, hoch von der linken Schulter bis eine Handbreit über den Gürtel, dann quer über dem Bauch dem Gürtel folgend. Zuerst war nur wenig Blut zu sehen, aber als sich der Sarazene bewegte klaffte die Wunde auf und der Söldner brach zusammen. Hier brauchte kein Heiler mehr Mana für einen Heilzauber zu verschwenden. In diesem Moment sah Muffmolch einen magischen Feuerball von der Linken Seite auf Baru zufliegen, er wollte diesen noch warnen, aber Baru riss schon seinen Schild hoch und fing das magische Geschoss ab.
    Anploe sah zu wie Baru und Muffmolch die erste Reihe der Feinde aufhielten und wusste das so schnell niemand aus dieser Richtung kommen würde, sein Blick schweifte über die rechte Seite und mehr aus den Augenwinkeln bemerkte Er einen huschenden Schatten .Ein bretonischer Bogenschütze hatte versucht sich hinter die Gruppe zu schleichen um dann von hinten üblen Schaden mit seinem Bogen anrichten zu können. Schnell schwang Anploe herum und stellte den Bretonen. Dieser schwang seinen Bogen auf den Rücken zog ein langes Messer und einen kleinen Schild und griff an. Das mit Nieten und Metallbändern verstärkte Leder des Bretonen knarzte leise als er angriff. Die ersten Hiebe und Stiche die die Beiden Austauschend waren nur Geplänkel und dienten dazu den Gegner einzuschätzen. Anploe merkte rasch das er einen erfahrenen Gegner vor sich hatte, der Bretone hatte schon mehrere gefährliche Angriffe ausgeführt, die Anploe alles an Geschick und Erfahrung abverlangt hatten. Im Gegenzug hatte der Bretone allerdings eine lange Schnittwunde am rechten Unterarm hinnehmen müssen, die aber schlimmer aussah als sie tatsächlich wahr. Nun griff der Bretone wieder an , den kleinen Schild abwehrbereit an sich gepresst stieß er sein Messer vor , um es dann in einem üblen Schlenker herum zureißen. Auf so einen Schlag war Anploe nicht vorbereit, besser gesagt so einen Hieb hatte er noch nie gesehen, zwar konnte er den ärgsten Schaden verhindern, aber die Attacke war sehr genau ausgeführt worden und traf Anploe in die Seite. Anploe warf sich in die andere Richtung, musste aber einen schmerzhaften Stich hinnehmen, als die Spitze des Messers das Kettenhemd durchbohrte und etwas in seine linke Seite fuhr. Sein eigener wilder Gegenschlag wurde von dem Schild des Bretonen abgeblockt, etwas außer Atem standen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Wieder griff der Bretone an, diesmal allerdings mit einem Hieb der auf den Magen von Anploe gerichtet war, aber mit einem solchen einfallslosen Hieb konnte man Anploe nun wirklich nicht überraschen. Anploe parierte die gegnerische Klinge und konterte mit einer Riposte die den Gegner sichtlich überraschte. Hart schrammte sein Schwert am Messer des Bretonen entlang, und eigentlich unbeabsichtigt schlug sie diesem den Zeige- und Mittelfinger ab, denn das Messer hatte keinen Griffkorb um die Hände zu schützen, sondern nur eine kleine Querstange die durch die Parade in die falsche Richtung zeigte. Das Messer fiel dem Bretonen aus der Hand , denn er konnte es ja ohne die Finger nicht mehr halten, er warf den kleinen Schild mit einer wilden Bewegung in Richtung Anploes und fuhr herum um wegzulaufen. Anploe blockte das hastig geworfene Schild mit seinem eigenen Schild ab, und stieß sein Schwert tief in die ungedeckte Nierengegend des Bretonen. Dieser richtete sich auf als der heftige Schmerz Ihn durchfuhr, ging noch mit steifen Beinen einige Schritte und fiel dann wie ein gefällter Baum auf sein Gesicht. Da er keinerlei Abstütz versuche unternahm wusste Anploe das er tot oder zumindest bewusstlos war. Schnell sah sich Anploe um, klar Baru und Muffmolch hatten ihre Gegner längst erledigt, Baru war am qualmen hatte also irgendeine Magieattacke über sich ergehen lassen müssen, aber Chiemi oh Schreck sie stand nicht gut da sie brauchte Hilfe seine Hilfe. Der Paladin trieb sie vor sich her, sie war keine wirkliche Gegnerin für einen so gefährlichen Feind.
    Kamala sah den Beginn des Kampfes mit typischer elbischer Gelassenheit, sie wusste das in den ersten Minuten nur die Klingen sprechen würden, da konnte Sie eh nichts ausrichten. Erst wenn die feindlichen Magier in Erscheinung traten kam ihre Stunde. Oder wenn einer ihrer Freunde ernster verletzt wurde und sie ihn mit Magie heilen musste. Aber danach sah es zur Zeit nicht aus. Muffmolch und Baru erledigten ihre ersten Gegner in gewohnt kurzer Zeit, und auch Anploe hielt sich auch wacker gegen den Bogenschützen, aber bei Chiemi sah es doch ernster aus. Der Paladin drängte sie langsam aber sicher zurück, seine Schläge mit dem Streitkolben kamen sehr schnell und sehr sicher. Bis jetzt half Chiemi nur ihre Behendigkeit. Gerade als Kamala einen Zauber auf den Paladin wirken wollte sah sie einen grossen Feuerball auf Baru zufliegen und hörte seinen Warnruf. Suchend blickte sie sich um, wo war der Feuermagier? Wo versteckte sich der verhasste Feind? Plötzlich sah sie einen schlanken hochgewachsenen Avalonier hinter einem Baum stehen. Einen runengeschmückten Stab in der Hand sah er konzentriert auf die Kämpfer und fing an einen neuen Zauber zu wirken. Diesmal schien Muffmolch sein Ziel zu sein, und der kleine Champion hatte keinen Schild um den Zauber abzuwehren. Schnell sammelte sich Kamala, konzentrierte sich auf den Magier und zauberte ihren stärksten Angriffszauber. Unter ihrem Angriff ging der Magier in die Knie, unglaublich heftige Kopfschmerzen zermarterten sein Gehirn. Ein heller Strom roten Blutes floss aus seiner Nase. Schnell zauberte Kamala einen zweiten Zauber und starke Krämpfe durchzuckten den Avalonier. Der würde so schnell keine Feuerbälle mehr werfen. Da sah sie Muffmolch loslaufen und sich auf den Heiler der Feinde stürzen, der arme Kleriker würde keine großen Chancen haben, denn Baru stürmte mit auf ihn zu.

    Chiemi sah den Paladin singend auf sich zu laufen, es war ein Highlander in einem schweren Plattenpanzer. Sein Streitkolben leuchtete Blutrot und auf seinem großen Schild prangte eine rennende Wildsau mit feurigen Augen. Der Paladin schlug mit aller Macht zu, der Hieb kam so gewaltig das Chiemi gar nicht erst versuchte ihn zu parieren oder zu blocken, behände sprang sie einen Schritt zurück und lies den Angriff ins Leere laufen. Noch im Sprung zuckte ihr Schwert wie eine angreifende Schlange vor wurde aber von dem Schild des Gegners abgefangen. Wieder sauste der Streitkolben auf sie zu, diesmal allerdings waagerecht und gezielter. Dröhnend schlug er in der Mitte ihres Schildes ein, so das der gesamte linke Arm schmerzte. Noch so einen Treffer und sie würde den Arm nicht mehr heben können, wurde ihr schlagartig bewusst. Wieder wich Chiemi etwas zurück und suchte verzweifelt eine Schwachstelle beim Gegner. Aber der wehrte alle ihre Attacken lässig ab, und setzte ihr übel zu. Rein kraftmassig war ihr der Highlander weit überlegen, immerhin ging sie ihm ja auch nur bis zur Brust, hatte damit also auch einen gehörigen Reichweiten Nachteil. Aber dafür war sie viel flinker das musste sie jetzt nur einsetzen können. Zuerst musste sie mal dafür sorgen das seine Gesänge und Gebete aufhörten, das würde den Paladin doch schon mal etwas schwächen. Selbstbewusst wie Paladine nun mal waren setzte dieser einen schritt vor, schwang den Streitkolben in einem Unterarmschwung nach oben und hätte Chiemi um haaresbreite voll in den Unterleib getroffen, nur mit einem erneuten Sprung nach hinten konnte sie diesem Fiesen Schlag ausweichen, durch diesen Fehlschlag aber aus dem Gleichgewicht gebracht strauchelte der Paladin. Nur leicht zwar und fing sich auch gleich wieder, aber einen Moment stand seine Deckung nicht optimal, und in einem raschen Querschlag rauschte Chiemis Klinge durch die Luft, und durchschlug die Wangen des Paladins. Plötzlich hatte dieser ein Grinsen von Ohr zu Ohr. Mit einem überraschten Gesichtsausdruck blickte der Highlander auf die Schwertspitze die plötzlich aus seiner Brust ragte, und brach dann zusammen als dieses ruckartig nach hinten weggezogen wurde. „Sah so aus, als ob die etwas Hilfe gebrauchen konntest“ meinte Anploe und sah Chiemi an. „Ich hatte den genauda wo ich Ihn haben wollte“ meinte Chiemi außer Atem, „ noch zwei drei Hiebe und er wäre gefallen“.
    Firballa hatte die ersten Minuten des Scharmützels noch nichts zu tun, erst wenn einer Ihrer Freunde verletzt werden würde, wären ihre Heilkräfte gefordert. Die ersten Feinde fielen unter den Klingen von Muffy und Baru gewohnt schnell. Die beiden waren im Nahkampf eine echte Bedrohung für jeden. Die magische Attacke auf Baru wurde gefahrlos von diesem geblockt, Firballas Herz schlug trotzdem schneller als sie ihren geliebten Mann den Feuerzauber blocken sah. Das hätte leicht anders ausgehen können. Der Kleriker sah Muffmolch und Baru auf sich zurennen und machte auf dem Absatz kehrt, aber so leicht wollte es ihm Firballa nicht machen.
    Sie konzentrierte sich kurz und allerlei Wurzeln und Ranken schossen aus der Erde und umwickelten die Beine des Heilers. An Flucht war nicht mehr zu denken und an ein längeres Leben auch nicht, denn da waren die beiden schon an ihn heran gerannt. Gewohnt massig rannte Baru in den Kleriker rein, wie ein angreifender Stier rammte er den Feind mit seinem gesamten Körpergewicht, das Schild wie eine Ramme vor sich haltend. Muffmolchs Zweihänder sauste Schwungvoll auf den stolpernden und stürzenden Kleriker zu, eine klaffende Wunde öffnete sich in der Körpermitte und Sterbend brach der Kleriker zusammen.
    Viti schaute sich prüfend um, der Kampf hatte keine 5 Minuten gedauert, und eine ganze Gruppe Albionischer Kämpfer lag sterbend oder Tot auf dem Waldboden. Mehr Feinde waren im Moment zwar nicht zu sehen, aber der Lärm des Kampfes war weithin hörbar gewesen. Bestimmt würden in kurzer Zeit neue Feinde kommen, um nachzusehen was hier passiert ist.
    Baru ging gerade auf den Ordenskrieger zu den Er am Anfang des Gefechtes an die Tanne genagelt hatte. Er lebte noch hatte aber seinen Stab verloren und umklammerte den Speer der ihn durchbohrt hatte. Baru griff den Schaft des Speeres und riss hart an diesem. Der Speer löste sich aus dem Baum und glitt aus dem Ordenskrieger herraus. Aufstöhnend ging dieser in die Knie, aber statt seine Wunde zu umklammern zuckte die Hand mit dem unverletzten Arm an den Gürtel, umfasste einen Dolch und dann sprang er mit aller Kraft auf Baru zu. Mitleid oder Schonung erwartete der Ordenskrieger nicht, denn dazu war die Feindschaft der 3 Reiche zu ausgeprägt. Aber Baru hatte mit diesem Angriff gerechnet, der Speer zuckte vor und durchstieß den ungeschützten Hals des Ordenkriegers. Mit einem letzten hasserfüllten Blick auf Baru brach dieser blutüberströmt zusammen, aus seinen kraftlosen Fingern fiel der Dolch zu Boden.
    Das alles sah sich Viti an, ihre dienste waren in diesem kurzen Gefcht glatt nicht gebraucht worden. Plötzlich riss sie ihre Augen auf, „Muffy nach links“ konnte Sie noch schreien dann zuckte ihr rechter Unterarm nach vorne und ein schweres Wurfmesser lag wie hineingezaubert in ihrer Hand. Wie ein Blitz flog die Klinge an Muffmolch vorbei der zur Seite hechtete. Träge überschlug sich das Wurfmesser in der Luft und traf den Magier voll in die Brust. Dieser hatte die Auswirkungen von Kamalas Zauber überlebt, und war gerade dabei eine magische Attacke in Muffmolchs ungeschützten Rücken zu werfen. Der Dolch in seiner Brust beendete seinen halbangefangen Zauber ruckartig. Unkontrollierte Energien überströmten die Hände aber das bekam der Magier schon nicht mehr mit. Zu gut hatte Viti gezielt und getroffen, und wie eine Marionette der man die Haltefäden durchtrennt brach der Albionische Magier zusammen.
    „Du musst mir das unbedingt mal beibringen Viti“ meinte Muffmolch begeistert „Diese kurzen Unterarmwürfe sind wirklich unnachahmlich“.
    Schnell wurden die Feinde nach Wertgegenständen durchsucht und ihre Taschen geleert. Der Magier hatte 2 sehr schöne Ringe die Kamala genauer ansah. „Die hier sind wirklich ausgezeichnete Stücke mühsam und kunstvoll verzaubert worden und haben einen recht hohen wert, leider nicht für uns, denn sie wurden an den Magier gebunden. Vielleicht könnte ein andere Feuermagier sie gebrauchen, aber wir nicht. Ich werde sie mitnehmen und zuhause studieren, so können vielleicht Firballa und Ich gemeinsam einen Zauber suchen um uns demnächst besser gegen die Feuermagie zu schützen. Viti zog ihren Wurfdolch aus der Brust des Magiers und wischte das Blut an dessen Umhang ab. Mit einer schnellen Tausendfach geübten Handbewegung verschwand er in der Unterarmhalterung. Klickend rastete die Feder wieder ein, die den Dolch bei Bedarf blitzschnell in die offene Hand beförderte.
    Chiemi sah sich das Schild und den Streitkolben des Paladins an, beide Sachen waren von einem Meisterschmied gefertigt. Allerdings war der Streitkolben viel zu gross und zu schwer für die Hüterin. „Kamala komm mal bitte her und sieh dir den Schild hier mal an. Ist er mit einer Schutzmagie versehen“? Bei einem Paladin war mit so was immer zu rechen, und schon so manch ein Hibernianer der aus einem Kampf siegreich hervorgegangen war, hatte dann seine Gier nach Beute teuer bezahlen müssen.
    Kamala schaute sich den Schild näher an, und versuchte die Aura zu erkennen. „Ein wirklich schönes Stück er verbessert die Parade und Blockfähigkeiten seines Trägers. Auch wirst du dich geschickter und schneller fühlen, wenn du ihn trägst. Aber einen Fallenzauber oder ähnliches kann ich nicht feststellen“. Chiemi sah sich ihren eigenen Schild an. Der mächtige Schlag mit dem Streitkolben hatte ihn in der Mitte übel erwischt. Einige Verstrebungen auf der Rückseite waren geborsten und das Metall selber stark verbogen. Ein erfahrener Schmied hätte ne ganze Menge Arbeit mit ihm, und so toll magisch wie der Schild des Paladins war er auch nicht. „Aber was ist das für ne Wildsau auf dem Schild? Da werden doch alle lachen“ meinte Chiemi etwas widerstrebend. „ Dann gibst du halt das Schild zu Hause einem Siegelmacher und im Handumdrehen prangt unser Gildenwappen auf dem Schild“ brach Muffmolch Chiemis letzten Widerstand. Mit dem Umhang des Toten putze Chiemi schnell die Blutspritzer von dem Schild und schon hatte sie einen neuen. „Liegt gut am Arm an“ meinte sie, „Albioner verstehen wirklich was vom Schmieden“.
    Schnell wurden die Taschen der toten Feinde nach Wertsachen und Gold durchsucht, und so manche Goldmünze wechselte den Besitzer. Viti rannte den kleinen Hügel hoch, über den die Albioner vorher gekommen waren, und kam sehr schnell zurück. „Wir müssen schnell weg da vorne kommen noch mehr Albs erheblich mehr Albs. Mindestens 2 Dutzend wenn nicht mehr“.
    „Also dann schnell in das Höhlensystem der Passage. Das ist so verzweigt da müssten wir uns verstecken können“ meinte Anploe. Gesagt getan die Gefährten setzten sich schnell von dem Kampfplatz ab und versuchten dabei möglichst wenig Spuren zu hinterlassen wohin sie sich wanden.
    Dunkel ragte der Eingang zur Passage vor ihnen auf. „Leise vielleicht haben die Midis noch mehr Wachposten aufgestellt“ raunte Kamala. „Mach dir nich gleich das Höschen nass Muffmolch und ich werden sich schon der Feinde annehmen“ meinte Baru dreist, rannte in die Höhle und mit einem lauten „Ufffff“ in den größten und hässlichsten Troll den er je gesehen hatte.
    Grunzer war schlecht drauf, na ja eigentlich war Grunzer immer schlecht drauf. Aber heute ganz besonders. Sein Stück Fleisch war ihm beim Essen runtergefallen und hatte es geschafft sich mehrmals im Dreck zu wälzen, so das es selbst für einen Troll ungenießbar wurde. Als er es fangen wollte hatte er es geschafft auch noch seinen Humpen Wein umzuschütten und Ihren Anführer Starkarm zu benetzen. Zur Strafe sollte er nun eine Doppelschicht Wache machen, und den Kobold Granduk ablösen.
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    Wie soll man Grunzer beschreiben? Groß sehr groß selbst für einen Troll. Er überragte die meisten Trolle locker um Kopfgröße, seine grünliche von Warzen und Beulen übersäte schuppige Haut machte ihn auch nicht schöner. Auf seinem langen Armen waren Inseln mit schwarzen borstigen Haaren, allerdings hatte er Muskeln wie kein anderer Troll. Er war das Ergebnis eines unglücklichen Zusammentreffens von der schwachsinnigen Tochter eines Hufschmieds und einer Gruppe Trollberserker. Von seiner Mutter hatte er seinen überragenden Verstand geerbt und von den Berserkern seine unbändige Kraft und sein aufbrausendes Wesen. Da eine vernünftige Rüstung bei seiner Statur sehr teuer war, und er nun wirklich alles andere als reich war, trug er eine bunte Mischung an Rüstungsteilen und Fragmenten. Seine Schuhe waren eine Maßanfertigung denn solche Quadratlatschen wie er hatte passten in keinen normalen Schuh. Der Schuster hatte ihm dafür 20 Goldstücke abgenommen, aber endlich musste er seine Füsse nimmer mit Lumpen umwickeln wie sonst. Die Hose aus Leder war ihm zwar um einiges zu kurz und an den Waden aufgeschnitten aber frieren tun Trolle eh nicht. Auf der Hose waren Metallschuppen und Ringe aufgenäht um mehr Schutz gegen Schwerthiebe zu bieten. Seine Jacke bestand aus mehreren Schichten dicken Echsenleders auf dem Handtellergrossen Metallplatten befestigt worden waren. Die Ärmel gingen eh nur bis zu den Ellenbogen und waren durch mehrere Lagen Kettenringe verstärkt worden, um den Schutzfaktor für die Oberarme zu verstärken.
    Naja dem Albion aus dessen Kettenhemd die Ringe gemacht worden war hatte es nicht helfen können.
    Auf dem Kopf saß etwas das man mit viel Verständnis fürs Metallhandwerk als Helm bezeichnen konnte. Bei seinem Gesicht wäre allerdings ein alter Blecheimer schon fast ne Verschönerung gewesen. Angeblich war er als Kind schon so hässlich gewesen das selbst seine schwachsinnige Mutter ihn nur mit verbundenen Augen stillen konnte. Aber ins Gesicht hätte ihm das keiner gesagt, der letzte der ihn schief angesehen hatte endete mit gebrochenem Genick in einer Ecke.
    Das einzig bemerkenswerte an ihm außer dem Gestank den er verbreitete, den Wasser war ja nicht zum Waschen da, war seine riesige Axt die er lässig mit der rechten Hand schwingen konnte. Er hatte schon viele Wetten damit gewonnen das andere diese Axt mit einer Hand überhaupt heben konnten geschweige denn vernünftig schwingen und zu kämpfen. Als Schild trug er eine Tür die er mal einer entsetzten Koboldsippe aus den Angeln gerissen hatte und die mit Metallbeschlägen noch verstärkt worden war. Es gibt in jedem Trolldorf einen Grunzer ( woanders Dorfdepp genannt) , aber jeder der ihn mal sah, wusste er ist DER GRUNZER.
    Grunzer ging also griesgrämig den Gang entlang und wartete eigentlich nur auf eine arme Seele an der er seine Wut auslassen konnte. Brummelig vor sich her murmelnd stampfte er um die letzte Ecke als eine hünenhafte Gestalt um die Ecke rannte und ihn beinahe umwarf.
    Geistesgegenwärtig schlug Baru sofort mit seiner Rechten zu und lies einen schnellen Hieb mit dem Schild nachfolgen, und musste fassungslos feststellen das seine Schläge an diesem massigen Muskelberg einfach verpufften. So was kam mehr als selten vor. Allen war klar das der Troll so schnell und so leise wie möglich fallen musste aber wie? Kamala zauberte ihren stärksten Angriffszauber – leider ging er auf das Hirn des Feindes und in diesem Fall bewirkte es nicht mal soviel wie ein Mückenstich auf einem Kuhschwanz. Grunzers Hirn war einfach zu klein und einfach gestrickt so das der Zauber seine verheerende Wirkung nicht entfalten konnte. Und der Gang war nicht breit genug das mehr als 2 Mann gleichzeitig angreifen konnten. Muffmolch stürmte auf den riesigen Troll zu und wurde abrupt durch einen Schuh der Größe Lurikeensarg gestoppt und 2 Meter weit zurückgetreten. Benommen rutschte er von der Tunnelwand herab und musste sich erst mal sammeln. Baru parierte die schwere Axt die der Troll nun in seine Richtung schwang mit seinem Schild, und wurde alleine durch die schiere Wucht des Aufpralls mehrere Schritte zurückgeworfen. „Bei allen Göttern der schlägt zu wie ein Drache tritt“ rief er auf, und ging seinerseits zum Angriff über. Doch sein Breitschwert endete in dem Schild des Trolls, und dessen Gegenangriff fegte das Schild des Fians zur Seite. Schutzlos lag die breite Brust des Hibernianers offen vor dem Troll, doch bevor dieser die momentane Schwäche ausnutzen konnte war schon Anploe zur Stelle und schlug mit seinem Schwert einen tückischen Hieb gegen den Oberschenkel des Trolls und musste sehr verwundert feststellen das er das Gefühl hatte gegen einen massiven Felsen zu schlagen. Leise erklang eine sanfte zarte einschmeichelnde Musik. Viti spielte sanft auf ihrer Flöte und die ruhigen besänftigenden Töne erreichten das Ohr des Trolls. Mit dieser Melodie hatte Viti schon Bären besänftigt und eingeschläfert denn die Töne hatten etwas bezaubernd-hypnotisierendes an sich und man konnte sich den Klängen nur sehr schwer entziehen. Auch der Troll war dagegen nicht immun, die Melodie lenkte ihn ab und seine Augen fielen ihm immer wieder zu. Mehrmals schüttelte er den Kopf und brüllte in der Sprache der Midgarder irgendetwas was die Gruppe nicht verstand, doch da fielen ihm schon die Augen zu. Tief einatmend sackte der Troll gegen eine Wand der Höhle und schlief durch die Bardenmagie verzaubert in einen tiefen Schlaf. Schnell huschte die Gruppe an ihm vorbei, denn einen erneuten Kampf gegen diesen Hünen wollte keiner riskieren.
    Etwas tiefer begann sich der Hauptweg der Höhle zu verzweigen. Links und rechts zweigten immer wieder Gänge vom breiten Mittelgang ab, und führten tief in die Dunkelheit. Allen war klar das sie nicht zu früh abbiegen durften, denn damit würden eventuelle Verfolger ja rechnen.
    Ein breiter anscheinend oft benutzter Gang zweigte nach links ab, die Gruppe blieb stehn und gemeinsam überlegten sie was sie machen sollten. „Wenn wir weiter dem Hauptweg folgen, werden wir bestimmt bald auf die restlichen Midgarder treffen , und die hier hausenden Strolche dürften auch bald in Erscheinung treten“ meinte Viti. In diesem Moment wurde der Gang links von Fakellicht erhellt , und man konnte die Stimmen mehrere Trolle vernehmen. „Rasch da vorne rechts geht ein kleiner Gang ab“wisperte Anploe der etwas weiter dem Hauptweg gefolgt war.
    Schnell huschte die Gruppe in den besagten Gang und Baru musste dabei sogar den Kopf einziehen der der Gang war bei weitem nicht so Breit und Hoch wie der Hauptweg. Kamala lies ein magisches Licht vor der Gruppe auftauchen, denn sie hatten natürlich ihre Fackeln ausgemacht als der feindliche Lichtschein auftauchte. Der Gang hatte ein leichtes aber stetiges Gefälle und machte mehrere abrupte Kurven, so das sie nach mehreren Minuten wieder Fackeln anzünden konnten, denn das blasse magische Licht war wirklich schwach. In dem Licht der Fackeln bemerkte Muffmolch plötzlich Zeichen an einer Wand, und blieb stehen um sie genauer in Augenschein zu nehmen. Es sah aus als hätte jemand mit einem Dolch versucht Schriftzeichen in den Stein zu ritzen. Er hielt die Fackel noch etwas näher und schrak zurück. Das waren eindeutig Lurikeen Runen, aber sie wirkten verzerrt so als hätte der Schreiber nicht mehr gewusst wie die Runen aussehen und welche genaue Bedeutung sie haben. Die erste Rune bedeutete Gefahr aber sie war falsch herum geritzt und lag um 90 Grad versetzt auf der Seite. Die 2 Rune war gar keine Rune sondern ein mühsam gezeichneter Totenkopf. Dann folgten die Runen für Dämon und Beschwörer, und immer wieder der Totenschädel. Viele Runen machten überhaupt keinen Sinn weil sie zusammenhangslos waren. Dann stand da alle verflucht und tot, aber nicht tot. „Wie Tot aber nicht Tot?“ Muffmolch schüttelte den Kopf. Der Schreiber war eindeutig verrückt gewesen, er blickte sich um und bemerkte das der Rest der Gruppe schon weitergegangen war, und rannte hinter ihnen her. „Kelsenelendril geht weg, kommt nicht näher, flieht solange ihr noch könnt“ wisperte eine leise Stimme in sein Ohr „Hier wartet nur der niemals endende Tot auf euch“. Muffmolch sah sich verwundert um und rannte in Anploe, denn der hatte sich auf die Suche nach Ihm gemacht. „Muffy wie siehst du denn aus? Hast du einen Geist gesehen?“ wollte Anploe wissen. „Neeee wie kommst du denn darauf“ meinte Muffy schnell, „aber kaum dreht man sich um seit ihr weg und ich muss euch dann wieder aus irgenteinem Schlamassel befreien“. Muffmolch hatte beschlossen nichts von den Runen und der Geisterhaften Stimme zu sagen, hatte er sich eh nur eingebildet redete er sich ein. In dunkelen Höhlen fühlte er sich immer etwas unsicher, aber das würde er niemals nie zugeben. Gedanken machte er sich aber schon, so viele kannten nun auch nicht seinen richtigen Namen, ob sich Anploe einen Scherz erlaubt hatte? Prüfend blickte er Anploe von der Seite an, nein der sah aus wie immer, kein verschmitztes Grinsen oder ähnliches verriet etwas. „Kelsenelendril geht weg“ Anploe sah Muffmolch zusammenzucken und sich umblicken. „Was ist? Hörst du was?“ Wollte Anploe wissen. Muffmolch sah ihn unsicher an „Ich höre immer eine Stimme die sagt wir sollen verschwinden“, „Also ich hab nichts gehört“ meinte Anploe. „Ist es vielleicht deine Nervosität die du immer in Höhlen hast?. Muffmolch sah Anploe wütend an „Ich bin nicht nervös in Höhlen“ fuhr er Anploe an und reckte sich zu seiner vollen Grösse von 1.60m. Ich bin ein
    C H A M P I O N die werden nicht nervös”. Sprachs und stolzierte auf den Rest der Gruppe zu die einige Meter weiter standen. Chiemi gesellte sich zu Anploe und bemerkte viele Schweißtropfen auf seiner Stirn „ nah hat Muffy wieder seine Höhlen Nervosität?“ wollte sie eigentlich flüstern aber in dem Gang klang die Stimme unerwartet laut. Wie ein Kastenteufel sprang Muffmolch in die Höhe und stampfte auf den Boden „ Ich bin nicht unsicher oder nervös, seit ihr denn alle blöd oder was?“ Grinsend sahen sich die Freunde an, alle wussten wie sich Muffmolch in Höhlen fühlte, auch wenn er es niemals zugeben würde. Firballa nestelte an ihrem Gürtel und holte einen Kräuterbeutel heraus. Mit einem lockeren „Hier kau die dann geht’s dir besser“ hielt sie Muffmolch einige langstielige gefleckte Blätter hin. Vor sich hinmuffelnd schnappte sich der Lurikeen die Blätter und stopfte sich eins in den Mund, den Rest packte er in eine Gürteltasche. „Die schmecken ja widerlich“ brummelte er, spuckte das Blatt aber nicht aus. Als er die ersten Tropfen des bitteren Saftes auf der Zunge spürte, merkte er wie die ärgste Anspannung von ihm abfiel, und sich seine Schultern wieder etwas entspannten. „Hat mich Anploe also doch nur gefoppt“ dachte er, „und ich Trottel fall mal wieder drauf rein“.
    In dem Augenblick kam Baru angerannt, denn er hatte sich schon mal weiter vorne umgesehen. „Da vorne liegen ne Menge Leichen und auch einige Skelette, da muss ein übler Kampf stattgefunden haben . Und es sind auch einige Hibernianer unter den Leichen“.
    In diesem Moment bemerkte Chiemi das Anploe leicht schwankte und sich an die Seite fasste. „Was ist mit dir?“ sagte sie noch doch da brach Anploe schon zusammen. Laut auffluchend sprang Baru nach vorne und fing Anploe vorsichtig auf. Er lies den Hüter langsam auf den Boden gleiten und bemerkte sofort das die linke Seite des Kettenhemdes voller Blut war. Seine Hände nestelten schon an den Verschlüssen des Kettenhemdes als ihn Firballa zur Seite drängte. „Lass das mal lieber einen machen der sich mit so was auskennt, bevor du mit deinen groben Tatzen noch mehr anrichtest“. Geschickt öffnete sie den Gürtel und hob das Kettenhemd an. Chiemi und Viti waren neben ihr und hoben das Hemd über Anploes Kopf. Das Lederwams was man unter einem Kettenhemd trägt war auf der linken Seite durchgeblutet. „Warum hat der Narr nichts gesagt? Ich hätte ihn doch längst versorgen können“ ärgerte sich Firballa, obwohl sie genau wusste das dafür noch gar keine Zeit gewesen war. Rasch nahm sie ihren Dolch und trennte die Naht des Lederwamses auf. Vorsichtig legte sie die linke Seite des verletzten Hüters frei. Die Wunde sah verheerend aus, die Wundränder waren tieflila und dunkele Striche zeichneten sich von der Einstichstelle ab, die in alle Richtungen führten. „Die Waffe ist vergiftet gewesen, und zwar mit einem hinterhältigen Gift. Es unterdrückt das Schmerzempfinden in der Wunde, so das man meint es wäre nicht weiter schlimm. Gleichzeitig erzeugt es sehr schnell eine Art von Wundbrand. Wir müssen uns beeilen, sonst fällt Anploe lange Zeit aus. Baru halt Ihn fest aber wirklich gut fest, er darf sich jetzt gleich nicht bewegen. Ich brauche ein scharfes Messer und eine Fackel, Viti gib mir bitte eins von deinen Wurfmessern“. Zögernd hielt Viti ihr eine lange rasiermesserscharfe Klinge hin. „Du willst die Wunde ausbrennen, oder? Dann nimm das Messer hier, es stammt von einem Sarazenen den wir mal erwischten. Es ist zu leicht zum Werfen aber schön scharf“. Kamala ging ein paar Schritte zurück. Was nun folgte war etwas zu hart für ihren Geschmack. Sicher es war nötig aber für ihren Magen doch etwas herb. Sie ging in die Richtung den Gang entlang wo Baru die Skelette gesehen hatte, und zuckte zusammen. Hier war eine ganz ganz böse Aura in der Luft. Zwar waren die Spuren nur noch schwach aber vor längerer Zeit wurde hier tiefschwarze Magie gewirkt.
    Baru hielt Anploes Oberkörper fest, während Muffmolch die Beine umklammerte. Das Messer glühte kirschrot als Firballa es aus der Fackelflamme zog. Viti konzentrierte sich und versetzte Anploe mit Magie in einen tiefen Schlaf. Dann nahm Firballa das Messer und schnitt das vereiterte Gewebe weg. Anploes Körper bäumte sich trotz des magischen Schlafes und Muffmolchs und Barus Anstrengungen auf. „Ich bin fast fertig“ sagte Firballa „nur noch einen kleinen Augenblick“. Sie führte noch 2 Schnitte aus und lies das Messer dann neben Anploe auf den Boden sinken. Dann legte sie ihre Hände auf die Wunde und konzentrierte sich, ihre Fingerspitzen glühten gelblich auf und die Wunde begann sich zu schließen, sauberes Fleisch wuchs und bedeckte die hässliche Wunde. Erschöpft richtete sich Firballa auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Das hätte übel ausgehen können, hätte Anploe nicht die Konstitution eines Bären hätte ihn das Gift schon erledigt“. Chiemi tränkte ein Tuch mit Wasser aus ihrer Feldflasche und wischte Anploe das Gesicht ab. Plötzlich schlug Anploe die Augen auf und blickte Chiemi ins Gesicht. „Wer sind sie? Kennen wir uns? Und wo bin ich hier?“
    Chiemi blickte Ihn entsetzt an „Kennst du mich nicht mehr? Ich bins Chiemi“. „Da müssen sie sich vertun junge Frau“ meinte Anploe und setzte sich vorsichtig auf. „Den Rest der Gruppe glaube ich zu kennen aber sie sind mir total unbekannt“. „Firballa was hast du gemacht? Anploe kennt mich nicht mehr“ fuhr die Hüterin die Druiden an. Doch da bemerkte sie das alle anderen in dem Raum am grinsen waren und fuhr zu Anploe herum. „Du fieser kleiner Bretone warte dir werde ich helfen, das Messer hat dich nicht tief genug getroffen“. Erbost über diesen Witz auf ihre Kosten drang sie auf Anploe ein. Der war inzwischen aufgestanden und fing die wütende Hüterin lachend ab. Seine Hände umfassten die Arme der Hüterin und hielten sie fest, und dann musste er schnell seine Hüfte drehen, weil ihr Knie hart gegen seinen Oberschenkel zielte, wenn nicht zu delikateren Körperbereichen. „Du Du du gemeiner Schuft“ zischte Chiemi Anploe ins Gesicht und es sah kurz so aus als würde sie ihm in die Nase beißen wollen. Doch da lies Anploe ihre Arme los und umfasste ihren Rücken, zog sie ruckartig zu sich und drückte seine Lippen auf ihre. Überrascht von der Tat zuckte Chiemi zurück--- doch 2 Sekunden später presste sie ihre Lippen feste auf seine.
    „Boa endlich man man hat das mit euch gedauert“ meinte Viti und klimperte eine Tonfolge auf ihrer Klampfe. „Ich dachte schon das würde tragisch enden. Und Anploe musstest du erst fast sterben um endlich Chiemi zu küssen?“ Doch die zwei Angesprochenen bemerkten die Welt um sich herum gar nicht, und so ging Viti leise genau wie die andere in den Gang, wo Baru die Toten gesehen hatte.
    Kamala schaute sich weiter in der Kammer um, irgendwie hatte sie hier ein ganz ganz komisches Gefühl. Die Toten lagen hier sehr unterschiedlich lange, genau wie Baru es beschrieben hatte waren viele schon zu Skeletten zerfallen und andere Leichen waren noch keine 2 Wochen alt. Aber warum durchbohrte der Troll da vorne mit seinem Schwert ein Skelett das mindestens 2 Jahre schon da lag, so wie es aussah und er keinen Monat?
    „Buh“ machte es da von hinten, Kamala zuckte zusammen und wirbelte herum, ihre Hände glühten bläulich auf und gerade als sie den Zauber auf die Person werfen wollte die hinter ihr so plötzlich aufgetaucht war erkannte sie ihn. „Muffy irgendwann wirst du so was bitter bereuen, man erschreckt keine ehrbaren Magier, vor allem nicht wenn man den morgigen Tag erleben will“. Der kleine Champion grinste „Hat da jemand ein schlechtes Gewissen?“ Doch schlagartig wurde sein Gesicht ernst als er die Toten in der Kammer liegen sah. „Was ist denn hier passiert? Das sieht ja aus wie auf nem Schlachtfeld.“ Kamala ging vorsichtig in die Kammer und sah sich um, als sie plötzlich ruckartig festgehalten wurde. „Was im Namen der grünen Drachen ist hier los“ rief sie als sie sah das eine Knochenhand den Saum ihrer Robe festhielt. Erst dachte sie noch das sich der Saum nur verfangen hätte doch da sah sie aus den Augenwinkeln das sich auch die anderen Toten langsam zu bewegen anfingen. Und plötzlich verstand sie was hier los war, das war hier also passiert. „Vorsicht Zombies, hier haben einige Midgarder Magier Skelettwächter gerufen. Denkt daran der Kopf muss von den Schultern getrennt werden dann ist die Kreatur erst erlöst“ gellte ihr Warnruf durch die Höhle. Mit einem Ruck riss sie den Saum ihrer Robe los und rannte zurück zu Muffmolch, der sein Schwert schon in den Händen hielt. Auch Baru kam mit Firballa im Schlepptau angerannt, dicht gefolgt von Viti.
    Zum Glück erwiesen sich die ersten Skelette recht träge und behäbig, so das es für Baru kein Problem war ihnen die Köpfe von den Schultern zu trennen. Muffmolch hatte es da schon schwerer, denn er musste zum Teil erst die Beine abkürzen, um die Hälse erreichen zu können.
    Als immer mehr Untote sich erhoben zogen sich Baru und Muffmolch etwas in den Gang zurück. Der war gerade so breit, das beide Nebeneinander stehen konnten. So konnte Baru den kleinen Lurikeen mit seinem Schild etwas mitdecken, und es konnten maximal 2-3 Untote gleichzeitig angreifen. Mittlerweile kamen auch Anploe und Chiemi angerannt, und erschraken als sie die Bedrohung sahen. Viti überlegte krampfhaft mit welchem Lied sie hier etwas erreichen konnte, dann nickte sie nachdenklich und konzentrierte sich auf einen riesigen Troll der sich gerade im hinteren Teil der Höhle aufrichtete. Ungeachtet der Tatsache das er schon erheblich am verwesen war, und ihm der linke Arm unterhalb des Ellenbogens fehlte. Mit der verbliebene Hand griff er nach einem Schwert und griff an ... Viti konzentrierte sich weiterhin auf den Troll, der hatte nun die Untoten erreicht schwang sein Schwert und enthauptete die hintersten 3 Skelette. Wie ein Bauer mit der Sense Weizen auf dem Feld mäht, so marschierte der Troll durch die Reihen der Zombies. Da alle zu den Freunden schauten, bemerkten die Untoten die Gefahr in ihrem Rücken erst gar nicht. „Kamala tu etwas ich kann den nicht mehr lange kontrollieren“ keuchte Viti, „der muss früher einen ganz schönen Dickschädel gehabt haben, denn selbst tot versucht er sich mir zu wiedersetzen“. Aber da drehte sich schon ein Albionischer Untoter zu dem Troll um. Es war ein ziemlich frischer Leichnam und bis auf eine schreckliche Wunde in der Brust sogar erstaunlich gut erhalten. Er trug eine Keule und drosch gleich auf den Troll ein, der den Hieb allerdings locker wegsteckte. Eigentlich hätte der Troll den Kampf binnen Sekunden für sich entschieden, aber nun drehten sich noch einige andere Monster um, und griffen ihn an. Verbissen werte sich der große Zombie aber gegen diese Übermacht hatte er keine chance. Immer mehr drangen auf ihn ein und klammerten sich an ihn, rissen ihn dann allein mit ihrer Masse zu Boden. Das war der Moment auf den die Gruppe gewartet hatte, die Reihen der Feinde waren erheblich ausgedünnt und vor Baru und Muffmolch standen nur eine knappe Handvoll an Gegnern in mehr oder weniger weit fortgeschrittenen Stadium der Verwesung. „Auf 3“ rief Baru, und Chiemi und Anploe die bis zu dem Augenblick untätig zusehen mussten griffen ihre Schwerter und Schilder fester. „1“ Muffmolch schlug mit einem heftigen waagerechten Schlag einem Gegner durch beide Knie so das dieser zusammenbrach, „2“ Baru blockte einen Schlag gegen seinen Körper mit dem Schild und trat gleichzeitig dem rechts von ihm stehenden Zombie so heftig gegen die Beine das dieser mehrere Schritte nach hinten fiel. „Und 3“ Muffmolch zertrat heftig aufstampfend dem beinlosen Untoten den Schädel und Baru schleuderte die letzten 2 vor ihm stehenden Gegner mit einem Schildstoß zurück in die Höhle.
    Anploe und Chiemi huschten schnell an dem heftig schnaufenden Baru vorbei, und stürmten auf die verbleibenden Untoten zu, die noch in der Höhle waren. Auf diesen Moment hatte Kamala gewartet, sie konzentrierte sich auf die Zombies zeichnete mit ihren Händen mehrere komplizierte Zeichen in die Luft und mit einem kehligen rauem Wort deutete sie auf die Untoten.
    Die Freunde sahen sich verwundert an, so hatten sie Kamala noch nie erlebt. Chiemi und Anploe konnten nur ungläubig staunen als die Zombies vor ihnen zusammenbrachen, als hätte ein Puppenspieler die Bänder durchgeschnitten.
    „Fragt lieber nicht woher ich solch starke Bannsprüche beherrsche“ keuchte Kamala und wischte sich mit einer fahrigen Handbewegung einige widerspenstige Haare aus der Stirn. „Seit lieber froh, das das nur einfache Wächter waren, und keine höherwertige Geschöpfe, denn dann hätten wir ein echtes Problem gehabt“. Schnell eilten die Freunde durch die Höhle und in den Gang der an diese anschloss, die Zombies ausplündern wie sie es vorher bei den Albions gemacht hatten —danach stand niemandem die Lust.
    Der Gang schlängelte sich hin und her, mal rauf dann wieder runter links dann rechts, und die Gruppe hatte das Gefühl einem Wurm zu folgen. Plötzlich wurde es weiter vorne heller, erheblich heller und nach einer letzten scharfen Kehre nach links öffnete sich vor ihnen eine große Kaverne. Auch war der Boden nun nicht mehr rau, sondern fein geglättet, auch die Wände waren glatt behauen, jemand hatte die natürliche Höhle mit viel Mühe vergrößert und wohnlicher gestaltet. Als die Freunde die Grotte betraten, sahen sie auf der rechten Seite eine Hütte, die auf den ersten Blick aussah als hätte sie ein Kind oder ein sehr unerfahrener Bauherr entworfen. Windschief ohne Fenster und mit unregelmäßigen Löchern und Spalten durchzogen hätte diese Gebilde unter freiem Himmel keine Woche überlebt. Langsam und bedächtig, den Blick umherschweifend lassen, näherten sie sich der Hütte. Als sie ungefähr 10m vor der Hütte waren, schlug eine Hand den Stofffetzen der die Tür ersetzte, zur Seite und eine Stimme rief laut „ Überquert auf keinen Fall die Linie wenn euch euer Leben was bedeutet“. Ruckartig blieben alle stehen, und bemerkten erst in diesem Moment die schwarze etwa fingerdicke Linie die einmal quer durch die Höhle über den Boden führte. Muffmolch fuhr zusammen, diese Stimme er kannte sie, wenn er sie nur einordnen könnte. Der Vorhang wurde ganz weggezogen und eine Gestalt trat ihn die Türöffnung. Es war ein Lurikeen in einem pechschwarzen ungepflegtem Schuppenpanzer der da vor ihnen stand. Sein Gesicht blieb aber verborgen, denn er blieb halb im Schatten stehen. „Warum hast du nur alle meine Warnungen ignoriert Kelsenelendril? Das hier ist wirklich keine schöne Gegend. Allein die Bande des Blutes beschützen euch im Moment“.
    Muffmolchs Augen weiteten sich plötzlich, und er stürmte vor „Flagran? Du bist doch seit 4 Jahren vermisst? Bist du es? Komm raus zeige dich mir“. „Um Himmelwillen überquere nicht die Linie Kels, mach keinen Fehler. Höre mich erst an, und dann kehrt ihr alle besser schnellstens um und kommt nie wieder her“.
    „Wer zum Geier ist Flagran?“ wollte Baru wissen und blickte Muffmolch fragend an. „Mein großer Bruder der vor beinahe 5 Jahren mit einer kleinen Armee nach Midgard zog, und die alle spurlos verschwanden. Keiner weiß was aus ihnen geworden ist, man hat nie wieder was von ihnen gesehen oder gehört“.
    „An einigen von ihnen seid ihr schon vorbeigekommen auf eurem Weg zu mir“ warf der Fremde in das Gespräch ein. „Und ja früher hieß ich Flagran aber so ruft mich heute keiner mehr. Bitte wir haben nicht viel Zeit und ich habe euch viel zu erzählen“. Abwehrend hob er eine Hand „Nein Kelsenelendril bleib stehen und komm nicht näher, bleib da wo du bist und hör einfach nur zu“. Missmutig trat Muffmolch gegen einen Kiesel der vor ihm lag, „Nah dann lass mal hören was du zu erzählen hast Flagran und komm aus diesem verdammten Schatten raus damit ich dir endlich wieder ins Gesicht sehen kann“. „Alles zu seiner Zeit kleiner Bruder alles zu seiner Zeit.
    Ich fange am besten von vorne an, werde euch die wichtigsten Punkte erzählen, denn leider ist die Zeit wahrlich knapp bemessen“.
    „Ja wir waren eine beachtliche Streitmacht gewesen, die da nach Midgard zog, gut 70 Männer und Frauen waren wir, und so mancher Turm und einige Dörfer wurden von uns geplündert. Wir waren guter Dinge und hatten eigentlich vor Bledmeer anzugreifen, denn da sollte laut unseren Späherberichten ein Artefakt der Albions aufbewahrt werden. Die Midgarder hatten es wenige Wochen vorher erbeutet, und wir planten es ihnen abzuluchsen. Leider gerieten wir auf dem Weg nach Bledmeer in einen Hinterhalt und meine Gruppe und Ich wurden von der Hauptstreitmacht getrennt. Ich sammelte noch einige versprengte Hibernianer in den nächsten Stunden auf, so das ich etwa 8 man um mich hatte. Wir marschierten dann Richtung Küste um dort vielleicht ein Boot oder ähnliches zu erbeuten, um wieder nach Hibernia zu kommen, auch waren die Möglichkeiten an der Küste noch auf andere versprengte zu stoßen relativ groß, das dachten wir uns auf jeden fall. Was waren wir doch für Narren gewesen, denn am nächsten Tag sollte sich unser aller Leben mächtig ändern.
    Eigentlich fing der Tag für Midgarder Verhältnisse überraschend schön an. Es schneite nicht, und war auch so nicht kalt. In der Nacht waren noch 2 Hibernianer zu uns gestoßen, so das wir nun ein kleiner aber recht Kampfstarker Trupp waren. Rasch zogen wir Richtung Küste und kamen sehr gut voran. Plötzlich bemerkten wir 2 Magier ein gutes Stück vorraus und komischerweise waren es ein Albionischer Magier und ein Midgarder Knochentänzer mit seinen Skeletten.
    Vorsichtig schlichen wir uns näher an die beiden heran, die beiden waren in einer regen Unterhaltung vertieft wie es aussah, das muss man sich mal vorstellen 2 Erzfeinde eigentlich, so das wir es schafften sollten sie total zu überraschen. Wir waren sehr nahe an die beiden herangekommen als sie stehenblieben. Der Knochentänzer sagte noch etwas zu dem Avalonier, dieser nickte und begann eine Beschwörung. Wir waren mittlerweile so nah an die beiden herangekommen, das die meisten Worte der Beschwörung bis zu uns drangen, und sie erschütterten uns bis ins Mark. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie sie sich anhörten. Viele Magier können Wesen aus den unterschiedlichsten Sphären herbei rufen, unsere Beschwörer können das genauso wie die Magier aus Midgard und Albion, aber diese Beschwörung war ganz anderes. Und das Wesen das da erschien war es auch. Es sah erst aus wie ein normaler Golem, bis seine Haut aufbrach und ein neuer Golem aus der alten Hülle trat. Ich sage Golem aber eigentlich ist das falsch. Mir fehlen nur die Worte dieses Wesen zu beschreiben, denn es sah aus als hätte der Avalonier die Beschwörungsformeln gemixt, und zwar aus Teilen aus Midgard und Albion. Seine Haut war irgendwie durchscheinend so das man Teile seines Skeletts sehen konnte, dazu kam das das Wesen gut um die Hälfte grösser war als die Golems normalerweise sind. Und es strömte eine unglaublich feindselige Aura aus. Dieses Wesen wollte nicht in unsere Welt, doch den beiden Magier war dies anscheinend völlig egal. Der Knochentänzer beglückwünschte sogar den Albion, ganz so wie ein Meister seinen besten Schüler gratuliert. Der Avalonier wirkte allerdings erheblich geschwächt, und war schweißgebadet. Das beschworene Wesen begann gegen den Bannspruch anzukämpfen der es in dieser Welt hielt. Aber anscheinend überraschte das die Beiden Magier nicht weiter, den mit einer Handbewegung schickte der Midgarder seine Skelette auf den Golem, und die hatten mit dem Wesen wahrlich ihre Mühe, denn das Wesen war unglaublich stark. Eine Weile ließen die beiden Magier die Kreaturen gegen einander kämpfen, dann sprach der Avalonier eine kurze raue Wortfolge, und der Golem sank zu einem Haufen Schleim zusammen. Wir hatten genug gesehen, und griffen an denn die Beiden waren doch etwas abgelenkt durch ihren erfolgreichen Zauber. Die Skelette reagierten gewohnt schnell auf die Bedrohung ihres Meisters , aber so schnell sie auch waren wir waren schneller. Ein rascher Schildstoß lies den Schutzzauber zerspringen, und der Knochentänzer fiel mit durchbohrter Kehle und klaffender Bauchwunde zu Boden. Auch der Avalonier wirkte schockiert und gelähmt, der Angriff schien in völlig überrascht zu haben und so stürmten wir auf ihn ein. Er wirkte einen Zauber aber es schien als wären wir schneller, denn es sah so aus als würde nichts passieren. Ich war einer der ersten die ihn erreichten, Ich hob mein Schwert und gerade als Ich es nieder zucken lassen wollte durchzuckte mich ein furchtbarer Schmerz. Ich fiel hin, alle meine Glieder zuckten und ruckten unkontrollierbar. Um mich herum geschah das Gleiche mit allen anderen, Ich hatte schon viele unterschiedliche Zauber gesehen, aber der war mir neu. Und dann geschah das furchtbarste, der Magier kam auf mich zu, presste seine rechte Hand auf meine Brust und sprach eine magische Formel. Eine Kälte machte sich meinem Körper breit, meine Arme und Beine wurden gefühllos und Ich verlor das Bewusstsein. Irgendwann wachte Ich auf und seit dem bin ich hier und bewache diese Höhle.“
    „Wieso bewachst du eine Höhle Flagran? Komm mit uns mit, wir könnten deine Hilfe wahrlich gut gebrauchen“. Mit diesen Worten ging Muffmolch einen Schritt auf die Hütte zu, und stand nun genau vor der Linie.
    „Weil ich dazu verdammt bin diese Höhle zu bewachen“ schnarrte der Fremde und trat aus dem Schatten hervor. Die Freunde zuckten zusammen und Kamala stieß ein erschrecktes Quicken aus, „Du bist auch ein Zombie? Du bist ein elender Untoter? Das kann nicht sein, Flagraaaaaaaaaaaaaaaaaan“. Gequält schrie Muffmolch auf „was muss ich machen um diesen Fluch zu brechen?“
    „Ihr müsst meinen Meister töten der weiter unten in diesem Labyrinth haust und seine finsteren Zauber verfeinert. Aber dafür müsst ihr erst an mir vorbeikommen, ihr habt die Wahl. Ich an eurer Stelle würde umkehren und nie wieder herkommen. Kelsenelendril behalte mich als Krieger in Erinnerung und nicht als untotes Wrack. Ich bin keiner der einfachen Zombies wie sie weiter oben rumtorkeln. Das sind nur einfache Todeswachen, Ich habe fast alle meine Fähigkeiten wie im Leben. Ich kann noch immer bewusst denken und handeln nur mein eigener Wille ist ausgeschaltet sobald jemand die Linie überschreitet. Dann muss ich Ihn aufhalten, und ich selber kann die Linie nicht überschreiten ausser im Kampf oder für ganz kurze Zeit. Mein Bann bindet mich an diese Höhle solange mein Meister dies nicht ändert“.
    „Ich werde dich hier nicht im Stich lassen Flagran, Ich kann dich hier nicht so zurücklassen, das weißt du genau“ und mit diesen Worten überschritt Muffmolch die Linie auf dem Boden. „Geht zurück das muss ich alleine machen“ rief er seinen Freunden zu. „Lass mich das machen oder dir wenigstens helfen“ meinte Baru, „du hättest gegen meinen Bruder keine Chance. Selbst ich besiege dich in 8 von 10 Übungsduellen, und mein Bruder ist noch um einiges besser als ich. Nein das muss ich alleine machen, das ist eine Familiensache. Sollte ich es nicht schaffen dann verlasst bitte die Höhlen, so oder so ich bleibe bei meinem Bruder“. Und mit diesen Worten zog er sein Großschwert aus der Rückenscheide und näherte sich der Hütte.
    Auch Flagran verlies die Hütte und trat vor. Keinerlei Regung war in seinem Gesicht zu sehen, als er ebenfalls sein Großschwert zog und sich seinem Bruder näherte.
    Muffmolchs Gedanken schweiften einen Augenblick ab, und er sah die grünen Baumbewachsenen Hügeln rund um Mag Mell, die er früher mit seinem Bruder immer unsicher gemacht hatte—war es wirklich schon 20 Jahre her, das sie mit Ästen in der Hand Ritter gespielt hatten? Oder die ganzen Übungskämpfe und Lektionen die er von Flagran gezeigt bekommen hatte, als dieser seine Schwertkampf Ausbildung begonnen hatte. Alles was er konnte und wusste hatte er doch von Flagran gelernt. Sämtliche Kniffe und Finten hatten Sie sich doch gegenseitig gezeigt und zusammen verfeinert. Und dann die große Frage – konnte er seinen Bruder überhaupt verletzen? Seinen großen Bruder der doch immer für ihn da gewesen war?
    Aber dann war Flagran in Reichweite und begann mit seinem Angriff, und Muffy lies grüne Hügel Grüne Hügel sein und konzentrierte sich primär auf was Wichtigeres, nämlich sein Überleben. Es war nicht so wie früher, das merkte er sofort, denn Flagran kämpfte mit all seiner Kraft, da war kein freundschaftliches Zurückhalten oder langsamer Zuschlagen, so das man aus dem Kampf lernen konnte. Durch den Bann des Magiers kämpfte Flagran um zu gewinnen, wuchtig führte er sein Schwert und in seinem Maskenhaften Gesicht mit den toten Augen lag nicht der geringste Ausdruck.
    „Flagran kämpf gegen den Bann an, ich bin es doch dein Bruder“ rief Muffy immer wieder mit verzweifelter Stimme, aber Flagran zeigte nicht die geringste Regung. Immer wieder prallten ihre Schwerter zusammen, und nur durch seine große Erfahrung und das jahrelange Training konnte sich Muffy in diesem Kampf behaupten.
    Baru musste schlucken, denn ihm wurde bewusst das sich Muffmolch bei ihren freundschaftlichen Duellen stets zurückgehalten haben musste, denn das was er da sah war unglaublich. Beide Champions waren ihm um Längen voraus, wendeten Tricks an die er so noch nie gesehen hatte, die Beiden handhabten ihre Großwaffen als wären es leichte Degen und nicht schwere Zweihandschwerter.
    „Anploe hast du schon mal so einen Schlag gesehen?“ wollte Chiemi wissen, „der war ja Hoch angesetzt - schräg nach unten gezogen und dann in einem Bogen wieder hoch. Flagran muss den Griff im Schwung umgefasst haben um das zu schaffen. Jeder Schildträger hätte diesen Angriff versucht locker abzublocken, und dann bei dem Hochschwung den Kopf verloren.“
    „Ja und Muffmolch kannte den“ meinte Viti kopfschüttelnd. „Hast du die Parade gesehen? Das Schwert von seinem Bruder kam ihm nicht mal nahe. Der Kleine ist verdammt gut, ich würde mir ein erneutes Duell gegen ihn echt überlegen Baru.“
    In diesem Moment stieß Kamala ein schrilles „MUFFY“ aus und schlug entsetzt die Hände über die Augen. Flagran hatte eine rasche Folge von kurzen und sehr schnellen Hieben und Stichen begonnen und damit Muffmolch in die Defensive gedrängt. Rückwärts gehend und darauf bedacht den Angriff zu begegnen trat der Lurikeen in ein Loch, stolperte und verlor kurz seine optimale Haltung. Sofort drängte Flagran nach und holte zu einem schweren Schlag aus.
    Muffmolch warf sich zur Seite und zog sein Schwert in einem Verzweifelungsschlag dabei mit, und traf Flagran glücklich quer über den linken Oberschenkel. Ein lebender Gegner wäre nach so einem Treffer gehandicapt gewesen, aber sein Bruder steckte den Treffer einfach so weg.
    „Früher hat Flagran nicht so brutal gekämpft“, dachte Muffy „da wollte er mir immer was zeigen und meine Technik verbessern. Jetzt will - jetzt muss er mich töten aber das werde ich nicht zulassen“.
    „Flagran denk an unsere Mutter Fleur, denk an Augenstern unsere Schwester kämpf gegen den Bann an, ich weiß das du stärker bist, kein Magier hat einen solchen Willen wie du“.
    Kurz blickten die Augen wärmer und das starre Gesicht nahm einen weicheren Zug an, aber das war nur kurz, der Zauberbann war einfach zu stark. Flagran schwang sein Schwert herum, blockte mit der Breitseite Muffys Schlag ab, lies mit der linken Hand das Schwert los und schlug damit Muffy voll ins Gesicht. Der konnte sich noch gerade etwas ducken und den Kopf zur Seite legen, so das die Gepanzerte Faust nur an der Kopfseite vorbei schrammte und kaum Schaden anrichten konnte. Durch diesen Fehlschlag stolperte Flagran leicht, und Muffy trat ihm hart gegen das rechte Bein, und sprang dann schnell einen Schritt zurück, denn nun schwang Flagran das Schwert herunter. „Du bist gut geworden kleiner Bruder, sehr gut sogar und ich hoffe du weißt was du tun musst um diesen Kampf zu gewinnen“. Flagrans Augen leuchteten in dem gleichen tiefblau wie früher, anscheinend konnte er dem Bann im Moment wiederstehen, aber wie lange das anhielt – das konnte Muffy nicht abschätzen. Die beiden Champions standen sich nun gegenüber 3-4 Schritte lagen zwischen ihnen. Heftig schnaufend aber bis aufs Äußerste konzentriert blickte Muffy seinen Bruder an.
    Seine Freunde hielten den Atem an. Der Schwertkampf den sie gesehen hatten schlug alles bisher da gewesene um Längen. Dann griff Flagran wieder an, er schwang sein Schwert hoch, und verharrte in einem merkwürdigen Winkel, so das sich Baru Chiemi und Anploe verwirrt ansahen.
    „Was ist den das für eine Ausgangsposition? Sowas hab ich ja noch nie gesehen“ meinte Viti verwirrt. „Ich habe keine Ahnung“ knurrte Baru und schüttelte seinen Kopf „wollen wir nur hoffen das Muffy sie kennt“. In diesem Moment schrie Muffmolch verzweifelt auf „Nein Flagran das kann Ich nicht, erwarte das nicht von mir wir sind doch Brüder. Was soll Ich Mutter erzählen? Und Augenstern? Ich werde ihnen nie wieder in die Augen sehen können“.
    Muffys Gedanken schweiften Jahre zurück, er erinnerte sich noch das er frustriert in dem großen Schlafsaal der Championschule in Tir na Nog auf seiner Pritsche gesessen hatte und missmutig den Tag Revue passieren lies. Der Ausbilder hatte seine Klasse heute hart rangenommen und als Muffmolch zeigen sollte wie eine gelungene Attacke nach einer Hochparade auszusehen habe, da hatte er gepatzt und alle hatten gelacht. „Wenn du noch nicht einmal eine so leichte Schlagfolge beherrschst, wie willst du dann einmal so erfolgreich werden wie dein Bruder? Da ist ja jeder Bauernlümmel mehr begabt wie du“ hatte ihn der alte Ausbilder vor der Klasse bloßgestellt.
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    „Na kleiner Bruder etwas Ärger mit dem alten Peterson gehabt? Er ist ein harter Hund, aber manchmal übertreibt er etwas. Komm mal mit Ich will dir mal etwas zeigen“. Und mit diesen Worten schritt Flagran aus dem Schlafsaal. Muffy rannte hinterher und wunderte sich warum Flagran in die Übungshalle ging, die jetzt am Abend leer und verwaist war. „Schnapp dir mal eins der Übungsschwerter und dann greif mich mal an. Du bist ein Flussläufer und diesen Namen trägt man nicht zum Spaß. An diesem Abend zeigte ihm Flagran verschiedene Schläge und Paraden, ermahnte ihn nie etwas so oder so zu machen, sondern zeigte Muffmolch warum eine andere Haltung oder eine andere Schwertführung vorteilhafter war.
    „Peterson ist ein guter Trainer aber er sieht manches einfach zu verbissen“ meinte Flagran später.
    „komm es ist schon spät geworden und bevor wir jetzt für Heute aufhören zeige ich dir einen besonderen Schlag. Den wird dir so kein Trainer zeigen, denn er ist tödlich und zwar auf zweierlei Arten. Aber dazu später mehr, jetzt zeige ich dir wie er geht.
    Flagran schwang sein Schwert auf halbe Höhe und lies es dann in einem flachen Bogen nach unten gleiten, so als würde er den rechten Oberschenkel treffen wollen. Unwillkürlich zuckte Muffmolchs Schwert in einer Kurve nach unten, um die Klinge zu parieren. Aber Flagrans Klinge kam da nie an, auf halbem Wege änderte sein Schwert plötzlich und unerwartet die Richtung und Muffy fühlte auf einmal die Klinge an seinem Hals. „Wie hast du das gemacht? Das ging ja unglaublich schnell und wie ändert man in einem Abwärtsschwung so schnell die Richtung?“
    „Pass auf, Ich werde ihn dir jetzt noch einmal zeigen, achte dabei vor allem mal auf meine Daumen, sie sind der Schlüssel zu diesem Trick“. Und mit diesen Worten schwang Flagran das Schwert erneut in diesem merkwürdigen Bogen, um dann nach 2/3 des Weges wieder diesen raschen Schwungwechsel vorzunehmen. Muffmolch tat was sein Bruder ihm geraten hatte, und beobachtete angestrengt die Hände seines Bruders. „Deine Daumen, beim Richtungswechsel halten nur noch deine Daumen kurz das Schwert. Du hast es für einen Augenblick total lose in deinen Händen, weil du dir sonst die Handgelenke, zumindest aber die Finger durch den Lastwechsel überdehnen oder sogar brechen könntest. Aber wenn jemand diesen Schlag kenne würde, könnte er dich in diesem Moment ganz leicht entwaffnen und du wärst wehrlos“.
    „Und genau aus diesem Grunde wird dir kein Trainer in ganz Hibernia solche Schläge zeigen, so was lernt man nur im Kampf auf den Schlachtfeldern, wenn man gegen die unterschiedlichsten Arten von Feinden oder Monstern gekämpft und überlebt hat. Diesen Schlag darfst du natürlich nicht gegen einen erfahrenen Feind oder am Anfang eines Kampfes, wenn du deinen Gegner noch nicht einschätzen kannst ausführen. Denn wie du schon richtig gesagt hast wenn er ihn kennt bist du tot, oder zumindest waffenlos. Aber in der Hitze des Gefechtes oder wenn du mal nicht weiterweißt ist er doch sehr hilfreich. Und jetzt machen wir Schluss für heute, und das ich nicht wieder Klagen über dich hören muss. Peterson ist ein guter Trainer, höre auf ihn und er wird dir so manch eine Schlagkombination und die ein oder andere gute Parade beibringen. Früher war er ein sehr gefürchteter Gegner und viele Midgarder und Albioner sind unter seinem Schwert gefallen.“
    Verzweifelt blickte Muffmolch seinem Bruder in die Augen, „Nein ich kann das nicht, tu es nicht Flagran ich bitte dich“ aber Flagran antwortete nicht. Nur seine tiefblauen Augen blickten ruhig und gefasst auf seinen Bruder und dann schwang er sein Schwert in einen steilen Winkel herab Richtung Oberschenkel, kurz vor dem Ziel änderte das Schwert plötzlich seine Richtung ...
    Muffmolch stand da wie erstarrt, Tränen flossen aus seinen Augen aber dann übernahm sein Überlebenswille und das Jahrelange Training die Kontrolle über seinen Körper. Das bewusste Denken wurde für mehrere folgenschwere Sekunden beiseite gedrängt.
    Für Baru sah das ganze so aus. Flagran griff mit einem Schwung die Beine an, „ein lässiger Schlag den blockt doch jeder Druide der nen Schild halten kann ab“ dachte er noch, um dann heftig die Luft zwischen den Zähnen einzuatmen als er den abrupten Richtungswechsel sah.
    Aber plötzlich stand der Zombie ohne seine Klinge da, klirrend und sich überschlagend flog sie ein paar Meter von den Kämpfern fort, von einer unmöglich anmutenden Parade Muffys aus Flagrans Händen geschlagen. Aber das war noch nicht alles, aus der Parade heraus schwang der kleine Lurikeen sein Schwert in einem langen weichen Bogen nach hinten, drehte seinen Körper dem Schwung nachgebend einmal um seine Achse und Flagrans Kopf fiel nach links und der Körper nach rechts.
    Mehrere Sekunden passierte gar nichts, alle standen wie erstarrt und keiner wagte auch nur laut zu atmen oder zu husten. Dann verging dieser Augenblick und mit einem lauten gequälten Schmerzensschrei lies der kleine Luriken sein Schwert fallen, fiel auf die Knie und nahm den toten Körper seines Bruders und presste ihn an seine Brust. Dicke Tränen liefen ihm über das Gesicht, und die Laute die aus seinem Mund kamen waren nicht unbedingt Menschlich zu nennen. Rasch rannten seine Freunde zu ihm hin, und die ach so stolze und sonst so unnahbare Elfe Kamala weinte mit ihrem Freund und drückte ihren Körper tröstend gegen seinen Rücken.
    Sie hatten schon alle viele Tote gesehen, und jeder hatte auch schon genug Lebenden geholfen die letzte große Reise anzutreten, aber der Tod dieses Zombies ging ihnen allen sehr nahe. Baru hielt seine geliebte Firballa ihm Arm, und auch das neue Pärchen Anploe – Chiemi stand Hand in Hand hinter Muffy, auch Chiemi hatte nasse Augen, denn sie mochten alle Muffy und sein Schmerz war auch ihr Schmerz.
    Es war einer der Momente wo die Zeit einem einen Streich spielt und niemand hinterher sagen kann wie lange man da gestanden hat. In Wirklichkeit waren es nur wenige Minuten wenn überhaupt, aber gefühlt und empfunden waren es quälend lange Stunden. Die Stille in der Höhle wurde nur unterbrochen von dem leisen Schluchzen der Frauen und dem abgehackten Weinen von dem tapferen Champion.
    Plötzlich durchbrach ein „Sachte sachte, du zerdrückst ja meinen Brustkorb“ die traurige Stimmung, „Kels mein Bruder komm zu mir und lass meinen Körper los, er ist nur noch eine leere Hülle. Rasch ich habe nicht mehr viel Zeit und muss dir doch noch ach so viel erzählen“.
    Viti quietschte entsetzt auf, als Sie den Schädel des Zombies sah, in dem die Augen hin und her rollten, und der seinen Mund deutlich bewegte.
    „Du du bist doch tot, ich habe dich doch gerade mit meinem Schwert getötet“ stammelte der verwirrte und von Tränen noch halbblinde Luriken. „Ich bin schon seit Jahren tot, ob mein Kopf nun auf meinen Schultern sitzt oder nicht, das ist für ein paar Minuten nicht so wichtig. Atmen muss ich eh nicht, aber bitte dreh mich so das ich dich sehen kann. Der Fluch des Magiers ist endlich gebrochen, und ich will dich noch solange sehen können wie mir Zeit bleibt“.
    Viti fasste nach dem Schädel um Ihn aufzuheben, und zuckte zurück als dieser nach ihren Fingern schnappte. Flagran lachte lauthals „Sorry das musste ich einfach machen, dein Gesichtsausdruck war das jetzt einfach wert. Die letzten Jahre waren ziemlich dunkel für mich, und gelacht hab ich schon sehr lange nicht mehr“.
    Mittlerweile war Muffy zu dem Schädel gegangen und hob ihn auf. „Ok passt jetzt auf, ich weiss nicht wie lange ich noch hierbleiben kann, bevor mich jetzt der Tot endgültig ereilt. Ihr könnt euch in meiner Hütte eine weile ausruhen, dort wird euch keiner Belästigen denn selbst unter den anderen Untoten bin ich ziemlich gefürchtet daher werdet ihr für die nächsten Stunden keinen unliebsamen Besuch erhalten. Bitte bedient euch aus meinen Sachen, ich hatte schon vor euch des öfteren „Besuch“ und so manch eine nette Sache liegt nun in einer meiner 3 Truhen, denn der Besitzer brauchte es nimmer. Ich konnte bemerken das du sehr gut ausgerüstet bist, kleiner Bruder aber bitte nimm meinen Gürtel. Vater gab ihn mir denn immer der älteste Kämpfer aus unserem Haus trägt ihn, und ich hatte schon befürchtet ihn nicht weitergeben zu können.
    Und dann nimm bitte den Ring von meinem Finger, damit du eine Erinnerung an mich hast, du wirst feststellen das es ein sehr guter Ring ist. Ich habe ihn in einem Drachenhort gefunden, und allein der Kampf gegen den dicken Wurm würde ein Epos werden. Ich sehe an deinem Blick das du wenn ich dir jetzt sagen würde, verlass auf dem schnellsten Wege diese Höhlen, es nicht machen würdest. Ich befürchte, du willst mich rächen, aber bitte macht das nicht. Der Magier alleine ist viel zu gefährlich und er hat noch eine Wache bei sich die mindestens so stark ist wie ich, eher noch um einiges Stärker“.
    Die Worte die Flagran gesprochen hatte wurden immer leiser und unverständlicher, und allen war klar das er kurz davor stand zu sterben. Endgültig zu sterben. Muffmolch beugte sich immer tiefer über die Lippen seines Bruders um keine Silbe kein gehauchtes Wort zu verpassen.
    Und mit einem letzten gehauchten „Lebwohl Kels, mein Bruder“ schloss Flagran zum letzen Mal seine Augen. Kamala presste ihren Körper fest gegen den Rücken des von Kummer gebeutelten Champion. „Lass es raus, lass den Kummer und Schmerz deinen Körper verlassen, es wird dich sonst zerstören, glaube mir ich weiß wovon ich spreche“ wisperte Sie ihm ins Ohr. Drückte noch einmal feste seine Schultern, und stand dann auf. Mit nassen Augen ging Sie zu ihren Freunden, hielt Viti und Baru auf, die nun ebenfalls zu Muffmolch gehen wollten. „Gebt Ihm ein paar Minuten, er wird gleich kommen aber so wie er jetzt fühlt braucht er etwas Einsamkeit“. Chiemi blickte Kamala an, und wusste das auch die Elfe mal jemanden verloren hatte der ihr nahe stand, näher als es vielleicht bei ihrer Stellung und ihrer Familie gut geheißen wurde.
    „Nah, dann lasst uns mal die Nobelherberge näher ins Auge fassen“, meinte Anploe betont laut, so das auch Muffy ihn hören konnte, und wusste wo sie hingingen. Und rasch ließen sie ihren Freund alleine, nicht im Stich—dazu waren sie alle viel zu sehr mit einander verbunden. Aber wahre Freundschaft braucht keine unmittelbare Kuschelnähe, jeder konnte sich auf den anderen verlassen und eine unmittelbare Gefahr gab es nicht. Sie gewährtem ihrem Freund nur etwas Abstand, um seine Trauer auszuleben.
    Wachsam näherten sie sich der Hütte, die von nahem gar nicht so windschief und verwahrlost aussah. Flagran war zwar ein Zombie gewesen, aber er hatte genug von seiner Menschlichkeit bewahren können, um sich normal auszustatten. Das Dach war nicht weiter wild, aber in einer Höhle regnet es auch eher selten, aber die Wände waren fest und auch die Tür schien nur verwittert und morsch zu sein, denn Baru hob verwundert die Augenbrauen als er sie aufschob. „Verdammt die ist schwer, das sind massive Eichenbohlen und der hat die doch gerade ganz leicht geöffnet. Wie stark war der gewesen und wie hat unser Kleiner den so leicht erledigen können?“. „Hältst du wohl dein dummes Mundwerk? Muffy kann dich hören“ meinte Firballa und trat Baru gegen das Schienbein, „mach es nicht noch schlimmer als es schon ist. Du bist manchmal wirklich so langsam“. „Männer“ warf Viti ein und schüttelte nur Ihren Kopf, trat dann an Baru vorbei der sich sein Bein rieb und blieb dann mit einem ehrfürchtigen Blick stehen.
    „Verdammt wir sind reich—ach scheiße wir sind richtig reich verboten reich, kommt rein kommt reiiiin, schaut euch das an“ quietsche sie los.
    Anploe und Chiemi drängten sich an Baru vorbei und hielten den Atem an, durch die Zähne pfeifend blickte Anploe von rechts nach links und konnte nicht glauben was er alles sah.
    Auf sorgfältig geschnitzten Halterungen hingen mindestens 30 Rüstungen aller Art herum.
    Egal ob schwere Midgarder Rüstungen, kunstvoll geschmiedeter Albionischer Plattenpanzer oder mächtige Hibernianische Schuppenrüstungen alles war vertreten. „Schau dir das an Baru“ sprach Chiemi ehrfürchtig „eine komplette Drachenrüstung der Midgarder für einen Berserker. Flagarn muss hier ne menge Gegner besiegt haben um all diese Rüstungen zu vervollständigen. Oder die hier, ein Plattenpanzer aus Atlantis würde ich sagen, so eine Arbeit habe ich noch nie zuvor gesehen“.
    Kamala hatte ebenfalls die Hütte betreten, und ging zu 2 Truhen die etwas weiter hinten und mehr an der Wand standen. Beide waren offen und schon auf den ersten Blick stockte Kamala der Atem. Das was sie sah hätte jeden Großmeister der Magie auf die Knie gezwungen. Magier Roben aller Art lagen in den Truhen, feinste Stoffe aus Atlantis, grobe Tücher der Midgarder und kunstvoll geschmückte Roben der Hibernianer und Albioner. Da war der Webpanzer eines Flammenmagiers, was anhand der Feueropale und Vulkangemmen die ein kunstvolles Phönixsymbol bildeten, unschwer zu erkennen war und daneben lagen die Klauenhandschuhe eines Wilden aus den kalten Bergen von Midgard.
    Über mehrere an der Wand befestigte Stangen hingen Umhänge aller Art, von einfachen unverzierten Umhängen die die Schleicher bevorzugten bis zu prunkvollen meisterhaft bestickten Magierumhängen mit hohem Stulpenkragen. Allein über 2 etwa 1 Meter hohen Stangen hingen mindestens 40 Gürtel und Schärpen der unterschiedlichsten Macharten, säuberlich nach den 3 Reichen getrennt und sortiert.
    Die Freunde bewunderten diese Ausstellung, Chiemi und Kamala untersuchten die Truhen mit den Roben während sich Viti die Umhänge ansah. „Meine Güte das ist ja wie bei einer Vorführung von Gauklern“ meinte Firballa atemlos „schau nur Baru all diese feinen Stoffe und die ganzen Rüstungen. Das muss ein Vermögen wert sein, Muffys Bruder war, obwohl er tot war, ein echter Jäger und Sammler“.
    „Flagran hatte schon immer eine leichte Sammelleidenschaft gehabt, und hier hatte er dann Zeit sie zu vervollkommnen“. Mit versteinertem Gesicht und noch immer nassen Augen stand Muffmolch in der Tür, sie waren alle so fasziniert gewesen, das sie ihn nicht bemerkt hatten.
    „Schaut euch um und nehmt was ihr gebrauchen könnt, er würde es so wollen. Anploe schau mal in die kleinere Truhe da vorne, ich würde sagen da drin werden die ganzen Schmucksachen liegen“. Bei der Erwähnung des Wortes Schmuck leuchteten die Augen der 3 Frauen auf, und noch bevor Anploe die Truhe erreichen konnte waren schon Kamala Chiemi und Firballa dabei ihren Inhalt zu untersuchen. Kichernd wie kleine Mädchen hoben sie Diademe und Ketten aus reinem Gold hoch, zum Teil dicht behängt mit Steinen aller Art, aber auch schlichtere Ringe der kriegerischen Gruppen lagen in der Truhe. Anploe nahm sich einen Satz Armschienen und hielt sie bewundernd gegen das Licht. Es waren Armschienen für einen Hüter, wie man unschwer an den Siegeln sehen konnte die auf der Innenseite eingraviert waren. „Diese 2 sind besser wie meine, Ich hätte mir nie vorgestellt das ich mal so schöne Armschienen bekommen würde. Es ist eine kunstvolle Arbeit und sie sind genau richtig für mich verzaubert“. Und mit einem zufriedenen Grinsen machte er seine beiden alten Armschienen ab und schloss die neuen um seine Unterarme. Hell erstrahlten die Schienen als sie sich klickend schlossen, Anploes Oberarme wölbten sich merklich als sich seine Stärke und Ausdauer erhöhte. Bewundernd schaute Chiemi Anploe an, und mit schmachtender absichtlich schmalzig wollüstiger Stimme gurrte sie „ oh du mein starker Held“.
    Baru verschluckte sich, und spuckte laut hustend und nach Luft schnappend den größten Teil seines Wasserschlauches zu Boden, denn er hatte gerade angesetzt um etwas zu trinken, als Chiemi so losflötete. Viti lächelte verschmitzt, als sie die beiden ansah, und Anploe feuerrote Ohren bekam und seinen Blick gar nicht von Chiemi lösen konnte.
    Firballa nahm sich aus einer Truhe eine schlichte, aber trotzdem sehr fein gearbeitete Halskette aus Feueropalen, und einen wunderschönen Armreif auf dessen Außenseite verschiedene Tiere abgebildet waren.
    Nachdem er wieder zu Atem gekommen war, ging Baru sich die Rüstungen anschauen und verweilte an einem schlichten Brustpanzer. Er zögerte kurz und ging dann einen Ständer weiter, auf dem eine schwere Vollrüstung hing. Die Brustplatte war mit vielen feinen Ziselierungen geschmückt, die Oberarmrüstungen passten nahtlos ja selbst die Panzerhose ging beinahe unsichtbar in den Oberkörperpanzer über. Für so eine Rüstung würden sich viele Leute ein mittleres Grundstück mit Haus und wohl gefülltem Stall kaufen. Stirnrunzelnd ging er zu der einfacheren Rüstung zurück, nahm sie vom Ständer und hielt sie dann unsicher in den Händen. „Komisch, mir ist als würde sie mich rufen, als würde sie mir sagen nimm mich, ich warte schon so lange auf dich“ meinte er unsicher zu Firballa die mit fragendem Blick näher kam. „Nah dann probier sie halt mal an, deine alte Brustplatte hat ja schon mehrere üble Scharten abbekommen, und der letzte Kampf ging auch nicht spurlos an ihr vorbei, die brüllt geradezu nach einem Rüstungsschmied“. Und mit kundigen Fingern half sie ihrem Gatten seine Brustplatte abzulegen, und wuschelte mit ihrer rechten Hand schnell Baru über seine üppige Brustbehaarung, die durch das leicht offenstehende Lederwams sichtbar war. Stürmisch pressten sich die 2 an sich, und nur durch ein mehr als vernehmlich war zunehmendem Räuspern aus mehreren Kehlen lösten sich die 2 ganz außer Atem wieder. „Hallo für so etwas gibt’s etwas ruhigere Orte“ meinte Kamala mit einem Grinsen, worauf Chiemi Anploe an den Oberarm fasste und mit ernster Stimme sagte „Gehst du mit mir denn auch bald an so einen Ort?“ Die nächsten 10-15 Sekunden standen für alle deutlich sichtbar große Fragezeichen in Anploes Gesicht, dann weiteten sich seine Augen als er endlich durchschaute was Chiemi meinte, und die tiefrote Farbe kehrte in seine Ohren zurück. „Boa Plüschie du bist echt nen Heuler“ grölte Muffy los, und vergaß über diesen komischen Moment sogar kurz seine Trauer. Dann straffte sich wieder seine Haltung, und mit kerzengerade durchgedrücktem Rücken schaute auch er sich die ganzen Sachen an. „Das ist hier wirklich eine Schatzkammer“ meinte er leise eher zu sich selbst als zu den anderen „Flagran war wirklich ziemlich „ERFOLGREICH“ beim beschützen seines Meisters. Hey Baru da fang ich glaube du hast deinen Alten oben im Wald vergessen“ und mit diesen Worten warf er seinem Freund einen Speer zu, der ziemlich achtlos zwischen 2 Rüstungen angelehnt stand. Dieser hatte mittlerweile seine neue Rüstung angelegt, und als er den Speer auffing flammte kurz ein blendend helles Licht auf. Barus Umrisse verschwammen kurz, und überdeutlich zeichnete sich eine Hirschgestalt ab die den Speer mit einer Hand über den Kopf schwenkte und ein lautes triumphierendes Röhren von sich gab. Dann war das Licht wieder weg, und ein heftig schnaufender Baru war wieder zu sehen. „Junge junge ist das unglaublich, die Rüstung und der Speer gehörten früher einem der legendären Reichsverteidiger die damals 48 Stunden alleine ausharren mussten, als die ersten Midgarder die Grenzen überschritten und Dun Bolg belagerten. Es waren nur 40 Männer und Frauen damals gewesen, und sie trotzen einer viel größeren Übermacht bis die Entsatztruppen aus Druim Ligen ankamen. Von den 40 Kämpfern lebten zu diesem Zeitpunkt nur noch 15 und alle waren verwundet gewesen. Ich werde mich mächtig anstrengen müssen, um diesem Erbe würdig zu sein“.
    Mittlerweile hatten sich alle an den Schätzen von Muffmolchs Bruder bedient und sich zum Teil erheblich in ihren schon sehr guten Ausrüstungen verbessert. Viti hatte einen gefährlich aussehenden Satz Wurfmesser zu ihren eigenen am ganzen Körper verstauten Messern genommen, dazu eine aus dem bläulich schimmerndem Holz eines unbekannten Baumes gefertigte Laute. Dann setzte Sie sich einen kecken Hut auf, griff in die Seiten ihrer neuen Laute und prüfte wie diese gestimmt war. „Meine Güte Goldkelchen, das klingt als wenn man ner Katze am Schwanz zieht, kannst du nicht mal was normales spielen“ brummte Baru, und Firbala die sich an ihrem Mann angelehnt hatte, rief „Ja spiel doch was Romantisches für unsere beiden Turtel-Hüter“.
    „Was? Wer? Wo?“ schreckte Anploe hoch, der neben Chiemi am Boden gesessen hatte, die mit geschlossenen Augen ihren Kopf gegen seine Schulter gelehnt hatte. Geistesabwesend hatte nämlich Anploe ihre langen Haare gekrault, was Chiemi sichtlich genossen hatte. Natürlich würde er das jetzt nicht weiter machen, und so warf Chiemi Firballa einen bitterbösen Blick zu. Diese konterte mit einer Kussschnute und beide mussten lachen.
    „Ja Viti, spiel etwas Lustiges was unsere trüben Gedanken etwas auflockert“ rief auch Kamala,
    und spielte gedankenverloren mit ihrer neuen Halskette. Das sie sich zwei Schärpen eines Midgarder Knochentänzers in ihr Bündel gesteckt hatte, musste sie ja keinem sagen. Aber Kamala war erpicht darauf herauszufinden wie es die Magier schafften die Toten für ihre Zwecke zu nutzen. Denn nur so konnte sie bessere und wirkungsvollere Gegenzauber entwickeln.
    „Ok Freunde, packt euren Kram zusammen, lasst uns die besten Stücke hier aussuchen, und dann nichts wie weg von diesem ungastlichen Ort“ meinte Viti nach einer Weile als sie alle etwas aus ihren Brotbeuteln gegessen hatten, und die Anspannungen sich etwas gelegt hatten.
    „Ihr könnt gerne gehen“ warf Muffmolch ein, der etwas abseits gesessen hatte „aber ich werde meinen Bruder nicht ungerächt lassen. Dafür wird der Magier bezahlen, und wenn es das letzte ist was ich in meinem Leben machen werde, aber Ich werde diesem Albion gegenüberstehen solange noch Blut durch meine Adern fließt“. Und mit diesen Worten erhob sich der kleine Lurikeen und allein seine Willensstärke und Entschlossenheit ließen ihn viel größer als seine 1,60m wirken. Mindestens 1,65m. Er blickte nicht um sich, als er den Raum verließ, wusste er doch genau das seine Freunde ihn nicht im Stich lassen würden, denn sie waren ja genauso abenteuerlustig wie er, und wollten herausfinden welche Geheimnisse und Schätze der unheimliche Magier zusammengesammelt hatte.
    Mit einem Schnaufen erhob sich Baru der große Fian und bot Firballa seine Hand an, damit er ihr hoch helfen konnte. Kamala stand ebenfalls auf, und klopfte sich den Staub aus ihrer Robe und mit einem lässigen „Kommt ihr auch oder wollt ihr noch etwas schmusen“ in Anploes und Chiemis Richtung ging sie dem Lurikeen hinterher. Hastig ja fast schon fluchtartig stand Anploe auf, und brachte dadurch Chiemi völlig aus dem Gleichgewicht die sich auf seiner Schulter abgestützt hatte um ebenfalls aufzustehen. Und da sie beide schwere Schuppenpanzer trugen, die nicht gerade zur leichten Wiederherstellung ihres Gleichgewichts beitrugen, stolperten sie beide nach Halt suchend ein paar Schritte nach vorne, dabei trat Chiemi etwas unglücklich in eine Unebenheit und fiel schrill aufquietschend nach vorne. Ihre Hände wirbelten verzweifelt nach Haltsuchend umher, und mit einem beherzten Griff erwischte sie Anploe an der linken Armschiene und riss den armen Hüter der gerade sein eigenes Gleichgewicht mühsam erlangt hatte nach vorne. Und mit einem lauten Poltern und Getöse landeten die beiden auf dem Boden, wild ineinander verheddert und total verdattert lag Anploe auf Chiemi, und versuchte sich hochzustemmen—natürlich stützte er sich dabei an Chiemi ab, und mit einem „Nimm deine ungehobelten Pranken von meinen Brüsten du Waldschratt“ bekam er eine schallende Ohrfeige die Chiemi sofort leid tat. Aber sie war einfach nur wütend gewesen, auf diesen haarigen dummen Trottel den sie so sehr liebte, auf den kleinen Lurikeen der plötzlich meinte Befehle zu erteilen, und darauf das sie jetzt gar nicht die Zeit hatte, sich den ganzen Schmuck anzusehen.
    „Du bist gepanzert wie ne Schildkröte, du kannst meine Hände doch gar nicht gespürt haben“, wollte sich Anploe verteidigen. „Du bist doch keine Schankdirne die nur etwas Seide trägt, sondern eine komplett gerüstete und gegürtete Hüterin“.
    Patsch, da hatte er sich die nächste Ohrfeige gefangen. „So ich bin also keine Schankdirne sondern eine Schildkröte. Der Herr Hüter steht also mehr auf dumme vollbusige Blondchen in kurzen Seidenfummeln die er mit seinen Tatzen begrabschen? Nimm sofort deine Hände von mir du du....“ Vor lauter Zorn blieben Chiemi die Worte weg, und stattdessen trommelte sie immer wieder vor Anploes Brustplatte, was dieser allerdings recht wenig ausmachte. Mit völlig verwirrtem Gesichtsausdruck blickte Anploe Baru und Firaballa an, die in der Türe standen und sich vor lauter Lachen nicht mehr einbekamen. „Also Firballa und Ich haben „DABEI“ eigentlich eher selten die Rüstungen an“ grölte Baru und Chiemi quitschte vor Zorn auf.
    Dabei hatte der Bolg recht, Chiemi lag breitbeinig auf dem Rücken und Anploe genau zwischen ihren Schenkeln, sie hatte Anploe genau da, wo sie ihn seit Wochen haben wollte—aber in ihrer Wut die sich durch das laute Lachen ihrer Freunde noch steigerte war ihr das völlig egal. Wütend knuffte und puffte sie den armen Hüter bis der es endlich geschafft hatte sich von ihr zu lösen, und mit heftigen Armbewegungen stieß sie ihn weg, rollte sich auf die Knie( was erst beim zweiten Anlauf gelang, denn so eine Schuppenrüstung ist sperrig und schwer), und kam völlig außer Atem und mit feuerrotem Gesicht und hell blitzenden Augen auf die Beine.
    Schnell drückte sich Viti an Baru und Firballa aus dem Raum, und auch die Beiden sahen zu, das sie Land gewannen, den Chiemi war durch den Spot und Anploes hilfloser Tollpatschigkeit doch sehr in Rage geraten. Wütend trommelte sie mit ihren Händen und Fäusten abwechselnd auf Schultern und schützend empor gehaltenen Unterarmen des noch immer knienden Hüters.
    „Ich werde dir deine Schankdirnen und leichten Mädchen schon austreiben“ schrie sie den völlig fassungslosen Anploe an, der überhaupt nicht mehr wusste wo oben oder unten war. „Was denn für leichte Mädchen? Ich weiss gar nicht wovon du sprichst, was ist los mit dir? Aua jetzt aua hör auaaaaa auf“ Und mit einer richtigen Kraftanstrengung stand Anploe auf, packte mit der gleichen Bewegung mit seinen starken Armen Chiemi und zog sie an seine Brust. Und drehte gleichzeitig blitzschnell seine Hüfte so das Chiemi in ihrer Wut als sie das Knie hochriss statt seiner Körpermitte nur den gepanzerten Oberschenkel traf.
    „Ist es jetzt gut mein kleiner Honigkuchen? Komm wieder zu dir wir haben noch etwas zu erledigen bevor wir das hier intensivieren können“. Er lies Chiemi zu Boden, und trat rasch 2 Schritte zurück—Mann war ja vorsichtig. Heftig schnaufend und prustend stand Chiemi vor ihm und fing plötzlich an zu lachen, „Honigkuchen? Ist dir nichts besseres eingefallen?“
    „In der Not nicht“ grinste Anploe, aber ich werde mir Mühe geben“. Rasch gingen die beiden ihren Freunden hinterher, allerdings nicht ohne einen letzten reumütigen und sehnsuchtsvollen Blick von Chiemi auf die Schmucktruhe.
    Vor der Hütte trafen sich dann die Freunde, und nachdem Firballa und Viti die Gruppenmitglieder mit Buffs frisch verstärkt hatten, und jeder den korrekten Sitz seiner Rüstung und Ausrüstung überprüft hatte, gingen sie auf den Gang zu, der dem genau entgegen lag durch den sie die Höhle betreten hatten.
    Scheinbar endlos wand sich der Gang vor unseren Freunden dahin—mal auf dann wieder ab rechte und linke Biegungen wechselten sich mit geraden Teilstücken ab, ein erst leicht muffig wirkender abgestandener Geruch wurde langsam stärker—nach mehreren weiteren Windungen des Ganges sogar unangenehm beißend.
    „Boah das stinkt als hätte einer in die Ecke geschissen, und das mehr als einmal und als hätte derjenige ein mächtiges Problem mit seiner Verdauung“ stieß Baru hervor „der Typ sollte echt mal zum Heiler gehen“. In diesem Augenblick endete der Gang nach einer letzten Kehre in einer weiteren Höhle, sie hatten ihr Ziel erreicht wie es aussah.
    „Ich befürchte da wird ein Heiler nicht viel Helfen können“ meinte Kamala voller Ekel denn sie hatte die Ursache des üblen Geruches erblickt.
    Die Höhle war groß, an den Wänden standen überall Bücherregale in denen sich Gebundene Bücher, kunstvolle Folianten und Schriftrollen stapelten. Eigentlich waren überall Schriftstücke, selbst auf dem Boden lagen sie, zum Teil wie achtlos weggeworfen zum Teil sorgfältig abgelegt und gestapelt. Ein großer wuchtiger Schreibtisch stand auf der rechten Seite des Raumes, auch er war über und über mit Schriftstücken übersäht, und dann in der Mitte war ein großer steinerner Altar mit einem riesigen auf den Boden gezeichneten Pentagramm. Eindeutig war das dass Arbeitszimmer des Magiers, der ganze Boden war mit ehemals kostbaren Fellen und Teppichen bedeckt, auch an den Wänden waren überall Gobelins und große Landkarten der 3 Reiche verteilt, so das die Höhle überhaupt nicht karg und öde wirkte. Aber es wirkte alles sehr oberflächlich, so als hätte man die Felle und Teppiche einfach nur so auf den Boden geworfen, ohne jeden Plan und ohne das kleinste bisschen Interesse. Kostbare Seidenteppiche lagen zum Teil zerknittert und beschmutzt zu einem Haufen zusammengerafft an der linken Seite, und von da kam auch der Gestank. Vor dem Stoffhaufen stand eine Hünenhafte Gestalt in einem schmierigen völlig verdreckten Schuppenpanzer, in der einen Hand einen kleinen Rundschild und an seiner linken Seite hing eine hässlich aussehende Keule. Ein Druide, schon lange tot und ebenso wie Flagran durch die Magie wieder zu unnatürlichem Leben erweckt. Das Tier was auf dem Teppichnest lag hob seinen Kopf und blickte die Freunde an. Vor langer Zeit begann es sein Leben als einfache Schachtratte aber bösartige Magie und verzerrte unnatürliche Experimente hatten aus der Ratte ein Wesen gemacht aus dessen Augen der reine Hass auf alles Lebende sprühte, gepaart mit einer schon fast böswillig zu nennende Intelligenz. Sie erhob sich von ihrem Lager, und Anploe zog hörbar die Luft zwischen seinen Zähnen ein, als er sah das sie dem Bolg Druiden Zombie bis zur Hüfte reichte. „Das Biest ist so groß wie Muffy mit Helm, da hab ich ja schon kleinere Pferde gesehen“ sagte er beeindruckt.
    „Ah da sind ja meine Ehrengäste eingetroffen“ hörten sie in diesem Augenblick und erblickten einen hochgewachsen ausgezehrten Magier der von den Büchern an dem Schreibtisch verdeckt gewesen war und nun hochschaute. Kommt doch näher“ und mit einer sehr lässig aussehenden Armbewegung winkte er den Freunden zu, und zack standen sie mitten im Raum—keine 3m von dem Schreibtisch weg. Fluchend wollte sich Muffy auf den Magier stürzen, aber der wedelte nur kurz mit der Hand und bleierne Schwere erfüllte die Arme und Beine der Gruppe. Keiner konnte sich mehr bewegen, nicht mal den kleinen Finger konnte Baru oder Muffmolch bewegen, sosehr sie sich auch anstrengten.
    „Vielleicht können wir das ja hier friedlich regeln wie zivilisierte Menschen, ihr habt eine Menge meiner Diener unwiederbringlich getötet, und ich hatte schon so lange keine lebenden Gäste mehr mit denen ich mich unterhalten konnte“. Kamala lief es kalt den Rücken herunter als der Magier das sagte, denn er betonte lebende auf sehr merkwürdige Art und Weise.


    „Ich kann ein sehr angenehmer Gastgeber sein, und ich habe einflussreiche Freunde überall. Eure sehnlichsten Wünsche könnte ich leicht erfüllen, wenn ihr mir dafür eure Treue schwören würdet.
    Und sein Blick durchbohrte die Freunde und offenbarte Ihm ihre geheimsten und sehnsüchtigsten Wünsche.
    Viti sah sich plötzlich beim König am Hofe, ein großes Bankett fand statt, und viele Gaukler und Künstler spielten auf und amüsierten die Gäste. Eine Gruppe Akrobaten verrenkten sich die Glieder und jonglierten noch dabei mit allerlei Kegeln und Bällen. Die Musiker gaben ihr bestes und spielten wie die Teufel, aber der König blickte nur gelangweilt umher, und die ersten Gäste fingen an mit abgenagten Knochen und Trauben nach den Akrobaten zu werfen. Die Stimmung begann gereizt zu werden—wo blieb die versprochene Attraktion? Gaukler und Musikanten—so was gibt es auf jedem Rummel, aber der Haushofmeister hatte doch dem König etwas noch nie da Gewesenes versprochen. Mit einigen müden Bewegungen seiner linken Hand scheuchte der König die Gruppe Akrobaten davon. Etwas Klimpergeld wurde ihnen nachgeworfen, aber obwohl sie zu den Besten ihrer Zunft zählten, konnten sie heute nicht überzeugen. Die Anwesenden erwarteten etwas Besonderes — einen Hochgenuss sollte es heute geben.
    Der Haushofmeister stellte sich vor den König, räusperte sich laut und vernehmlich, stampfte mit seinem Stab nicht einmal—nicht zweimal (so was wurde nur für sehr hohe Gäste gemacht), sondern unerhörte dreimal auf den Boden. Schlagartig wurde es ruhig im Rittersaal, erwartungsvoll ruhten alle Blicke auf dem Haushofmeister. Ein letztes Mal räusperte er sich, und hob seine ohnehin klangvolle Stimme. Hohe Herren verehrte Ladys der König präsentiert ihnen voller Stolz ----- VIIIIITTTTIIII
    Und mit stolzgeschwellter Brust, den Rücken bolzengerade Durchgedrückt stolzierte Viti in den Rittersaal. Die Klampfe fest in der Hand lies sie die Hand mehrmals rasch über die Saiten gleiten, und eine Melodie so süß wie Honig erfüllte den Saal, und dann begann ihr Gesang und es war als würden himmlische Chöre ihre Pforten öffnen. Viti tänzelte durch den Raum wie ein Phantom—gerade war sie noch links schon leuchtete ihr rotes Samtwams in der Mitte des Raumes auf, um kurz darauf einem Adeligen ganz Rechts an der Tafel ums Kinn zu streicheln und noch bevor er sie erfassen konnte schon 2-3 Meter weiter weg zu sein. Wie ein Schemen schien Viti überall gleichzeitig zu sein, und ihre schier göttliche Stimme erfüllte den Saal mit liebreizender Musik. Die letzte Strophe endete und mit einem Schlussakkord verklang das Lied, erfüllte die Herzen aller mit Liebe und Sehnsucht. Alle im Saal wirkten noch wie verzaubert als der König sie zu sich winkte, sie die Königin aller Barden und Bänkelsänger. Wenn das jetzt ihre Freunde sehen könnten, Kamala, Anploe Baru und Firballa. Chiemi und Muffy? Da war doch etwas mit Muffy etwas wichtiges, sie versuchte sich zu konzentrieren aber da war doch auch der König der sie zu sich winkte........

    Kamala stand plötzlich in einem großen Turmzimmer, die Wände waren voller Regale und alle waren überfüllt mit Büchern. Sie stand in einem unglaublich gut ausgestatteten Magierzimmer, hier konnte sie ihre neusten Zaubersprüche erforschen und verfeinern, ihre Forschungen in der Nekromantie könnten ungeahnte Fortschritte machen. Ihr Blick fiel auf das geöffnete Buch auf dem großen Sekretär an der linken Wand, da stand sie ja die Formel mit der Sie einen starken Skelett Krieger rufen konnte. Sie brauchte sich die Formel nur noch einprägen und könnte dann jedem Midgarder Knochenmagier mit seinen eigenen Waffen angreifen. Und die Formel schien sogar ganz leicht, sie musste sich nur etwas mehr auf diese konzentrieren---aber da war doch etwas wichtiges, etwas unabdingbar Wichtiges schien an ihrer Konzentration zu nagen. Da war ein kleiner Lurikeen, er trug einen Schuppenpanzer ein Champion, Kamala kannte diesen Champion aber die Formel—10 Jahre hatte sie diese Formel gesucht und da lag sie doch vor ihr. Kamala musste doch bloß ein paar Schritte machen und zum Schreibtisch zu gehen....

    Die Schlacht um Dun Crauchon wogte hin und her, immer wieder griffen die Midgardischen Krieger an und es schien das ihr Nachschub an Truppen und Material unerschöpflich war. Welle um Welle schlugen Hibernias Streitkräfte zurück aber langsam sank die Moral, zum Teil völlig erschöpft sacken manche auf ihren Posten zusammen, andere schrien verzweifelt nach einem Heiler –für sich Selbst oder einem Freund den sie ihn den Armen hielten. Druiden Hüter und Barden hasteten umher und spendeten Trost und heilten mit Ihren Zaubern die schlimmsten Verletzungen. Sie sparten mittlerweile ihr Mana und so manch leichtere Blessur wurde mit einem sauberen Tuch oder auch einem einfachen Stofffetzen umwickelt, weil die Heiler ihr Mana zurück hielten um die wirklich schweren Verletzungen heilen zu können. Es sah aussichtslos aus, der Feind hatte 3 Mal das Außentor schon durchbrochen, und 3 mal war er zurückgedrängt worden, aber der letzte Ausfall war der kleinen Streitmacht aus Hibernia teuer zu stehen gekommen. ¼ von ihnen war dabei schwer bis schwerst verletzt worden, und das schlimmste –es hatte ihren Kommandanten erwischt. Ihm tiefem Getümmel hatte ihn ein vergifteter Dolch in die Seite getroffen und noch bevor ihn jemand heilen konnte starb er noch auf dem Schlachtfeld.
    „Wir werden nicht aufgeben, denn ansonsten wären alle Opfer vergebens gewesen“ ein großer Bolg in Schuppenrüstung stellte sich auf den Vorplatz und regte seinen Speer in die Luft. „Wir werden diese Horde aus dem kalten Norden in ihre Gefilde zurück schicken“.
    Und das Unmögliche gelang, als die Midgarder kurz darauf angriffen stürmten die Hibernianer angeführt von ihrem neuen Kommandanten in die feindlichen Reihen, und ihre Schwerter und Dolche hielten reiche Ernte. Und immer wieder riefen sie den Namen ihres neuen Anführers
    „Baru Baru Baru“ als Schlachtruf. Baru fühlte sich unglaublich wach und konzentriert, mit ungeahnter Schnelligkeit und Beweglichkeit parierte er feindliche Hiebe und Schläge und landete dabei selber Treffer um Treffer. Ein kurzer Ausfall nach Links—schon sank ein Troll mit durchbohrter Kehle zu Boden. Ein mächtiger Tritt nach vorne und mit schmerzverzehrtem Gesicht hielt sich ein Kobold seinen Unterleib und lag Sekunden später mit perforierter Lunge am Boden. Jubel brannte auf als die letzten Midgarder versuchten zu fliehen, ihre Linien waren durchbrochen, die meisten Magier und Heiler tot oder am sterben, und die wenigen Überlebenden sahen sich in einer Ausweglosen Situation. Bogenschützen und Nachtschatten schwärmten aus, um sich ihrer anzunehmen, und für so manch einen Feind der sich im Wald sicher fühlte und kurz verschnaufen wollte war ein leises Rascheln des Unterholzes oder das Sirren einer Bogensehne das letzte was er in dieser Welt hörte.
    Begeisterte Hibernianer feierten ihren überwältigen Sieg gegen den verhassten Feind und skandierten immer wieder den Namen ihres Helden Baru. Immer wieder ließen sie ihn hochleben, Stolz ging er durch die Reihen seiner kleinen Armee. Das war es was er immer gewollt hatte, sein sehnlichster Traum ging heute in Erfüllung. Doch da war doch was, irgendwie fehlte noch etwas zu seinem völligem Glück. Eine dumpfe Erinnerung an eine sanfte Firbolgdame, Fallafel? Firuna? Und da waren auch noch 2 Kelten Hüter, eine Bardin und ein Lurikeen?? Baru versuchte sich zu konzentrieren doch seine Gedanken waren wie vernebelt, Erinnerungen an eine Elfenmagierin ganz in roter Seide und an ein stolzes Einhorn auf einem Umhang zogen wie verblasste Bilder an ihm vorbei. Er versuchte sie genauer zu greifen, aber sie waren wie Nebelphantome -- er schaffte es nicht sie zu packen. Und die Menge um ihn rum rief doch nach ihm. Er wurde gebraucht, man vertraute auf ihn....

    Firballa sah sich in ihrem kleinen aber wohlausgestattetem Laden um. Die getrockneten Kräuter hingen ordentlich sortiert an den Wänden, alle Regale waren voll mit Flaschen und Döschen voller Tinkturen und Salben. Sie konnte stolz sein, Ihr kleiner aber feiner Laden lief gut, man kam gerne zu ihr und vertraute in Sachen Heilung auf ihren Rat. „Mama Mama Dragan hat Papa gesehen, er kommt gerade die Strasse hoch und ist gleich hier“ rief ein Mädchen von vielleicht 6 Jahren---ihre Tochter. Wärme durchflutete Firballas Eingeweide und ihr Herz machte einen Sprung als ihr geliebter Baru die Türe öffnete, auf dem Arm einen 10 jährigen Jungen der begeistert quietsche als Baru ihn losließ und kurz vor dem Boden wieder auffing.
    „Hallo Sonnenschein Meister Lachlan hat nach dir gefragt, der hochmütige Elf schien wirklich auf deinen Rat hören zu wollen. Anscheinend weiß er wirklich nicht weiter, denn so zerknirscht und ratlos sah ich ihn noch nie“. Baru durchschritt die Tür und war mit wenigen Schritten bei Firballa und vollbrachte problemlos das Kunststück sie feste zu umarmen, und gleichzeitig den Jungen auf seinen Oberarmen zu halten. Ganz kurz durchzucken Erinnerungsfetzen Firballas Gedächtnis, Erinnerungen an unzählige Gefechte an eine kleine aber feine Gruppe von Freunden, Freunde die sie gebraucht hatten—sie immer noch brauchten? „Schatz was hast du? Stimmt etwas nicht? Fühlst du dich nicht wohl?“ liebevoll nahm Baru sie in den Arm, genauso wie sie es sich immer gewünscht hatte—wie es ihr allergrößter Traum war.
    „Das kann doch alles nicht real sein—du bist doch ein Krieger und kein Stadtbolg“ meinte Firballa verwirrt. Irgendwie erschien es ihr nicht richtig Baru in normaler Kleidung zu sehen, statt in einem schweren Schuppenpanzer. Und seine starken Arme trügen Schwert und Schild statt der Milchkanne mit der er soeben Milch geholt hatte. „Hast du Neuigkeiten von unseren Freunden gehört? Von Kamala oder Anploe? Oder was von der Bardin Viti?“
    „Firballa fängst du wieder an zu fantasieren? Ist das Fieber wieder zurückgekommen? Darüber haben wir doch schon gesprochen—wir kennen diese Leute nicht von denen du immer wieder sprichst“ „Mama hast du einen Apfel für mich?“ riss die Stimme des Jungen Firballa aus ihren Gedanken, und schon regten sich 2 Arme in ihre Richtung. Lachend schnappte sie sich den kleinen Racker und ging mit ihm auf den Arm Richtung Küche. Aber obwohl sie den ganzen Tag sehr viel in ihrem Laden zu tun hatte, schweiften ihre Gedanken doch immer wieder zu jenen mysteriösen Typen in ihrem Hinterkopf. Alle in dunklem Rot gekleidet, auf den Umhängen ein Pferd? Einhorn? das auf den Hinterläufen stand und mit den Vorderbeinen um sich schlug.
    Baru mit einem mächtigen Breitschwert in der Hand, auf dem Rücken einen großen Speer, an seiner Seite eine Elfenmagierin und eine Bardin. Etwas versetzt 2 Hüter, offensichtlich ein Pärchen so wie die Hüterin ihren Partner anhimmelte, und durch die Gruppe leicht verdeckt ein Lurikeen in Schuppenrüstung und einem riesigen 2-Händer auf dem Rücken der sie mit traurigen Augen ansah. Er schien sie zu rufen, aber Firballa konnte ihn nicht verstehen auch sein Name blieb ihr verborgen, obwohl ihr Herz meinte das dass bestimmt wichtig wäre—wenn sie sich nur erinnern könnte. Aber immer dann wenn sie meinte das der Name näherkommen würde, wurde es im Laden wieder voller—oder eines der Kinder wollte was von ihr, 1000 Sachen passierten so als wollte jemand verhindern das sie sich erinnerte........

    Verwirrt schaute Chiemi in die Runde, sie lag auf einem riesigen Himmelbett und ein Blick aus dem Fenster genügte ihr, damit sie wusste, dass es tiefste Nacht war. Unsicher grübelte sie warum sie aufgewacht war, Erinnerungen an einen Magier und eine riesige Ratte schwammen durch ihr Gehirn. „Verdammt ich hätte gestern Abend wohl lieber einen Humpen weniger Wein trinken sollen, ich habe ja schon Alpträume“, aufstöhnend ließ sie sich wieder in die Kissen zurücksinken.
    „Hallo Süße schon wieder munter?“ erklang plötzlich eine Stimme neben ihrem Ohr und eine starke Hand wanderte an ihrem Oberkörper entlang und umfasste fordernd ihren linken Busen. „Wie was wer bist du denn?“ fuhr Chiemi aufquietschend hoch und schlug die Hand weg.
    „Hey was ist denn mit dir los? Das klang aber gestern abend noch ganz anderes?“ beleidigt zog sich die Hand zurück. Ihre Gedanken wirbelten wild durcheinander - diese Stimme würde sie auch in der finstersten Nacht erkennen. „Anploe?“, fragte sie unsicher. „Nein der Troll von nebenan“ grunzte Anploe missmutig, drehte sich auf die andere Seite—und präsentierte Chiemi seinen muskulösen Rücken.
    Natürlich war es Anploe - jetzt fiel es ihr alles wieder ein. Sie liebten sich - er war vor ihr auf die Knie gefallen und hatte um ihre Hand angehalten - es war eine wundervolle Hochzeit gewesen, mit gutem Essen, Musik und ihren Freunden. Und dies war ihre Hochzeitsnacht. Chiemi beugte sich zu ihm rüber und knabberte verspielt an seiner Schulter, ihre Finger glitten sanft über seine Rippen und verweilten dann kurz auf seiner Hüfte. Rasch drehte sich Anploe rum, und zog Chiemi an seine Brust, um ihr Gesicht und ihren fiebernden Körper mit wilden Küssen zu bedecken...
    Später lag Chiemi halb wach neben einem leise schnarchenden Anploe. Seine Lippern hatten brennende Spuren auf ihrem Körper hinterlassen und noch immer schlug ihr Herz wie eine Kriegstrommel. Sie hatten sich ausgiebig geliebt, und Anploe hatte sich als einfallsreicher hingebungsvoller Liebhaber erwiesen, aber irgendetwas stimmte an dieser ganzen Situation nicht. Es war so wie sie es sich doch schon so lange ausgemalt hatte, alles passte—alles passte einfach zu gut, es war wie ein Traum aus dem man nicht aufwachen wollte obwohl man genau wusste dass was nicht stimmte.
    Aber darüber konnte sie ja auch noch am Morgen nachdenken - schließlich war es ihre Hochzeitsnacht und sie und Anploe hatten noch ihr ganzes Leben vor sich --und mit einem letzten liebevollen Blick auf den nackten Körper von Anploe schoss ihr ein: oder vielleicht doch erst am Mittag, als warmer Gedanke durch den Kopf und wohlig einschlafend kuschelte sie sich an Anploe......

    Ein fröhliches Liedchen pfeifend ging Anploe durch die Strassen von Tir Nan Og. Er war gut gelaunt, hatte gestern beim Würfeln mehrmals gewonnen, und auch das Lied das der Barde in der Taverne gespielt hatte gefiel ihm. Immerhin ging es ja über ihn—Anploe die Geißel Albions—so hatte es der Barde genannt, und meinte damit sein letztes Abenteuer in Albion, das ja sehr erfolgreich gewesen war. Die Schlappe würde den Albs noch lange im Nacken brennen, ratz fatz hatte sein wilder Haufen Cear Boldiam eingenommen und geplündert. Die schwache Wachmannschaft, die verzweifelt das Relikt bewachte das sie Wochen vorher in Hibernia geraubt hatten, wurde rasch und mit nur geringen eigenen Verlusten niedergemacht und Dagdas Kessel war wieder in hibernianischen Händen. Umsichtig hatte Anploe seine 30 Mann starke Truppe zurück zum Meer geführt und dann waren sie schnell wie der Wind mit dem Kriegsschiff das auf sie wartete zurückgesegelt.
    Unter großem Jubel gingen sie dann Tage später bei Dun na nGed an Land und übergaben das Relikt an eine Eskorte die es zu seinem Angestammten Platz in den Relikttempel zurückbrachten.
    Der König selbst hatte sie belobigt und ihnen zu Ehren ein Fest gegeben und seit dem war Anploe ein bekannter Mann. Wildfremde Menschen grüssten ihn nun auf der Strasse und mehr als nur eine noble (und auch bürgerliche Dame) hatte verstohlen gezeigt das er doch mal am Abend vorbei schauen sollte. Na wenn da mal Chiemi nicht eifersüchtig wird grinste Anploe vor sich hin, und stutzte dann „ Chiemi? Wer oder was ist denn Chiemi?“ grübelte er. „Ich kenne doch niemanden der so heißt. Oder doch?“ Kopfschüttelnd ging er weiter, „wenn es wichtig ist fällt es mir sicher wieder ein, bestimmt habe ich diesen Namen mal wo aufgeschnappt.“ Und schon war der Name wieder vergessen, denn er konnte schon das Schild vom Wirtshaus sehen, was sein Ziel war. Der torkelnde Eber bot genau das was er suchte, Wein Weib Gesang und Würfel ....

    Mit einem hämischen selbstsicheren Gesichtsausdruck wand sich der Magier dem kleinen Champion zu, fest blickte er ihm in die Augen, und versuchte die Gedanken zu lesen und Muffmolch zu verzaubern. Und zum erstenmal seit langer Zeit erschrak er, Er der er die finstersten Dämonenverseuchtesten Abgründe gestiegen war um zu lernen, erkannte das doch nicht jeder käuflich war. Die Gedanken des kleinen Lurikeen drehten sich immer wieder nur ums eins—den Tod, einen grausamen gnadenlosen Tod—seines Todes. Bilder eines enthauptet Magiers wechselten sich ab mit immer grausameren Todesarten, in immer rascherer Reihenfolge starb ein und derselbe Magier immer und immer wieder. Selbst die finsteren Sukkubis im Df hassten nicht unerschütterlich, und sogar der gnadenlose Torwächter Dommel hatte ruhigere Momente wo er es sich bei einem Humpen guten Weins gemütlich machte und mit den anderen Dämonenritter den Abend mit Weib und einem Würfelspiel genoss. Doch dieser kleine Champion hatte alle Gedanken an ein zufriedenes oder gar glückliches Leben ausgeklinkt und trug seinen Hass und eine unergründliche Wut wie einen Schild vor sich.
    Zauber die ansonsten Kreaturen jeder Art stoppten oder schwächten versagten an dem kleinen Champion, selbst der starke Bannzauber der sonst ganze Gruppen einlullte und für einige Minuten verwirrte brachte den Lurikeen nur kurz aus dem Gleichgewicht. Mit völlig ausdruckslosem ja schon fast stoischem Gesichtsausdruck fasste Muffmolch über seine linke Schulter und zog eine anmutige Großwaffe. Er hatte sie in Atlantis, in den von glühender Lava durchzogenen Hügeln, einem riesigen Geistertauren mit dem Namen Malamis im Kampf entronnen. Die Waffe sah furcht erregend aus, geheimnisvolle Runen leuchteten auf als Muffy den Griff mit beiden Händen umfasste.
    Unsicher sah der Magier die Waffe in den Händen des Champions, er wusste das dass Metall aus Atlantis gegenüber den normalen Waffen der 3 Reiche hoch überlegen war, und nur die sehr hohen Reparaturkosten die meisten Krieger zurück schrecken ließ, und solche Waffen nur in Ausnahmesituationen zum Einsatz kamen, und selbst dann meistens nur um psychologisch zu wirken. Jetzt einen kleinen Lurikeen mit einer solchen Waffe auf sich zumarschieren zu sehen, überraschte ihn, und zwang ihn diesen kleinen Hibernianer ernster zunehmen als er es eigentlich wollte. Ein rascher Blick auf den Rest der kleinen Streitmacht brachte dem Magier sein inneres Gleichgewicht zurück. Hilflos hangen sie in den Illusionen fest die Er gezaubert hatte, und diese Illusionen wurden noch durch deren eigenen Wünschen verstärkt und genährt.

    Viti tänzelte auf den König zu, schnell überlegte wie weit Sie wohl gehen konnte, was Sie riskieren konnte und was noch schicklich wäre, denn immerhin war er ja der König von ganz Hibernia. Es waren vielleicht noch 2,3 Meter die Viti überbrücken musste, um in der Reichweite des hochgewachsenen Elfen zu sein der auf dem Thron saß, als sich plötzlich einer der Diener zum König verneigte und diesem etwas sagte. Mit hochgezogener Augenbraue hörte der König interessiert zu, um dann den Lakaien abzuwinken und seinen Augenmerk direkt auf Viti zu richten. Wie sollte Viti König Lugh Lamfhota beschreiben oder in einem Lied wahrheitsgetreu unterbringen? Er war hochgewachsen wie alle Elfen, aber kräftiger und etwas weniger arrogant mit einem leicht abwesenden Blick. Seine Haltung und Ausstrahlung hätte Viti wie jeder andere Hibernianer selbst Halbtot und Blind unter tausenden bemerkt.
    Lugh Lamfhota herrschte nicht einfach auf Hibernias Thron – Er war der Thron. Und kurz vor diesem befand sich unsere kleine Bardin. Ein Blick in die Augen und Vitis Seele kämpfte um Ihr bestehen, diese Augen wirkten wie Brennrohre und durchforsteten Vitis Wesen, legten ungefragt alle Stärken und Schwächen dem Elfen preis.
    „Ihr habt wohl gesungen junge Keltin, selten hörten wir solche einen Liebreiz aus einer sterblichen Kehle, aber verzeiht eine Frage: Wo sind eure Freunde heute Abend? Wir können niemanden von der Gilde Hibernias Blut hier sehen. Weder Firbolgs noch Elfen, keine Kelten und auch keine Lurikeens, sind Sie denn nicht zu eurem Auftritt erschienen? Wollten eure Freunde euch denn nicht unterstützen? Wo sind denn Anploe und Chiemi, Kamala und die sanfte Firballa? Nicht zu vergessen der Fian Baru, und der kleine Lurikeen der immer schaut als habe er Essig getrunken, und den wir noch niemals lachen sahen. Er hat letztens die halbe Garde von uns im Duell geschlagen — Mann für Mann. Wie war doch gleich sein Name? Wir würden ihn gerne zum Training der Haushofgarde verpflichten …….

    Kamala studierte die Formeln in dem Buch. Eigentlich waren sie recht einfach, aber immer wenn sie glaubte einen Teil zu beherrschen, verhaspelte sie sich in der korrekten Aussprache oder an der Betonung. Verdammt das kann doch nicht so schwer sein fluchte sie still vor sich hin. Selbst Chiemi würde das doch behalten können, auch wenn Anploes Bizepsumfang ihr mehr bedeutete.
    Chiemi? Anploe? Diese Namen sagten ihr was, da war immer wieder diese Pony das durch Kamalas Gedanken trappte, es war ein Gildenwappen soviel war Kamala mittlerweile klar geworden, und dem ziehen in ihrem Brustkorb nach zu urteilen bedeutete es ihr eine Menge. Plötzlich schoss ihr ein -- Muffy braucht mich durch den Kopf – und Formeln und Bücher verloren jeden Charme. Das Turmzimmer verblasste vor ihren Augen und machte einer Höhle Platz in der das Chaos Fuß gefasst hatte. Rasend vor Zorn rannte Kelsenelendril der kleine Champion auf den unbekannten Magier los. Er hatte die schwere Waffe aus Atlantis gezogen und würde das war Kamala klar diesen Kampfplatz nur auf einer Art verlassen, Siegreich oder Tot.
    Rasch blickte Sie sich um, Viti begann schon zu zwinkern und sich leicht zu bewegen, und würde den Hypnosezauber bald durchbrochen haben der sie alle so unverhofft erwischt hatte. Firballa und auch Baru hingen in den Illusionen noch ziemlich fest, aber was war denn mit Anploe und Chiemi los? Chiemi hatte ein so schlaffes Grinsen aufgelegt das Kamala sofort klar war in welcher Art von Illusion sie sich verfangen hatte, und auch Anploe stand da in seiner „Heldenpose“ die er so gerne in Kneipen und Spelunken einnahm. Um deren Zauber zu durchbrechen bräuchte Kamala die Hilfe der Bardin und das am besten ziemlich zügig, denn nun begannen sich auch die beiden anderen Gegner in dem großen Raum sich zu bewegen und auf die Gruppe zuzugehen.

    „Arroganz müsst ihr ausstrahlen, und zwar mit jeder Zelle eures Körpers“ wieder und wieder klangen die Worte seines alten Trainers durch Muffmolchs Ohren und beschworen Bilder aus lang zurückliegenden Zeiten. Wie er mit 11 anderen Championanwärtern auf dem großen Trainingsgelände in der Nähe von Mag Mell in glühender Sommerhitze aufrecht stehende oberschenkeldicke Holzstäbe mit dem Zweihänder am bearbeiten war.
    „Haaaaaaaaallo Kelsenelendril das ist nicht der Schenkel deiner Freundin was du da in deinen Händen hältst, was habe Ich dir schon 1000 mal gesagt? Feste das Schwert halten, aber flexibel denn sonst bricht dir jede feindliche Parade das Handgelenk oder den Unterarm. Und ich will ARROGANZ sehen, ihr seid Zweihandfighter und könnt euch dementsprechend nicht hinter einem Schild verstecken wie Fiane. Mit großem Glück und Können werdet ihr es vielleicht mal schaffen Pfeile mit dem Schwert abzuwehren, aber das wird die Ausnahme sein. Ihr müsst lernen dem Feind mutig und entschlossen entgegenzugehen. Es muss diesem schon vor dem Angriff auf euch klar sein das er diesen Kampf nicht überleben wird, außer durch viel Glück oder sehr großem Können. Wenn ihr diese Arroganz beherrscht, in Verbindung mit der Magie die Ihr ja auch noch besitzt, werdet ihr da siegreich sein wo andere versagen. Wer das nicht versteht oder beherrscht, sollte vielleicht überlegen ob der Weg des Schneiders nicht besser für Ihn wäre. So sollt ihr das Schwert führen, senkrechte oder schräge Hiebe ausführen mit einer Riposte quer über den Körper oder schräg in die Achselhöhle und nicht komplett waagerecht wie ein Bauer eine Sense führt zum Kornmähen. So einen Hieb lenkt jeder Narr ab ohne sich anzustrengen und ihr liegt mir nichts dir nichts im Staub mit durchbohrter Kehle.“
    Wütend umfasste der kleine Lurikeen den Schwertgriff, und lies dann seine ganze Wut und seinen Zorn in die nächsten Hiebe gleiten, wild flogen die Holzspäne in alle Richtungen davon dicht gefolgt von dem oberen Teil des Stabes der mit einem ausgefranstem Ende sich überschlagend zur Seite segelte.
    „Und hier haben wir nun ein tolles Beispiel in welch eine Position einen blinde Wut bringt“, dieser Kämpfer hat sich in wenigen Sekunden total verausgabt – sicher sein Gegner ist erledigt aber nun könnte ihn selbst ein Baby mit seiner Rassel besiegen.“ Schnaufend und völlig außer Atem stand Muffy neben dem Holzstamm, Holzspäne und Splitter lagen zu seinen Füßen, betreten sah er zu Boden denn er wusste das der Trainer recht hatte. Aber noch viel mehr brannten die hämischen Blicke der anderen Lehrlinge auf seinem Körper.
    „Benutze deinen Kopf und niemals deinen Zorn, denn sonst bist du Tot und dein Gegner verlässt lebend das Schlachtfeld. Sei Arrogant strahle Ruhe und Ausgeglichenheit aus, dann wird dein Gegner verlieren. Und benutze EINEN Schlag um etwas Zu Ende zubringen, keine Hampeleien die dich nur verausgaben“, und mit diesen Worten nahm der Trainer kurz Maß und spaltete mit einem raschen lässig aussehenden Hieb den nächsten Pfosten auf 2/3 seiner länge.

    All das ging dem kleinen Champion durch den Kopf als er entschlossen auf den Magier zulief.
    Er nahm seine ganze Wut und den Zorn und presste ihn regelrecht zusammen, so dass er genau den Zustand erreichte den sein Trainer ihm damals immer eingebläut hatte. Immer noch zornig, aber nun erheblich gelassener, ja fast schon losgelöst näherte er sich seinem Feind. Und da geschah etwas Seltsames mit der uralten Waffe aus Atlantis. Jeder wusste von den Gerüchten über die seltenen Artefakte, über ihre angeblichen Fähigkeiten und das sie regelrecht mit ihrem Besitzer verschmelzen konnten und eine Einheit mit ihm bildeten. Muffmolch hatte das bis dahin als puren Aberglaube und Lagerfeuer Geschichten alter vernarbter Krieger eingestuft, aber nun konnte er fühlen wie sich der Griff des Großschwertes unter seinen Händen veränderte, kleine Mulden und Kerben bildeten sich, passten sich seinen Händen optimal an --- selbst der Schwerpunkt verschob sich ein Stückchen so das das Schwert nun perfekt für ihn ausgewogen war. Er konnte regelrecht eine Präsenz spüren die lächelte und ein „ Na endlich weißt du wie es geht“ sagte, und da verstand Muffy plötzlich wieso der große Taurus kurz vor Ende des Kampfes ein verzweifeltes „Wieso willst du mich verlassen“ gebrüllt hatte. Man muss es wert sein die Artefakte zu tragen, nur dann entfalten sie ihre ganzen Fähigkeiten und verleihen ihrem Träger mehr Macht als normale Waffen und Rüstungen.

    Firballa saß müde und erschlagen an dem großen Tisch in der Stube, das Abendessen war vorüber und Baru war noch auf einen Humpen Bier mit seinen Freunden in die Taverne gegangen. Die Kinder waren schon im Bett und sie hatte nun endlich etwas Zeit für sich. Eine Näharbeit lag vor ihr, aber zuerst würde sie sich etwas Wein einschenken, denn der heutige Tag war doch mehr als stressig gewesen. Allerdings konnte sich der Umsatz wirklich sehen lassen, viele ihrer Kräuter gingen heute über den Tresen, und sie würde wohl die Tage Nachschub bei Chiemi und Anploe ordern müssen wenn diese wieder….
    Plötzlich stocken Firballas Gedanken, wieso fielen ihr immer wieder diese komischen Namen ein? Sie kannte doch niemanden der so hieß, oder etwa doch?
    Und plötzlich brach der Damm in ihrem Kopf, die Passage der Konflikte!!!!!
    Da waren sie doch alle hingegangen—und der kleine Champion war Muffy…
    Mit einem wehmütigen Blick aufs Kinderzimmer konzentrierte sich Firballa auf ihre Freunde und zerbrach die Illusion.
    In der Höhle erblickte sie als erstes den kleinen Champion der wutentbrannt auf den Magier zu rannte, und dabei eine Gefühlskälte ausströmte das Firballa Angst und Bange um seinen Geisteszustand wurde. Kamala hatte die Illusion auch schon abgeschüttelt und nickte Ihr zu, also musste nur noch der der Rest geweckt werden. Rasch drehte sie sich zu Baru um, um ihm gezielt gegen das Schienbein zu treten, was in den Fällen meistens half.

    Baru badete in der Menge, die ihn begeistert feierte. Durch seine rasche Führung hatte er es tatsächlich geschafft und den sicheren Untergang in einen furiosen Sieg umgewandelt. Heute Abend würden einige Fässer mit Getränken ihren Weg durch durstige Kehlen nehmen, und auch gebratenes und gegrilltes würde den selben Weg einschlagen. Rasch drehte er sich um, um zur Festung Dun Crauchon zurück zulaufen, als er sich irgendwie den Fuß an einem Stein stieß.
    Stirnrunzelnt blickte er zu Boden, konnte aber keinen Stein oder Ast erkennen, zack nun tat ihm das andere Bein weh. Verwirrt sah er sich um, neckte ihm ein Magier? Oder trieb einer der Nachtschatten einen Spaß mit ihm? Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner linken Schulter, die ihn leicht herum drehte und eine Stimme die ein „Nun komm mal langsam zu dir“ in sein Ohr brüllte. Unwirsch schob er die Hand beiseite, er hatte keine Zeit für solche Mätzchen in der Festung wurde seine starke leitende Hand gebraucht. „Ok dann eben anders, du hast es so gewollt“ und noch bevor sein Gehirn sich fragen konnte was er wohl wollte trat ihm jemand nicht gerade sanft in den Hintern und riss Baru aus all seinen Träumen und Wünschen.
    „Was soll den das Weib, warum trittst du mich so? Ich werde in DC gebraucht, ohne mich geht da alles vor die Hunde“; noch immer mit den Nachwirkungen des Zaubers am kämpfen, blickte sich Baru etwas desorientiert in der Höhle um, und rieb sich seinen schmerzenden verlängerten Rücken. War allerdings schlagartig hellwach als er die angreifende riesenhafte untote Ratte sah die auf seine geliebte Firballa zurannte.
    Rasch stellte er sich so auf, das die Ratte ihn passieren musste um an Firballa oder Kamala zu gelangen. Muffy rannte schon auf den Magier zu, und Baru konnte nur hoffen das er klarkommen würde, dann musste er sich selber auf seinen Kampf konzentrieren denn die Ratte war nun in seiner Reichweite angekommen.

    Der untote Druide näherte sich langsam aber sicher Chiemi und Anploe, die noch immer feste in dem Hypnose und Illusionszauber festhangen, und somit vollkommen wehr und hilflos allen Angriffen ausgesetzt waren. Er überlegt kurz, und näherte sich dann leicht zur Seite versetzt der Hüterin, nahm Maß und schwang dann seinen Streitkolben so dass er der Hüterin den Schädel brechen würde wenn er träfe.
    Verzweifelt schrien sowohl Kamala und auch Firballa auf, Kamala schickte einen raschen Zauber auf die Reise, der bei dem Druiden die Hände in Feuer aufgehen lies, was dieser aber vollkommen ignorierte, und seinen Angriff fortsetzte. Durch das Schreien wurde die Bardin aus den letzten Fängen der Illusion gerissen die sie noch schwach hielten, aber auch sie konnte nichts mehr ausrichten.
    Hart schwang der Streitkolben herum, aber kurz bevor er treffen konnte und die Hüterin schwer verletzten, wenn nicht gar töten wurde der Arm knapp unter dem Ellenbogen glatt abgeschlagen.
    Anploes Schwert glitt an dem Armstumpf vorbei, und schlug noch ein gutes stück weit in den Oberschenkelmuskel, konnte diesen aber nicht durchtrennen wie den Arm.
    „12 mal nacheinander einen Doppelpasch beim Würfeln und 3 der schönsten Mädchen um mich herum in der Taverne—das konnte nur eine Illusion sein, soviel Glück habe ich nie“ meinte er nur und stellte sich schützend vor Chiemi die immer noch in der Illusion verweilte.
    Der Druide wich ein paar Schritte zurück und begann einen Heilzauber zu wirken, der den Arm wahrscheinlich nachwachsen lassen würde wenn er die Zeit dazu bekäme. Zeit die Anploe nicht gewillt war ihm zu geben. Rasch drang er auf den Druiden ein, der sich nur mit seinem kleinen Schild verteidigen konnte, aber plötzlich mit dem blutenden Armstumpf eine wirbelnde Bewegung machte und das Blut in Anploes Richtung schleuderte. Wo das Blut auf Anploes Rüstung traf fing diese an zu zischen, Rauch stieg auf, denn das Blut dieser untoten Kreatur war durch die ganzen verderbten Zauber wie Säure geworden. Rasch löste Anploe seinen Schild, denn dieser hatte das meiste der Ladung abbekommen, und sah aus wie ein Käse, Loch an Loch.
    Zum Glück hatte ihn diese Ladung nicht ins Gesicht getroffen, aber instinktiv hatte Anploe den Schild hochgerissen und fast alles abgewehrt.
    Mittlerweile hatte sich Kamala stärker auf den Druiden konzentriert und einen Angriffszauber abgewandelt, statt des untoten Fleisches was anscheinend Immun gegen die Art des Zaubers war konzentrierte sie sich auf den Geist. Rötlich schimmerten ihre Fingerspitzen auf als sich der Zauber begann zu entwickeln, in rascher Folge sprach Kamala Worte der Macht, verbunden mit Wörtern die Frieden versprachen und einem langen Schlaf. Kamala wob einen Zauber wie sie es noch nie versucht hatte, nutze ihre neuerworbenen Erkenntnisse der Midgarder Knochentänzer und schleuderte dann den Zauber auf den Druidenzombie.
    Und es passierte …. Nichts.
    Naja nicht unbedingt nichts, plötzlich wuchs dem Druiden der fehlende Arm nach, und er wurde schlagartig 2 Köpfe größer wie vorher. Der Mund verzog sich zu einem Grinsen und eine Geräuschfolge erklang die man nur mit viel Interpretationsgeschick für ein Lachen halten konnte.
    Der Druide öffnete und schloss mehrmals die nachgewachsene Hand griff sich an den Rücken und zog seine Ersatzwaffe, ein langes Schwert das dunkelrot schimmerte. Er machte einen Schritt auf Anploe zu, der seinerseits etwas zurückwich da er ja ohne Schild auskommen musste.
    „Danke Kama, ganz toll gemacht – beim nächsten Mal gönn ihm doch noch nen 2 Kopf oder ein paar zusätzliche Arme“ rief er der entsetzten Magierin zu die die Welt nicht mehr verstand.
    Anstatt zu Schaden hatte der Zauber den Zombie geheilt und verstärkt, etwas was so nun wirklich nicht geplant gewesen war.
    Noch einen Schritt näherte sich der Druide Anploe, der nun nicht weiter zurückgehen konnte da dann Chiemi ohne Deckung gewesen wäre, denn diese war immer noch in Hypnose.
    Plötzlich brach der Zombie zusammen, Kamalas Zauber erledigte nun doch sein Werk und begann die alten Verzauberungen zu lösen. Das untote Leben musste den Körper verlassen, als dieser immer mehr zurückverwandelt wurde, übrig blieb ein ausgezehrter Leichnam der schon vor Jahren gestorben war, und nur durch Magie ins Leben zurückgerufen wurde.
    Aufquitschend begann die große Zombieratte Amok zu laufen, nun da der Wille ihres Meisters sie nicht mehr kontrollierte brachen ihre Aggressionen frei heraus. Baru sah sich plötzlich einem Gegner gegenüber der bis dahin relativ koordiniert und logisch angegriffen hatte, und nun wie ein Derwisch kämpfte. Mühsam blockte er wüste Schwanzhiebe mit seinem Schild ab, stieß und hieb mit seinem Schwert unzählige Wunden in die Ratte, die diese aber komplett ignorierte und auch nicht annähernd schwächte. Wieder attackierte die Ratte Baru und diesmal war sein Schild eine Sekunde zu langsam, der Rattenschwanz schlang sich um sein linkes Bein und plötzlich lag Baru auf dem Rücken und die Ratte war schon über ihm. Doch bevor Sie zubeißen oder Baru das Gesicht oder die Augen zerkratzen konnte schwang ein Streitkolben herum und traf die Ratte seitlich am Kopf und schleuderte sie von Barus Brust. Wütend funkelte Firballa die Ratte an und stellte sich schützend vor Baru der sich mühsam wieder aufrichtete.
    In diesem Augenblick kreischte Viti die Ratte an und schwang beide Arme in merkwürdige geschwungene Bögen vor die Brust. Kurz waren zwei silberhelle Blitze zu sehen und dann zuckte die Ratte zusammen, sie bäumte sich noch einmal ruckartig auf und lief auf Baru zu. Doch nach ein paar Schritten brach sie zusammen, mit einem schweren Wurfmesser in jedem Auge.
    Viti hatte wieder einmal ihre Treffsicherheit zur Schau gestellt.

    Doch von alledem bekam Muffmolch nichts mit, denn er konzentrierte sich komplett auf den Magier. Kurz bevor er ihn erreichte lies er alle seine Angriffszauber los die er hatte, doch leider prasselten sie alle ins Leere als der Magier seinen Stab schwang und ihre gesamte Energie absorbierte. Mit einem Zauber würde er ihm also nicht beikommen, aber er wollte doch mal sehen ob er auch nen Schwert so leicht absorbieren konnte.
    Grinsend lies ihn der Magier herantreten, doch das Grinsen verflog rasch als er den ersten wütenden Hieb des kleinen Lurikeen parierte. Statt wie gewohnt einen durch die Illusionszauber verwirrten Gegner vor sich zu haben, wurde er von einem Champion bedrängt der jenseits von Furcht oder gar Wut war. Hart schlug der Champion wieder und wieder zu, die schwere 2 Handwaffe aus Atlantis sang dabei regelrecht eine tonlose Melodie doch noch konnte der Magier allen Schlägen ausweichen oder sie parieren. Allerdings schaffte er es nicht mehr einen neuen Zauber zu wirken, denn dazu reichte einfach nicht mehr seine Konzentration. Unbewusst passte sich der Magier dem Schlagrythmus an, denn er hatte vor langer Zeit bei den Ordensbrüdern die Grundzüge des Stabkampfes gelernt.
    Muffy merkte rasch das der Magier vor langer Zeit sich wohl Kampfweise eines Ordensbruders abgeschaut hatte, allerdings war der Kampfstil ziemlich holperig, so als ob er das sehr sehr selten trainieren würde. Was einen bei einem Magier ja auch nicht weiter wundern konnte. Muffy legte die nächsten Schläge so an, das sie der Magier locker parieren konnte, und das selbstsichere Grinsen kehrte in das Gesicht des Magiers zurück. Arrogant schlug er mit dem Stab zu, und Muffy lies es zu das einige leichte Hiebe in treffen konnten. In einer schlechten Imitation eines Rückhandschlags schwang der Stab herum, doch diesmal parierte der Champion den Schlag nicht. Er machte einen Schritt auf den Magier zu und schlug mit dem Griff der Waffe zu, ein berstendes Knacken war aus der Brust des Magiers zu hören, und als dieser mehrere unsichere Schritte zurück machte schwang Muffy das Schwert in einem schrägen Hieb von links unten nach rechts oben diagonal über den Oberkörper des Magiers.
    Nun lies der kleine Champion nicht mehr locker, wie ein Hai der Blut gerochen hatte blieb er an seinem auserkorenen Opfer. Wieder und wieder schwang die schwere Zweihandwaffe auf den Magier, der nun in der Defensive war und versuchte die auf ihn einprasselnden Hiebe zu parieren oder auszuweichen. Aber der Lurikeen schlug wie in einem Rausch, und der Magier suchte langsam immer verzweifelter nach einer sich bietenden Öffnung, von seinem Untergebenen konnte er sich keine Hilfe mehr erhoffen, den der Druide lag mit seinem Tier nun endgültig tot am Boden . Und da sah er die lang erhoffte Lücke, der Champion griff in mit einem Tiefschlag in Richtung seiner Beine an. Ein Schlag den er locker mit einer Hand parieren würde. Rasch lies die linke Hand des Magiers den Stab los, leuchtete fahlblau auf und sties vorwärts, dem Champion vor die Brust. Gleichzeitig hieb er mit dem Stab nach rechts, um das Schwert zu parieren.
    Doch da war kein Schwert das pariert werden konnte, hektisch ruckte der Kopf des Magiers herrum und suchte das Schwert. Plötzlich fühlte er ein leichtes Ziehen am Hals und ein Schwindelgefühl. Anscheint hatte der Lurikeen ihn doch getroffen, und er war gestolpert. Doch auf einmal erfüllte ihn eine gewisse Orientierungslosigkeit und ein Gefühl der Leichtigkeit. Irgendwie war er wohl doch stärker getroffen als gedacht, denn die Umgebung überschlug sich auf einmal vor seinen Augen. Dann sah er plötzlich einen enthaupteten Körper aufrecht stehen, seinen Körper und einen Lurikeen der 3 Meter weiter weg lag, und sich den Oberkörper hielt.
    Ein leichtes Lächeln zuckte über die Mundwinkel des Kopfes, dann rollten die Augen nach oben und brachen.
    Als der Körper des Magiers zusammenbrach, der noch Zwei Drei unsichere Schritte gemacht hatte erklang ein Stöhnen und Seufzen aus den umliegenden Höhlen.
    „Frei frei endlich nach all den Jahren sind wir frei“ und einige geisterhafte Gestalten erschienen, blickten auf den toten Körper und verschwanden.
    Die Freunde rannten zu dem am Boden liegenden Champion, der sich langsam aufrappelte und noch immer die Brust hielt. Deutlich sah man den Handabdruck auf dem Panzerhemd der nach immer in einem fahlem Blau am leuchten war.
    „Damit wären Flagran und all die Anderen gerächt, egal aus welchem der Reiche, das hatte niemand verdient“ meinte Anploe und griff erschrocken zu als der Champion plötzlich umfiel.
    „ Firballa rasch, Muffy hat was abbekommen“. Sanft legte er den Lurikeen auf den Boden und nahm ihm den Helm ab. Aschgrau war die Gesichtsfarbe und übersät mit kaltem Schweiss.
    „Das sieht ganz und gar nicht gut aus, Ich befürchte der Magier hat ihn mit diesem komischen Zauber angegriffen der aus den anderen Zombies gemacht hat. Ich weiß nicht ob ich diesen Zauber umkehren kann denn er scheint ziemlich vielschichtig zu sein“. Unsicher begann Firballa einen Heilzauber zu wirken, und wurde dabei durch ein „Nein lass es du machst alles nur noch schlimmer und tötest ihn“ unterbrochen.
    Entsetzt sahen sich die Freunde an, denn sie waren umringt von lauter geisterhafter Gestallten,
    angeführt von Muffys Bruder Flagran. „Wir werden nicht zulassen das er stirbt, und das gleiche Schicksal erleiden muss wie wir“, und mit diesen Worten trat immer ein Geist vor und berührte den kleinen Champion. Den Anfang machte ein riesenhafter Troll der seine mächtige rechte Hand ausstreckte und Muffy auf den schweißnassen Kopf legte. Der zuckte kurz, und der Troll zog seine Hand zurück—erheblich durchscheinender wie vorher. Wie auf einer Parade trat nun immer ein Geist vor und berührte den Lurikeen, der mit jeder Berührung im Gesicht rosiger wurde, und wieder freier atmete. Zum Schluss blieb nur noch Flagran über, der nun ebenfalls vortrat, aber statt Muffy zu berühren schlang er die Arme um dessen Schultern hob ihn an und umarmte ihn.
    „Wir müssen nun los, nun haben wir endlich unseren Frieden“ und mit diesen Worten drehten sich die Geister um und gingen los, einer nach dem anderen machte mehrere Schritte und verschwand. Und so manch einer blickte sich noch kurz um, und Dankbarkeit und ein Lächeln glitt über ein geisterhaftes Gesicht bevor es durchsichtig wurde und verschwand.

    Stöhnend kam der Lurikeen zu sich, setzte sich auf und schaute seine Freunde an. „Was ist los, was war mit mir?“ Ruckartig sprang er auf „Der Magier, wo ist der Magier?“ Suchend blickte er um sich, griff sich an den Rücken „Und wo sind meine Waffen, los sagt schon was ist los?“
    Da bemerkte er die kopflose Leiche und auf halber Strecke das Schwert aus Atlantis. Suchend schaute er weiter, sah den riesigen Rattenkadaver und den Bolgdruiden, beide schon am verwesen, da die Magie die sie am Leben hielt mit ihrem endgültigen Tod ihre Körper verlassen hatte. Auch sein anderes Schwert fand er, es lag an der Stelle wo er zu Boden gegangen war.
    Vorsichtig ging er zu dem Körper des Magiers, stieß im vorsichtig die Klinge in den Körper—sicher war sicher. Aber es war kein Leben mehr in dem Magier, auch sein Körper begann bereits zu verfallen, nach seinem Tod wurde auch er von all den gestohlenen Jahren, um die er den Tod betrogen hatte eingeholt. Rasch flüsterte Kamala den anderen zu das die Ereignisse mit seinem Bruder, und das Heilen durch die Geister jetzt nicht dem kleinen Champion zuzumuten wäre. Das würden Sie ihm alles zu Hause erzählen, wenn sie in ihrem Gildenhaus wären und die ganzen Anspannungen vergessen waren. Alle waren einverstanden, und mit einem „na dann wollen wir mal schauen was es hier gutes gibt“ klopfte sich Viti in die Hände und näherte sich zielsicher einer Truhe. Viti öffnete die Truhe und mit einem „Firballa Chiemi Kama boa was tolle Ringe“ grub sie schon mit beiden Händen in dem Geschmeide. Auch Chiemi und Firballa sahen zu das sie zur Truhe kamen, und Baru verdrehte nur die Augen und sah Anploe an „Weiber, bei Schmuck rasten die immer gleich aus“. Sprachs und ging raschen Schrittes auf einen Waffenständer zu und begutachtete die Schwerter. Kamala machte sich derweil über mehrere Regale voller Bücher her, griff so schien es wahllos manche heraus, und steckte sich andere in ihren Rucksack. Auch Muffy sah sich in dem Raum um, seine Rüstung hatte im Kampf doch mehr gelitten als er dachte, und vor allem da wo ihn der Magier mit seiner Hand getroffen hatte war die Brustplatte übel eingedellt. Auf einem Haufen in einer Ecke bemerkte der Champion eine feine ziselierte Brustplatte, eindeutig für einen Lurikeen passend. Er nahm sie auf, und sah sofort das diese Platte eindeutig aus Atlantis kam, die Schmiedearbeiten daran waren einfach zu fein, Die Nieten die alles zusammenhielten so filigran eingearbeitet wie man es sehr selten sah. Die Runen verrieten die Verzauberung, Stärke und Geschick würden sich beim Tragen erhöhen, genauso wie die Fähigkeit zu parieren. Auch waren mehrere Schutzrunen in das Material eingearbeitet, so das wohl einige Resistenzen gegen Schadensarten erhöht wurden. So suchten sich die Mitglieder von Hibernias Blut einige nette Sachen, auch für die daheim gebliebenen Mitglieder der Gilde wurden einige nette Artefakte eingepackt. Mit einem letzten Blick in die Runde versammelten Sie sich um die Bardin Viti, die den Bardenzauber benutzte den Sie in Atlantis gelernt hatte. Sie konzentrierte sich auf die Hauptstadt Tir na nOgh und schon standen die Freunde in dem Elfenpalast nahe des Teleportationsmagiers.
    „Ich denke für die nächste Zeit haben wir wohl genug Abenteuer gehabt“ meinte Anploe „Ich für meinen Teil werde jetzt erstma in die nächste Taverne gehen und das ein oder andere Bierchen heben“. „Und bestimmt ne nette Schankmaid kennenlernen“ warf Baru ein, und stieß leicht seinen Ellenbogen in Firballas Seite die daraufhin grinsen musste.
    „Ich werde es verhindern das du dein hart erkämpftes Geld irgendwelchen Dirnen hinterher wirfst, um zu bezahlen was du woanders umsonst haben kannst“!! und mit diesen Worten schnappte sich Chimie den völlig überraschten Hüter, ranzte dem Transportmagier ein „ Hausnummer 4211 Killkullen und schau nich so blöd“ zu und verschwand in einem Lichtwirbel als die Teleportationsmagie wirkte.
    Ihre Freunde blieben grinsend zurück, und mit einem „Na wie Anploe aus der Nummer wieder rauskommen will“ sagte auch Kamala dem Magier ihre Hausadresse und verschwand.
    Jeder von ihnen würde sich ihr Abenteuer durch den Kopf gehen lassen, und in 1-2 Tagen würde dann ein großes Fest im Gildenhaus stattfinden, wo dann auch die restlichen Mitglieder ihren Anteil an den Sachen bekommen würden. Auch würden Sie dann Muffy alles erzählen, aber jetzt brauchte jeder erstmal etwas Ruhe.
    Und in ein paar Wochen würden sie dann wieder losziehen—aber das ist dann eine andere Geschichte.
    ENDE
    Geändert von heilt kopfschmerzen (27.07.08 um 21:30 Uhr) Grund: Automatisch zusammengefügter Doppelpost
    als Gott mich schuf wollte er bloß angeben

  2. #2
    Mitglied Avatar von Maik
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    Servus :-)

    Ich hab es mir mal ausgedruckt und werd es abends als Bettlektüre lesen. Is schon Beeindruckend . Ich schreib was dazu sobald ich es durch hab.

    Gruß Maik

    ps. 52 Seiten o.O Erstmal Schriftgrösse verkleinern und beidseitig drucken ^^
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  3. #3

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    habs mal gerade etwas überflogen, und so wie es aussieht hat das zusammenfüg programm wohl etwas mist gebaut--wenn einer der mods hier so freundlich wäre und die doppelten stellen entfernen würde-- ich denke das wäre im sinne aller leser
    als Gott mich schuf wollte er bloß angeben

  4. #4

    Standard

    naja wie sagt man so schön--selbst is der mann he he
    so alle doppelten abschnitte sollten eliminiert sein
    als Gott mich schuf wollte er bloß angeben

  5. #5
    Mitglied Avatar von Maik
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    Donnerkrieger

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    Servus Heilt !

    Also hab mir die Geschichte mal zu Gemüte geführt. Gefällt mir sehr sehr gut. Lässt sich sehr schön lesen. Schonmal dran gedacht sowas einem Verlag zu schicken ? Als Kurzgeschichte ?

    Kannst dir ja mal durch den Kopf gehen lassen. Es gibt genügend Verlage die solche Sachen suchen.

    Gruß Maik
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